Missouri beschliesst striktes Abtreibungsgesetz

Die Massnahme kann aber nur in Kraft treten, wenn eine 46 Jahre alte Grundsatzentscheidung des obersten US-Gerichts gekippt wird.

Lauter Protest: Befürworterinnen von Abtreibungen bekunden ihren Unmut über den Entscheid im Parlamentsgebäude von Jefferson City (Missouri).

Lauter Protest: Befürworterinnen von Abtreibungen bekunden ihren Unmut über den Entscheid im Parlamentsgebäude von Jefferson City (Missouri).

(Bild: Christian Gooden (AP))

Das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates Missouri hat ein Gesetz verabschiedet, nach dem Abtreibungen nach der achten Schwangerschaftswoche verboten werden sollen. 109 Abgeordnete stimmten am Freitag dafür, 46 votierten dagegen.

Der Senat des Bundesstaates hatte das Gesetz bereits am Donnerstag verabschiedet. Nun muss es nur noch von dem republikanischen Gouverneur des Bundesstaates unterzeichnet werden, was aber als wahrscheinlich gilt.

Die Massnahme könnte allerdings nur in Kraft treten, wenn eine Grundsatzentscheidung des obersten US-Gerichts aus dem Jahr 1973 gekippt würde. Diese hatte Schwangerschaftsabbrüche in den USA legalisiert.

Neben Missouri hatten auch andere Staaten zuletzt ähnliche Gesetze verabschiedet – darunter Alabama, wo Abgeordnete am Mittwoch für ein fast vollständiges Abtreibungsverbot stimmten.

Abtreibungsgegner wollen mit den Initiativen erreichen, dass sich letztendlich der Supreme Court mit den verschärften Gesetzen befassen muss. Sie hoffen darauf, dass die konservative Mehrheit, die US-Präsident Donald Trump durch die Ernennung von zwei Richtern etabliert hat, das Grundsatzurteil aus 1973 kippen könnte.

Nach dem Gesetz in Missouri wären Schwangerschaftsabbrüche nach der achten Woche nur noch in medizinischen Notfällen möglich, nicht aber bei Vergewaltigungen oder Inzest.

fal/sda

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