Trump will, dass Justizminister anonymen Autor aufspürt

Der US-Präsident hat den regierungsinternen Kritiker als Sicherheitsrisiko bezeichnet. Dieser dürfe nicht mehr an hochrangig besetzten Treffen teilnehmen.

Ein Gespräch mit Reportern während seines Fluges nach North Dakota: Donald Trump.

Ein Gespräch mit Reportern während seines Fluges nach North Dakota: Donald Trump.

(Bild: Keystone Susan Walsh)

US-Präsident Donald Trump hat an seinen Justizminister Jeff Sessions appelliert, nach dem Autor des anonymen Zeitungsbeitrags zu angeblichem internen «Widerstand» in der US-Regierung zu fahnden. Es handle sich um eine Angelegenheit der «nationalen Sicherheit», begründete Trump am Freitag seine Forderung.

Es müsse verhindert werden, dass der Verfasser künftig an hochrangig besetzten Regierungsberatungen teilnehme, für welche die Erlaubnis auf Einsicht in geheime Sicherheitsdokumente erforderlich sei, sagte der Präsident vor Journalisten an Bord der Air Force One während einer Flugreise in den US-Bundesstaat North Dakota.

Der Autor, bei dem es sich nach Angaben der «New York Times» um ein «hochrangiges Regierungsmitglied» handelt, schildert in dem am Mittwoch in dem Blatt veröffentlichen Artikel organisierten Widerstand innerhalb der Regierung gegen Trump. Er rühmt die «unbesungenen Helden» in der Regierung, die den Präsidenten als Gefahr für die USA betrachteten und zum Schutz der «demokratischen Institutionen» seine Politik sabotierten.

Nur einen Tag zuvor waren in der «Washington Post» Ausschnitte aus einem neuen Buch des Enthüllungsreporters Bob Woodward über Trump veröffentlicht worden. Woodward zeichnet darin ein verheerendes Bild von Trumps Amtsführung.


Video: Trumps Wut über die Enthüllung

«Könnt ihr das glauben?» Trump ärgert sich masslos über den Artikel in der «New York Times». Video: Marco Pietrocola/AP.


Trump äusserte die Vermutung, dass es sich bei dem Autor des «NYT»-Artikels nicht um ein Mitglied der obersten Regierungshierarchien handle: «Es scheint nicht jemand sehr weit oben zu sein, denn jeder von denen sehr weit oben hat bereits gesagt: 'Ich war's nicht.'»

Zugleich teilte der Präsident mit, dass er auch mögliche Schritte gegen die «New York Times» prüfe. Er nannte deren Vorgehen, den Gastkommentar unter dem Schutzmantel der Anonymität zu veröffentlichen, «schändlich». «Anonyme Staatsbedienstete, die sich den Wählern widersetzen, um ihr eigenes geheimes Programm zu befördern, sind in Wahrheit eine Gefahr für die Demokratie selbst», sagte Trump.

Mehrere Minister sahen sich bereits bemüssigt zu erklären, sie hätten nichts mit dem Artikel zu tun. Vizepräsident Mike Pence, Aussenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister James Mattis bestritten ihre Autorenschaft.

TA/NN/SDA

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