Nur eine neue Schikane

Trump verschärft die Regeln für die Einwanderung. Dafür gäbe es gute Gründe, aber er nennt sie nicht.

Hubert Wetzel@hubert_wetzel

Nach der illegalen Einwanderung nimmt sich Donald Trump nun die legale vor. Die Methoden sind diesmal aber andere: Statt Stahlzäune zu bauen, erlässt die amerikanische Regierung neue, härtere Vorschriften dazu, welche Kriterien ein Immigrant erfüllen muss, um eine der begehrten Green Cards zu bekommen, also eine dauerhafte Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis.

Doch das Ziel ist das gleiche: Die Zahl der Ausländer, die in die USA kommen, soll sinken. Und jene Menschen, die im Land bleiben dürfen, sollen keine Hungerleider sein, die Hilfe vom Staat benötigen. Sie müssen daher künftig gegenüber den Behörden schlüssig beweisen, dass sie finanziell für sich sorgen können.

Die USA sind und bleiben ein Einwanderungsland.

Ist das xenophob oder gar rassistisch? Dieser Verdacht liegt inzwischen bei allem nahe, was Trump in der Einwanderungspolitik tut. Andererseits: Auch die kanadische Regierung siebt sehr fein, wen sie immigrieren lässt. Auch sie will möglichst nur Einwanderer ins Land lassen, die selbst so viel Geld verdienen, dass sie keine Sozialleistungen brauchen. Kanadas Ruf als modernem, vorbildlichem Einwanderungsland schadet diese Praxis überhaupt nicht.

Vielleicht wäre das Misstrauen gegenüber Trumps neuen Vorschriften geringer, wenn er sich auch einmal dazu bekennen würde, dass die USA ein Einwanderungsland sind und bleiben. Wenn er, statt auf Immigranten zu schimpfen, auch einmal würdigen würde, was diese dem Land geben, selbst wenn sie arm angekommen sind.

So aber sieht es aus, als habe Donald Trump wieder nur eine neue Schikane erfunden.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt