Fratze des Hasses

Beim Aufmarsch der Ultrarechten in Charlottesville tauchte auch ein bekannter Rassist auf: David Duke, früherer Ku-Klux-Klan-Leader. Wer ist dieser Mann?

«Erfüllung der Versprechen von Donald Trump»: David Duke.

«Erfüllung der Versprechen von Donald Trump»: David Duke. Bild: Reuters

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In Trumps Amerika glauben die Rassisten und Rechtsextremisten an ihre grosse Chance. «Wir sind entschlossen, unser Land zurückzuerobern», sagte David Duke in seiner Rede beim Aufmarsch der Ultrarechten in Charlottesville. «Wir werden das Versprechen von Donald Trump erfüllen. Darum haben wir Donald Trump gewählt.» Die in Gewalt ausgeartete Demonstration unter dem Motto «Vereinigt die Rechte» bezeichnete Duke als «Wendepunkt für die Menschen dieses Landes.»

Schon im Präsidentschaftswahlkampf hatte sich Duke stark für Trump engagiert. Trump tat sich schwer, sich von Duke zu distanzieren. Das erledigte dann Trump-Sohn Eric in einer Radioshow im November 2016: «David Duke verdient eine Kugel.» Wer ist dieser Mann mit dem maskenhaften Gesicht?

«White supremacy»-Ideologe, Antisemit, Holocaustleugner

Duke ist einer der bekanntesten US-amerikanischen Neonazis. Der 67-Jährige aus Louisiana ist Antisemit, Holocaustleugner und Verfechter weisser Vorherrschaft. Duke, der zu Studentenzeiten gerne Nazi-Uniformen getragen hatte, hatte in den 1970er-Jahren dem Ku-Klux-Klan angehört. Von 1974 bis 1978 war er Chef (Grand Wizard) der Organisation Knights of the Ku Klux Klan in Louisiana. Auf seiner persönlichen Website und auf der in Europa weitgehend gesperrten Plattform Altermedia verbreitet Duke bösartigsten Rassismus und krudeste Verschwörungstheorien. Der «White supremacy»-Ideologe hatte von 1989 bis 1993 als Vertreter der Republikaner dem Repräsentantenhaus von Louisiana angehört. Zuvor hatte er sich für die Demokraten-Partei für politische Ämter beworben.

«Wendepunkt für die Menschen in diesem Land»: David Duke. Foto: Keystone

Duke hat sich in den letzten zehn Jahren zeitweise in Europa aufgehalten, nachdem er fünf Jahre in Russland gelebt hatte. In der neonazistischen Szene Europas war Duke ein gern gesehener Redner. Ein ungarisches Neonazi-Portal bewarb Dukes Buch «Jewish Suprematicism» als das «meistgelesene antizionistische Buch der Welt». 2009 wurde Duke in Tschechien wegen eines Vortrags vor Neonazis verhaftet und des Landes verwiesen. Damals sprach die Schweiz ein für den Schengenraum geltendes Aufenthaltsverbot für Duke aus. Trotzdem konnte sich Duke eine Zeit lang in Österreich aufhalten, wie der «Tages-Anzeiger» 2011 berichtete. Danach lebte Duke in Italien, wurde aber 2013 des Landes verwiesen. Seit drei Jahren ist Duke vor allem in den USA wieder sehr aktiv.

Seit den Ausschreitungen von Charlottesville verbreitet der frühere Ku-Klux-Klan-Leader in unzähligen Statements auf Twitter seine Sicht der Dinge. Duke ärgert sich darüber, dass die Polizei nicht gegen die «Antifa-Kommunisten» eingegriffen habe, als diese gegen seine Anhänger losgegangen seien. Selbstverständlich ist die ganze Medienberichterstattung, die Duke nicht passt, nichts anderes als «Fake-News».

Video: Gegendemonstration wird von Autofahrer angegriffen

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.08.2017, 15:29 Uhr

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