Trumps dubiose Entourage

Der US-Präsidentschaftskandidat bildet erneut sein Wahlkampfteam um. Darunter ein Diktatorenberater und ein TV-Mogul.

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Änderungen in Donald Trumps Wahlkampfteam: Der 70-Jährige holt Stephen Bannon von Breitbart News als Geschäftsführer seiner Kampagne ins Boot. Zudem wird die Meinungsforscherin Kellyanne Conway zur Wahlkampfmanagerin befördert. In einem Interview der Nachrichtenagentur AP sagte Trump, er kenne beide Personen seit langem. «Sie sind hervorragende Leute, sie sind Sieger, sie sind Champions – und wir müssen es gewinnen», erklärte er.

Über die Umstellung des Wahlkampfteams hatte zuerst das «Wall Street Journal» berichtet. Sie kommt nur 82 Tage vor der Präsidentschaftswahl im November, bei der Trump gegen die Demokratin Hillary Clinton antritt. In Umfragen liegt Trump hinter seiner Rivalin.

Hat Trump einen Debattencoach?

Offenbar zieht Trump auch den ehemaligen Fox-Vorsitzenden Roger Ailes zur Beratung und Vorbereitung aller wichtigen anstehenden Debatten heran. Zwei anonyme Quellen sagten zur «New York Times», dass seine Aufgabe sogar darüber hinausgehen könnte. Ailes könnte sich wegen seiner Medienerfahrung als sehr wichtige Figur in Trumps Wahlkampf erweisen, besonders da Trump zuletzt mit seinen öffentlichen Auftritten nicht viele Sympathien einheimsen konnte und seinen Umfragewerten schadete.

Unklar ist, wann Ailes begonnen hat, sich für die Trump-Kampagne zu engagieren. Er trat von seinem Posten bei Fox News am 21. Juli inmitten einer strafrechtlichen Untersuchung zurück. Ehemalige weibliche Angestellte bezichtigten den Fox-Vorsitzenden der sexuellen Belästigung. Offiziell sagt Trump zur «New York Times», dass Ailes keineswegs sein Debattencoach sei. «Ich unterhalte mich mit Roger, ja, aber das ist keine formelle Sache. Ich habe keinen Debattencoach, hatte niemals einen.»

Manafort unterstützte Diktatoren

Trump sagte weiter, dass der Vorsitzende seines Wahlkampfteams, Paul Manafort, seine derzeitige Rolle behalten werde. Manafort gilt als äusserst umstrittene Figur. So hat der 67-Jährige auch Diktatoren wie Ferdinand Marcos und Mobutu Sese Seko beraten, für die er Lobbying in Washington organisierte. Auch dem ukrainischen Ex-Präsidenten Janukowitsch stand er während fünf Jahren zur Seite.

Die «New York Times» hatte dazu eine Geschichte ausgegraben, die der Reputation Manaforts zusätzlich schadete: Als Janukowitsch 2014 gestürzt wurde, stürmten Anhänger der Opposition die Parteizentrale und fanden zwei mit Geld gefüllte Tresore sowie ein Kontobuch. 12,7 Millionen Dollar seien mit der Notiz «Manafort» versehen gewesen.

woz/kat/sda

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