Schwarz, lesbisch und Chicagos Bürgermeisterin

Die Demokratin Lori Lightfoot hat ihr Amt als Bürgermeisterin der drittgrössten Stadt der USA angetreten. Ein Meilenstein.

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Chicago, die drittgrösste Stadt der USA, wird erstmals von einer lesbischen Frau regiert. Die Demokratin Lori Lightfoot trat ihr Amt am Montag an und versprach, sich dem Kampf gegen Korruption und Waffengewalt zu widmen.

Als erste Amtshandlung sorgte sie dafür, dass Mitglieder der Stadtrats künftig weniger Macht haben. Lightfoot ist auch die erste schwarze Frau, die das Amt übernimmt.

«Jahrelang hiess es, Chicago ist nicht bereit für Reformen», sagte Lightfoot bei ihrer Amtseinführung in einer grossen Sportarena. Nun aber stünden Reformen an, fügte sie hinzu und erwähnte vor allem die Bereiche Korruption, Polizei und wirtschaftliche Ungleichheit.

Waffengewalt ist in Chicago vor allem in einkommensschwachen, überwiegend von Schwarzen bewohnten Vierteln ein Problem. Allein im vergangenen Jahr kamen dabei mehr als 550 Menschen ums Leben.

Überraschender Sieg

Lightfoot hatte die Bürgermeisterwahl im April überraschend gewonnen. In der Vergangenheit war die politische Landschaft von Chicago von Insiderabsprachen unter demokratischen Parteifunktionären bestimmt gewesen. Im Stadtrat hatte die Machtverteilung seit langem zu Problemen mit Korruption geführt, aktuell stehen zwei Ratsmitglieder in unterschiedlichen Verfahren vor Gericht.

Als erste Amtshandlung erliess Lightfoot daher eine Verfügung, welche die Macht der Ratsmitglieder einschränkt. In ihrer Antrittsrede wandte sie sich direkt an die Abgeordneten und andere gewählte Vertreter und forderte sie auf, sich ihr nicht in den Weg zu stellen.

Für Bürger wie Experten ist Lightfoots Wahl ein Meilenstein. Evan McKenzie, Politik-Dozent an der Universität von Illinois in Chicago, sprach von der bedeutendsten Bürgermeisterwahl seit Harold Washington. Der war 1983 als erster Schwarzer in das Amt gewählt worden.

Die Rentnerin Wanda Dillard, einer der Gäste bei Lightfoots Amtseinführung, sagte der Nachrichtenagentur AFP, angesichts der Beziehungen zwischen Schwarzen und Weissen in Chicago sei Lightfoots Wahl «wunderbar» und ein Zeichen der Hoffnung.

chk/sda

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