Die Tragödie der fünf Díaz-Brüder

Für die Familie Díaz geht es seit Jahren um Leben und Tod. Die Söhne flüchteten vor Strassengangs aus Honduras – und danach als Illegale durch die USA.

Luis Díaz ist aus den USA abgeschoben worden. Nach dem Wiedersehen mit seinem Sohn muss er sich vor Spähern der Gangs hüten. (Bild: Patrick Tombola/Das Magazin)

Luis Díaz ist aus den USA abgeschoben worden. Nach dem Wiedersehen mit seinem Sohn muss er sich vor Spähern der Gangs hüten. (Bild: Patrick Tombola/Das Magazin)

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Man nannte sie die Díaz 5. Sie kamen im Abstand von etwa einem Jahr zur Welt und bildeten früh schon eine ein­geschworene Gemeinschaft. Sie sahen aus wie ihr stämmiger Vater. Sie hatten die gleiche Statur. Sie trugen sogar den gleichen Haarschnitt.

Sie waren wie Fünflinge.

Aber die Brüder ähnelten sich nicht nur äusserlich. Sie lebten auch ähnli­che Leben. Sie spielten Fussball im Ver­ein Juventus ihres Heimatorts Potreril­los. Sie heirateten ihre Jugendlieben, wurden jung Väter. Sie bauten Häuser am Ortsrand und stiegen – einer nach dem anderen – ins Geschäft des Vaters ein, das Bus­unternehmen Susany, be­nannt nach ihrer jüngeren Schwester. Sie lebten im Gleichschritt. Und in Har­monie – soweit das in einem Land wie Honduras möglich ist.

Dann, vor fünf Jahren, brachen zwei Dinge in ihr geregeltes Leben und sprengten es Stück für Stück auseinan­der: die Strassengang MS-13 und die Migrationspolitik der USA.

Heute ist einer der fünf Brüder tot. Einer ein Invalide. Einer auf der Flucht. Einer deportiert. Und einer im Revier der Drogenmafia. Ihr Schicksal ist in Honduras kein unübliches. Jeder hier hat Angehörige an die mordenden Gangs MS-13 und Barrio 18 verloren. Jeder hat Verwandte auf die gefährli­che, 3000 Kilometer lange Flucht in die USA geschickt.

Ungewöhnlich jedoch ist die Härte, mit der das Schicksal sie traf. Und die Aufopferung der Brüder füreinander. Sie werden Opfer staatlicher Abwe­senheit in einem Land – und Opfer staatlicher Hetze in einem anderen. Sie stehen im Mittelpunkt der zentra­len Frage dieser Jahre: Wo dürfen vom Tod bedrohte Menschen noch hin? Wer lässt sie noch rein?

Wir haben die Geschichte der Brü­der Díaz über achtzehn Monate an fünf verschiedenen Orten verfolgt: von ihrem Heimatort Potrerillos bis über die Grenze nach Texas. Von einem La­tinoviertel in New Jersey über ein Ge­fängnis in Alabama bis in die entlege­nen Herrschaftsgebiete der Drogen­kartelle von Honduras.

Honduras

Der kometenhafte Einschlag in ihr Le­ben lässt sich auf die Stunde terminie­ren. Er ereignet sich am 2. November 2013 um 15 Uhr, als Alex Díaz, Pat­riarch der Familie, die Aufforderung erhält, seinen jüngsten Sohn Oscar im Hauptquartier der Strassengang Mara Salvatrucha (MS-13) aufzusuchen. Die Bandenführer haben Oscar entführt, sie werfen ihm vor, einen ihrer Drogen­kuriere respektlos behandelt zu haben.

Die MS-13 ist weniger eine Bande als vielmehr eine transnational ope­rierende kriminelle Organisation mit Dutzenden Ortsgruppen und Verbin­dungen bis in die höchsten Ämter von Politik und Justiz. An Orten wie Potre­rillos nahe der Karibik bilden sie eine Art Staat im Staat – mit Wissen der Re­gierung, geduldet von der Polizei. Sie folgen dem archaischen, heute wieder populären Prinzip: Der Stärkste, der Mächtigste, der Grausamste regiert.

Vater Díaz erhofft sich eine Aus­sprache mit den Gangführern, immer­hin ist er ein Mann mit Einfluss im Ort: ein erfolgreicher Unternehmer, die Fa­milie ansässig seit Generationen, er besitzt sechs Kleinbusse, die er und seine fünf Söhne auf der Strecke Pot­rerillos–San Pedro Sula fahren. Die Schutzgelder an die MS-13 hat er bis­lang immer pünktlich bezahlt, 3000 Dollar pro Monat, die höchsten im 30'000-Einwohner-Ort. Er findet seinen verängstigten Sohn Oscar, 24, im Kommandozent­rum der Gang im hügeligen Viertel Clavasquín. Dort, auf dem Sportplatz, einem für alle Bewohner einsehbaren Gelände, fällt der Anführer Giancarlo nach einer kurzen Anhörung das Urteil: Tod durch Erschlagen. Er be­nennt neun mareros (Gangmitglieder), um den jüngsten Díaz zu «beenden», wie sie es nennen.

Jeder hier hat Angehörige an die Banden verloren: Mitglieder der Strassengang MS-13. Foto: Getty Images

Oscar ist der Stillste der fünf Brü­der, Mamas Liebling, ein Schrank von Mann, aber mit weichem Herz, ausge­stattet mit dem bulligen Körper des Va­ters und der zarten Seele der Mutter.

«Sie hielten mir eine Waffe an den Kopf», beschreibt Vater Díaz die Tat. «Ich musste bei allem zusehen. Ich war mir sicher: Ich verliere ihn. Für El­tern gibt es nichts Schlimmeres.»

Auf Kommando foltern die mare­ros Oscar mit Schlägen und Tritten, mit dem Griff der Machete und den Kolben der Gewehre. Jeweils drei Pei­niger, drei Minuten lang. Oscar, die Hände hinterm Rücken, darf sich nicht wehren, so der Befehl, sich nicht ein­mal krümmen. Irgendwann bleibt ihm die Luft weg, das Bewusstsein setzt aus. Minuten, von denen sein Vater später sagt: «Ich habe den Tod gese­hen. Sie taten es, um mich zu treffen.»

Es ist Oscars Rettung, dass ein äl­teres Gangmitglied, ein Nachbar der Familie Díaz, irgendwann sagt, sie sollten jetzt Schluss machen und sich wieder dem Geschäft widmen. So las­sen sie Oscar halb tot im Dreck zurück, nicht ohne die Drohung: «Wir töten je­den Einzelnen von euch.»

Die Fotos der Verletzungen, die Vater Díaz macht, zeigen keinen ge­schundenen Menschen, sondern einen Berg geschwollenen Fleisches: Schnit­te am ganzen Körper, die Brust blau und schwarz, die Knochen gebrochen, der Kopf aufgedunsen, sodass die Au­gen nicht mehr zu sehen sind. Zwei Tage spuckt Oscar Blut, dokumentiert im Polizeiprotokoll mit der Nummer 0511-538-2013, das im Leben der Díaz 5 noch eine grosse Rolle spielen wird.

Honduras hat die höchste Mordrate der Welt, 79 Morde pro 100'000 Einwohner.

Das eigentliche Motiv für den Mordversuch deutet die Gang nur an. Es hängt mit der um 20 Prozent erhöh­ten renta zusammen, den Erpressungs­geldern, deren Zahlung Vater Díaz diesmal nicht sofort nachkam. Seit fast zehn Jahren zahlt er der Gang die «Schutzgelder», 5000 Lempira pro Bus und Woche, insgesamt das Zehn­fache der staatlichen Steuern.

Er muss die renta abdrücken wie alle anderen Unternehmen im Ort, wie Bäcker, Banken, Friseure. Wenn einer dem nicht nachkommt, ermordet die Bande ihn umgehend, eine in Hondu­ras verbreitete Strafe, um alle anderen Bewohner zu disziplinieren. Es ist, in ihrer Essenz, eine Mordvermeidungs­gebühr.

Es ist zugleich die Erklärung für die höchste Mordrate der Welt, 79 Morde pro 100'000 Einwohner. Die Schweiz im Vergleich: 0,7.

Am Morgen nach der Tat versam­melt Alex Díaz seine sieben Kinder um sich und verkündet eine Entschei­dung, die alle erwartet haben: Ihr fünf Jungen flieht in die USA. Ohne Frauen. Ohne Kinder. Ich bezahle Schleuser, Transport, Verpflegung.

So nehmen die fünf Brüder am 3. Dezember 2013, als Oscar halbwegs genesen ist, Abschied von ihren Frau­en und Kindern, ohne zu wissen, ob sie sie jemals wiedersehen werden. Sie begeben sich auf die 3000 Kilometer lange Flucht über Guatemala und Me­xiko Richtung Dallas, wo Verwandte leben.

Es machen sich auf den Weg:

Oscar, 24, Díaz Nr. 5, drei Kinder.

Angel, 25, Díaz Nr. 4, schon vier Kinder. Er ist der Zweitjüngste, etwas schmaler als seine Brüder.

Alex junior, 26, Díaz Nr. 3, drei Kinder, der Pfiffigste, mit gutem Ge­spür für Geschäfte.

Miguel, 28, Díaz Nr. 2, vier Kinder, Busfahrer wie alle und nebenbei Stu­dent für Grafikdesign.

Und Luis, 29, Díaz Nr. 1, drei Kin­der. Er ist eigentlich Alex seniors jüngster Bruder, wuchs aber wie ein Sohn bei ihm auf.

Ihre Schwestern Susany und Kim­berly bleiben zurück. «Die verteidige ich selbst», sagt Vater Díaz. «Hier wer­den sie zwar von den Maras bedroht. Auf der Flucht aber lauern Schleuser, die wollen sie vergewaltigen.»

Flucht

Von Potrerillos nehmen die Brüder einen Bus an die Grenze Guatemalas, wo sie schon an Tag drei auf erste Hin­dernisse stossen. Die Grenzbeamten lassen sie nicht passieren, bis sie Be­stechungsgelder zahlen, 1000 Dollar. Eine längst übliche Korruption auf der Flucht, die zum Milliardengeschäft ge­worden ist – für Schleuser, aber auch für Polizisten, Grenzer, Herbergen.

Die Warnungen ihres Vaters wer­den gleich zu Anfang wahr. Alex, der mittlere Díaz, wird in einem Hinter­zimmer an der Grenze Zeuge der Ver­gewaltigung einer Migrantin durch coyotes – Schleuser oder eher: Men­schenschmuggler. Es ist nur eine der vielen Gefahren für weibliche Flücht­linge, an deren Ende oft die Zwangs­prostitution steht. Alex sagt im Rück­blick den schwer erträglichen Satz: «Ich entschied mich, nicht einzugrei­fen. Ich durfte unser eigenes Ziel nicht gefährden. Auf der Flucht ist jeder auf sich allein gestellt.»

Miguel erinnert sich an die ungewohnte Kälte, Alex an den Hun­ger und Luis an die Anspannung.

Von Guatemala folgen die Brüder dem Treck nach Norden, über Vera­cruz und Tampico, der Transportroute für Drogen, Gold, Flüchtlinge – die Sei­denstrasse der Neuzeit. Sie brauchen zehn Tage, bis sie in Reynosa, nahe dem Golf von Mexiko, auf die US-Grenze stossen.

Es ist der wichtigste Fluchtkorri­dor zur 3200 Kilometer langen Gren­ze. 2017 wurden hier 138'000 Migran­ten aufgegriffen. Mexikanische Dro­genkartelle, in diesem Fall die Zetas, knöpfen den Flüchtlingen zusätzlich eine Durchgangsgebühr ab, den dere­cho de paso, 1000 Dollar pro Kopf.

«Wir harrten eine Woche mit dreis­sig Leuten in einer alten Bar aus», er­zählt Miguel, in einem stash house, das auch zur Lagerung von Drogen und Waffen genutzt wird. «Der Schleuser wartete auf den perfekten Moment, um den Rio Grande zu überqueren. Spitzel auf der US-Seite versorgten ihn mit Infos.» Miguel erinnert sich an die ungewohnte Kälte, Alex an den Hun­ger und Luis an die Sekunden der An­spannung, als es losging. Erkältete Mi­granten bleiben zurück, ihr Husten könnte alle gefährden. In der siebten Nacht, neblig, ohne Mondschein, über­queren sie in Schlauchbooten den hier mit Wärmebildkameras überwachten Rio Grande und erreichen problemlos das andere Ufer. Sie tragen Tarnklei­dung und umwickeln die Schuhe mit Stoff, um keine Spuren zu hinterlassen. Die Schleuser benutzen Nachtsicht­geräte und Datenverschlüsselungs­technologie für die Kommunikation.

Dann jedoch beginnt der härteste Teil. Um die Kontrollen der Grenztrup­pen an den Zufahrtsstrassen zu umge­hen, müssen sie drei Tage zu Fuss durch die Wüste gehen, ausgestattet mit nur fünf Litern Wasser pro Person. Es sind die kältesten Tage des Jahres.

«Auf der Flucht wird man zum Tier, nur der Stärkste überlebt.»Alex junior

Die fünf schlagen sich gut, selbst der verletzte Oscar, sie sind Sportler. Nur Angel, der Dünnste, hat zuneh­mend Probleme. «Zieht ohne mich weiter», röchelt er in der dritten Nacht, aber seine Brüder opfern ihre Wegzeh­rung, Dosenmais und Kekse, und tra­gen ihn einen Teil des Weges.

Andere Flüchtlinge, die keine Hel­fer haben, bleiben zurück, vor allem zwei schwangere Frauen aus El Salva­dor, die die Brüder danach nicht wie­dersehen. Vermutlich sterben sie in der Wüste, zwei von jährlich 400 To­ten in der Grenzregion. Verifizieren lässt sich das nicht; weder das US-Hei­matschutzministerium noch die dazu kontaktierten Schleuser äussern sich.

«Wieder habe ich nicht eingegrif­fen», sagt Alex junior im Rückblick. «Auf der Flucht wird man zum Tier, nur der Stärkste überlebt».

Am Rand des Ortes Falfurrias wer­den die fünf Brüder von Minivans auf­gegriffen und in Verstecken unter der Rückbank zu einer Lagerhalle nach Houston gefahren. Doch nach Bezah­lung der zweiten Rate stellen die Schleuser eine neue Forderung: «We­gen gestiegener Kosten» müssten sie eine Nachzahlung von 1000 Dollar pro Person leisten. So lange würden sie festgehalten, ohne Kleidung und Han­dys, damit sie nicht fliehen können.

«Das ist Kidnapping», sagt Miguel.

«Nenn es, wie du willst», entgeg­nen die Menschenschmuggler.

Die Brüder kontaktieren ihren Va­ter, der sich das Geld leiht und via Wes­tern Union überweist, einer der Gross­profiteure des Flüchtlingshandels. Die Díaz 5 werden daraufhin in einem In­dustrieviertel Houstons freigelassen.

Nach vier Wochen Odyssee trifft die erlösende Nachricht bei Eltern und Frauen in Honduras ein: «Wir habens geschafft. Und sind noch zusammen.»

Die ersten Wochen in Texas ohne Frauen und Kinder sind die schlimms­ten. Sie kommen bei Alex’ Schwieger­eltern in Dallas unter, zu neunt in einer Zweizimmerwohnung, die Brüder tei­len sich ein Zimmer. Sie verstehen kein Englisch, aber in der Welt, in der sie sich nun bewegen, sprechen alle Spanisch. Sie leben in der Gewissheit: Wir haben viel verloren, aber nicht das Leben.

Amerika

Von Honduras sind es die Söhne ge­wohnt zu schuften, vierzehn Stunden am Tag, und so finden sie schnell Jobs, die den sogenannten illegals zufallen und ohne die heute keine Gesellschaft mehr auskommt: Rasenmähen, Auto­waschen, Hotelzimmerputzen. Es ist, was man in Amerika eine Win-win-Si­tuation nennt: Sie verdienen einen für Mittelamerikaner ordentlichen Stun­denlohn von 6,50 Dollar. Die Firmen bekommen im Gegenzug willige Tage­löhner und bezahlen keine Sozialabga­ben. Sie sind, ökonomisch gesprochen, keine Flüchtlinge, sondern das Reser­voir an Billigarbeitern, aus dem sich Unternehmen begierig bedienen.

Rechtlich gesehen, fallen sie in die Ka­tegorie der illegal immigrants, ein zyni­scher Begriff für Menschen, die vor dem Tod fliehen. Sie haben – womög­lich ein Fehler – bei der Einreise nicht um Asyl gebeten, weil sie Angst hatten, schon an der Grenze abgewiesen zu werden.

Zum ersten Mal im Leben trennen sich die fünf – und sie werden sich so nicht wiedersehen.

Politisch gesehen, sind sie die He­rausforderung des 21. Jahrhunderts. Sie sind jene Menschen, deretwegen sich Fronten bilden, Nationalisten for­mieren, Regierungen zerbrechen, der Heimatbegriff neu festgezurrt wird. 68,5 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht.

Die Politik der USA illegals gegen­über ist eindeutig: Bei Aufgriff werden sie festgenommen und abgeschoben. Das galt auch unter Obama, ehe er das Gesetz für minderjährige Flüchtlinge aus dem berüchtigten Northern Tri­angle – Honduras, Guatemala, El Sal­vador – änderte und ihnen temporären Schutz gewährte.

Nach vier Wochen im neuen Land treffen die Díaz 5 eine weitreichende Entscheidung: Sie trennen sich – aus Angst vor Razzien, aus Angst, als Gruppe leichter geschnappt zu wer­den: Miguel geht zum Onkel ins kalte New Jersey. Alex junior jobbt als Fri­seur in Dallas, Oscar als Maisverkäufer in den Vororten. Luis zieht als Wander­arbeiter nach Florida und Angel nach Houston. Zum ersten Mal im Leben trennen sich die fünf – und sie werden sich so nicht wiedersehen.

Angel. Díaz Nr. 4

Houston kommt Angel unwirklich vor, Strassen wie am Reissbrett gezogen, Autos so monströs wie Lieferwagen, aber er findet sich schnell ein. Er arbei­tet Doppelschichten in einer Waschan­lage und auf dem Bau, und schon nach sechs Monaten hat er das Geld zusam­men, um seine Frau Suria und drei der Kinder nachzuholen: 8000 Dollar Schleusergebühren plus 2000 Dollar Reserve für Kidnapping, Schmiergeld, Erpressung. Angel ist der Fahrigste der Brüder, ständig unter Strom, mit dem Energie­verbrauch eines Teenagers. Seinen Bart trimmt er zu feinen Linien, aus sei­nem Körper formt er eine Landschaft martialischer Tattoos.

Die harte Arbeit in Houston hat einen hohen Preis. Angel ist ständig unterwegs, von einem Job zum ande­ren. Bei einer Strassenkontrolle der Polizei wird er erwischt, ein «Illega­ler» ohne Papiere. In den meisten Bun­desstaaten würde ihm nur eine Geld­strafe drohen, der Polizei ist verboten, die Migrationsbehörde ICE (Immigra­tion and Customs Enforcement) zu in­formieren. Aber in Texas, diesem kon­servativsten aller Staaten, alarmieren die Polizisten ICE-Ermittler und ste­cken Angel in Untersuchungshaft.

Drei Schüsse treffen Angel in Bauch, Schulter, Hals.

Zwei Monate sitzt er im Gefängnis in Houston. Die Brüder schalten einen Anwalt ein und zahlen das Honorar, 4000 Dollar. Angel beantragt politi­sches Asyl, sein Leben sei in Gefahr, belegt durch das Dokument 0511-538-2013, aber er hätte dies bereits bei der Einreise melden müssen. Im Juni 2015, noch unter Obama, der mit mehr als zwei Millionen so viele Menschen ab­schieben liess wie kein Präsident vor ihm, wird Angel ohne Verhandlung nach Honduras deportiert.

Er ist der erste Díaz, der gehen muss – und nicht der letzte.

Die Lage in Potrerillos hat sich in den knapp zwei Jahren weiter zuge­spitzt. Nicht nur die MS-13 knöpft der Familie Díaz Schutzgelder ab, sondern nun auch die Gang Barrio 18 an der Endhaltestelle in der Industriestadt San Pedro Sula. Wer nicht zahlt, erhält mit Glück erst eine Warnung, beim nächsten Mal die Kugel. Zwölf Busfah­rer wurden bereits ermordet.

Zudem gilt, wer in den USA war wie Angel, als reich und muss zusätz­lich eine Migrantenprämie abdrücken, noch mal 300 Dollar pro Monat.

Dennoch entscheidet sich auch Os­car, der Jüngste, kurzzeitig zurückzu­gehen, um bei dem deportierten Bru­der zu sein. «Mich beschlich eine dunk­le Ahnung», sagt er rückblickend. «Meinetwegen begann diese ganze Flucht. Und nun war Angel allein, eine Zielscheibe für die Banden.» Zudem will Oscar Frau und Kinder nachholen. Er will ihnen die gefährliche Flucht in die USA nicht allein zumuten.

Angel steigt wieder als Fahrer im Familienunternehmen ein. Er arbeitet ununterbrochen, um die Rückkehr zu Frau und Kindern in die USA zu finan­zieren, sieben Tage die Woche, vier­zehn Stunden täglich, bis sein Vater ihm am 13. Juli, einem Montag, rät: «Nimm dir heute mal frei. Du brauchst das.»

«Heute nicht», erwidert Angel. «Montags im Berufsverkehr ist viel zu verdienen.»

Am selben Abend um 19.30 Uhr, gegen Ende der Schicht, ist Angel im Stadtteil Las Brisas in der Dämmerung kurz vor dem Ende der Route. Der letz­te Passagier ist ausgestiegen. Da nä­hern sich drei Männer dem Kleinbus und werfen einen flüchtigen Blick hin­ein. Dann schiessen sie durchs Seiten­fenster. Drei Schüsse treffen Angel in Bauch, Schulter, Hals.

Sein Vater, der an der Endhalte­stelle auf ihn wartet, ist nur drei Minu­ten später am Tatort. Er startet Wie­derbelebungsversuche, legt Angel auf den Beifahrersitz, fährt zum Roten Kreuz. Auch Oscar kommt hinzu: «Das sollte ich sein. Die haben uns verwechselt. Wir Díaz sehen alle gleich aus.»

Angel stirbt vier Wochen nach sei­ner Abschiebung um 19.45 Uhr in den Armen seines Vaters. Der Erste der Díaz 5. Da sind sie nur noch vier.

Später sagt Oscar: «Ich muss ewig damit leben, dass mein Bruder für mich starb. Wie lebt man damit?»

Vater Díaz

Die Grabplatte ist aus geschliffenem Felsstein. Die Plastikblumen stecken in einer Colaflasche. In dünn gemeis­selten Buchstaben steht auf einem Kreuz: Angel Alexander Díaz Morales, 13.7.2015.

Es ist ein heisser Tag Anfang 2018. Vater Alex beugt sich über das Grab und rückt die Blumen zurecht. Er flüs­tert: «Ich vermisse dich, mein Sohn.»

Sein Blick ist trüb. In der Stirn sit­zen tiefe Kerben. Alex Díaz ist kein Mann grosser Worte, sein Leben be­stand aus Arbeit und seinen Kindern, er ist erst fünfzig, wirkt dem Ende aber schon nah.

Neben Angels Grab liegen weitere Gräber von Teenagern und jungen Männern – Mordopfer der Gangs oder der Bandenkriege, die Todesursache Nummer 1 in Honduras. Es ist ein Män­nerfriedhof, Frauen sind kaum unter den Opfern. «Frauen suchen die Nähe der mareros», sagt Vater Díaz angewi­dert. «Die sind die grosse Attraktion, so wie Rockstars.»

Jedes Haus ist von hohen Zäunen umgeben. Jede Strasse hat Tatorte.

Es ist eine Anspielung auf Angels Ehefrau, die Witwe Suria López. Sie bandelte nach der Ermordung ihres Mannes mit einem marero an. «Das hat sie nun davon», sagt Alex senior. «Der marero wurde ermordet. Jetzt ist sie mit dem nächsten zusammen.»

Ein Treffen mit Suria findet unter konspirativen Umständen statt. Eine schlanke Frau mit langen dunklen Lo­cken, der die Angst ins Gesicht ge­schrieben ist. Sie redet sich zunächst heraus, gibt dann aber zu: «Ich tu es für meine Kinder. Es ist das Sicherste, sich mit den Machthabern einzulassen.»

Sie folgt einer verstörenden Logik: Die Mörder ihres Mannes sind die Ga­ranten ihres Lebens.

Es ist eine gesetzlose Gegend, dreissig Kilometer südlich von San Pe­dro Sula, der Stadt mit einer der höchs­ten Mordraten der Welt. Zersiedelt liegt Potrerillos an der Ausfallstrasse, umgeben von einigen Zuckerrohrfel­dern und Billigfabriken, maquilas ge­nannt. Vor jedem Geschäft stehen be­waffnete Wachen. Jedes Haus, auch das einfachste, ist von hohen Zäunen umgeben. Jede Strasse hat Tatorte. Banken sind Festungen. Die Nachrich­ten, die aus Honduras kommen, dre­hen sich um manipulierte Wahlen und Morde an Umweltschützern. Es ist ein Leben nah an der Apokalypse, in einem Staat, den man als gescheitert bezeichnen muss.

Vater Díaz fährt an den Tatort, ein unbesiedeltes Stück Strasse zwischen Maisfeldern und einer verwaisten Fab­rik. Er tut dies jeden Tag. Er rekonstru­iert die Tat, die drei Schüsse, als wollte er endlich verstehen, was passiert ist. Er holt Fotos des ermordeten Jungen hervor, das einbalsamierte Gesicht des Toten, er ist wie versunken in der Ge­walt, die den Söhnen angetan wurde.

Hatten Sie nie den Gedanken an Rache?

«Ständig. Ich habe überlegt, einen Auftragskiller anzuheuern, doch dann töten die mareros alle meine Kinder.»

Warum töten die Banden nicht Sie?

«Sie wissen: Sie treffen mich viel mehr, wenn sie meine Kinder töten.»

Hat die Polizei ermittelt?

«Die stecken unter einer Decke. Die Polizisten geben Informationen an die Gangs weiter. Deswegen habe ich keine Anzeige erstattet. Ich habe extra gesagt: Ich will nur ein Protokoll der Tat. Keine Anzeige.»

Er hat keine andere Wahl als zu schweigen. Es ist das inoffizielle Lan­desmotto: Mire y callese. Schauen und die Klappe halten.

Und seine Söhne immer wieder nach Norden zu schicken.

Oscar. Díaz Nr. 5

Am Tag nach dem Mord an Angel flieht Oscar mit seiner Frau und den drei kleinen Kindern aus Potrerillos in eine Hütte auf dem Land, 200 Kilometer entfernt. Hier planen sie die Weiter­flucht in die USA. Er ist noch immer ge­zeichnet vom Mordversuch knapp zwei Jahre zuvor, der Rücken unter konstan­ten Schmerzen, die Seele traumati­siert. Oscar soll, entscheidet die Fami­lie, Steven, den neunjährigen Sohn sei­nes Bruders Alex, mitnehmen, der sonst als Teenager zum Rekrutie­rungsziel der MS-13 werden könnte.

Für die Flucht von sechs Personen brauchen sie weitere 24'000 Dollar. Der Vater hat nichts mehr, aber die drei Brüder in den USA schicken nun ihr letztes Geld, Oscar verkauft sein Haus. Insgesamt übersteigen die Fluchtkos­ten der Familie Díaz in diesen Jahren 80'000 Dollar.

Sie gehören zu den privilegierten Flüchtlingen. Viele andere Familien landen mittellos an der Grenze und stranden in mexikanischen Lagern.

Im Oktober 2015 brechen Oscar und seine Frau Julia in der Nacht mit den vier Kindern Richtung Norden auf. Diesmal wählen sie eine Route über Mexiko-Stadt und Monterrey nach Reynosa. Doch sie haben nicht das Glück der ersten Flucht. Die US-Gren­ze ist besser gesichert – mit 20'000 Grenzschützern und mit Helikoptern, mit Aufklärungsdrohnen und beritte­nen Fahndern. Schon kurz nach der Überquerung des Rio Grande werden sie aufgegriffen von der migra, wie die Grenzpolizei genannt wird. Sie bitten um Asyl und dokumentieren sowohl den Mord an Angel als auch den Mord­versuch an Oscar selber.

Doch die ICE-Ermittler machen nun von einer neuen Praxis Gebrauch: Sie trennen die Familie. Eine Methode, die sie zunächst sporadisch, unter Trump nun systematisch anwenden und die als Abschreckung dienen soll, wie es Justizminister Jeff Sessions for­muliert. Sessions bezeichnet Eltern, die mit ihren Kindern fliehen, als Schmuggler: «Wenn du ein Kind schmuggelst, werden wir dich verfol­gen, und dieses Kind wird dir wegge­nommen.»

Zum ersten Mal in der 400 Jahre alten Einwanderungsgeschichte der USA nimmt die Regierung eine Hal­tung ein, die sich explizit gegen das Wohl von Kindern richtet. Aus der Familie Díaz machen die Beamten einen Präzedenzfall. Oscars Frau Julia und die drei Kinder werden registriert und dürfen bis zur Prüfung ihres Asylantrags bleiben. Der neun­jährige Steven wird als «unbegleiteter Minderjähriger» von den anderen getrennt und weinend dem Office of Re­fugee Resettlement übergeben – wie mehr als 2300 andere Kinder auch. Nach drei Tagen transferiert man ihn in ein Auffanglager ins 3000 Kilome­ter entfernte New York, ein Akt, den Bürgerrechtler als staatliches Kidnapping anprangern. Die Familie erfährt nichts über Stevens Verbleib.

Oscar wird registriert als Illegaler A208376104 und in ein Gefängnis nach Miami transportiert; erst gegen Zahlung von 15'000 Dollar Kaution dürfe er raus. Die Familie hat nun aber kein Geld mehr.

Auch für Stevens Vater, Alex ju­nior, den Mittleren der Díaz 5, hat die Festnahme gravierende Folgen. Er fährt von Dallas nach New York ins Auffanglager für Flüchtlingskinder, eines von mehr als hundert im Land, und belegt mit Dokumenten, dass er Stevens Vater ist. Doch die Behörden verlangen weitere Unterlagen, Einkommensnachweise, Mietvertrag, Führungszeugnis. Sie tauschen die Daten mit dem Heimatschutzministe­rium aus, sodass Alex nun in der Datenbank als illegal alien unter seiner Adresse in Dallas registriert ist. Täg­lich können die ICE-Ermittler damit an seine Tür klopfen.

Wenn sie irgendwann depor­tiert sind, haben die USA über 50'000 Dollar an ihrer Flucht verdient.

Er war vor dem Tod in Honduras geflohen. Nun steht er im Zufluchts­land vor einer neuen Notlage: Wie be­freie ich meinen Sohn aus den Fängen des US-Staates? Derweil wird sein Bruder Oscar bis zur Anhörung vor einem Migra­tionsgericht gegen Kaution aus der Haft entlassen, muss aber eine elekt­ronische Fussfessel tragen. Er wird da­mit, wie 12'500 andere Flüchtlinge, auf Schritt und Tritt erfasst, unter der Nummer KROS-16-00015. Die Kau­tion in Höhe von 15'000 Dollar muss er – zu einem Zinssatz von 15 Prozent – über zwei Jahre abzahlen plus eine Be­nutzungsgebühr von monatlich 420 Dollar für die Fussfessel. Insgesamt übersteigt der Betrag 28'000 Dollar, ironischerweise ähnlich viel, wie er in Honduras in Form von Erpressungs­geldern an die Gangs abdrücken muss.

Profiteur ist das Unternehmen Li­bre by Nexus (200 Angestellte, 30 Mil­lionen Dollar Umsatz), das Tausende von Kautionszahlungen für Migranten arrangiert. Es gehört zu einer Reihe privater Unternehmen, die von der drakonischen Migrationspolitik der USA profitieren, darunter viele, die als Unterstützer Präsident Trumps fun­gieren, wie Wahlunterlagen belegen. Auch Southwest Key gehört dazu, die Firma, die Arrestlager für die von den Eltern getrennten Kinder betreibt und Regierungsaufträge im Wert von 955 Millionen Dollar einstreicht. Sowie das Rüstungsunternehmen General Dynamics und die Sicherheitsfirma MVM, die einst US-Truppen im Irak ausrüstete.

Die Not der Flüchtlinge, so stellt sich zunehmend heraus, ist ein Milliar­dengeschäft. Auf mexikanischer Seite existiert eine Industrie der Flücht­lingsschmuggler und -erpresser. Auf amerikanischer Seite eine der Flücht­lingsjäger und -verwalter.

Oscar und seine Familie wohnen in einer Leichtbausiedlung am Rand von Dallas, seelenlos in die Prärie ge­baut, eine Kulisse der Trostlosigkeit.

Ein Märztag 2018, zehn Grad, Os­car macht sich auf den Weg zum Casi­no, wo er als Bodyguard arbeitet. Das ist Amerika 2018 in all seiner Bigotterie: Er ist ein Illegaler, trägt aber als Sicher­heitsmann Waffe und Schlagstock.

Seine Frau Julia kommt eben von einem Putzjob im Holiday Inn nach Hause. Aus Angst vor Razzien nimmt sie nicht mehr den Sammelbus für Mit­arbeiter. Auch Oscar wählt für seinen Arbeitsweg nicht mehr die Hauptstras­sen, aus Angst vor Kontrollen. Die Fussfessel verbirgt er unter langen Jeans und hohen Strümpfen.

Die beiden sind abwechselnd bei den Kindern, sie arbeiten rund um die Uhr, um sich die Anwaltskosten (9000 Dol­lar) und die hochverzinste Kaution leisten zu können. Die Asylbehörde hat beschieden, dass sie eine «glaub­würdige Furcht vor Folter oder Verfolgung darlegten», dennoch wird ihr Ausweisungsverfahren für 2019 anbe­raumt. Wenn sie irgendwann depor­tiert sind, haben die USA über 50'000 Dollar an ihrer Flucht verdient.

Es ist der Inbegriff amerikani­schen Innovationsgeistes: Selbst aus der Not der verwundbarsten Men­schen wird noch eine Industrie.

Oscars drei Kinder blicken durch die vergilbten Gardinen auf den Park­platz. Es ist, darauf sind sie getrimmt, die Zeit von Trump. Deportationen finden laufend statt. Nachbarjungen wurden schon abgeholt. Die ICE-Trup­pen, gekleidet in Beige oder Blau, zie­hen von Haus zu Haus. Sie checken Arbeitgeber, Hotels, Geflügelfabriken, führen Razzien an Tankstellen durch.

Oscars Kinder haben klare Regeln: Nicht rausgehen. Nicht die Tür öffnen.

Dazu kommen Bürger, die, ermu­tigt durch Trumps Hetze, Ausländer denunzieren oder selber mit Waffen und Ferngläsern nach tonks suchen, wie der damalige ICE-Direktor Tom Homan die Flüchtlinge abwertend nannte – in Anspielung auf das Ge­räusch, das entsteht, wenn die Fahn­der Migranten mit der Taschenlampe über den Schädel schlagen («tonk»).

Der ausländerfeindliche Eifer ist umso erstaunlicher, weil gemäss einer Auswertung der US-Zollbehörde die Zahl illegaler Grenzübertritte auf einem historischen Tiefstand ist. Fest­nahmen verringerten sich von 1,6 Mil­lionen im Jahr 2000 auf 300'000 im Jahr 2017. Aber Fakten dringen nicht mehr durch in diesen hochemotio­nalen Zeiten, in denen Bürger Wut zu ihrem Lebensmotto machen.

Oscars Kinder haben klare Regeln: Nicht rausgehen. Nicht die Tür öffnen. Vor Kurzen haben Polizisten an der Tür geklopft. «Wir haben nicht aufge­macht», erklärt Oscar junior, 11, fach­männisch. «Sie dürfen die Wohnung nicht stürmen. Hier im Viertel öffnet keiner die Tür.»

Oscar junior übt Englisch mit sei­ner Schwester Ashley, 8. Sie sind Klas­senbeste. Sie sprechen Englisch ohne Akzent. Sie sind – in der Migrationster­minologie – dreamer, Migrantenkin­der, die auf ein Bleiberecht hoffen. Trump will auch das beenden – für 800'000 Migranten, die als Kinder in die USA kamen. Bisher hat er dafür aber keine Mehrheit im Kongress.

Im September wird ihr Geschwis­terchen zur Welt kommen. Es wird dann Amerikaner sein – in der Migra­tionsterminologie ein anchor baby, ge­zeugt zu Migrationszwecken. In dieser kleinen Wohnung in Nord-Dallas le­ben dann sechs Menschen derselben Familie aus vier unterschiedlichen Ka­tegorien: Oscar ist «Illegaler». Seine Frau Julia Asylsuchende. Die Kinder fallen unter das von Obama geschaffe­ne Dreamer-Programm. Das Baby wird gebürtiger Amerikaner, darf ohne Eltern aber nicht bleiben.

«Ich denke über eine neue Flucht nach», sagt Oscar erschöpft. Die Jahre haben ihm zugesetzt, er wirkt nieder­gerungen von Bedrohungen und Büro­kratie. «Hier in Texas spitzt sich die Lage zu.» In Bundesstaaten, die Trump gewählt haben, greifen ICE-Truppen in aller Härte durch, angestachelt von seinen Hetzparolen gegen «Vergewal­tiger», «Invasoren», «Mörder».

Aber wohin?

Vielleicht nach Trenton, New Jer­sey, überlegt er, zu seinem Bruder Mi­guel. In eine sanctuary city, die sich nicht aktiv an den Abschiebungen be­teiligt. Dort sind die Chancen grösser, eine Deportation zu vermeiden.

Es wäre eine Flucht im Fluchtland.

Miguel. Díaz Nr. 2

Das Viertel The Bottom in South Tren­ton ist ein kleines Stück Lateinamerika an den Randzonen der Bürgerlichkeit. Aus den Holzhäusern dringt der rhyth­mische Sound von Salsa und Reggae­ton, aus den Küchen der Duft von Ta­males und Tacos. Aber es hat sich et­was geändert: Das Leben spielt nun drinnen. Draussen warten Gefahren. 2018: eine neue Zeit.

Für Miguel, den zweitältesten Díaz, ist Trenton das Gegenteil des American dream. Er lebt in einem un­dichten Holzhaus und zahlt eine hohe Miete, 1200 Dollar. Er musste sein Stu­dium in Honduras aufgeben und ver­dient sein Geld jetzt als Tagelöhner mit Schneeschippen und Gartenarbeit. Es ist der Abstieg, der mit der Flucht ein­hergeht. Aber immerhin will ihn hier keiner töten.

Es ist morgens um sechs an einem grauen Tag, der nie richtig erwachen wird. Ein Blizzard von den Great Lakes soll Schnee bringen. Miguel ist im Ge­ländewagen auf dem Weg zum Job. Ta­gelöhner stehen wie Huren an der Ecke und warten darauf, dass sie jemand ab­holt. Hispanische Arbeitskolonnen ziehen das ganze Jahr durch gutbür­gerliche Viertel: jäten Unkraut, schnei­den Hecken, spritzen Herbizide. Im Sommer pflegen sie die Gärten, im Winter schippen sie Schnee. Dazwi­schen gibts nicht viel ausser dem Auf­räumen nach einem Sturm.

Jessica konnte nur zwei ihrer vier Kin­der mit auf die Flucht nehmen. Die anderen hat sie nicht wieder­gesehen.

«Ich hoffe auf viel Schnee im Win­ter und grosse Dürre im Sommer. Auf Wetter, das verrückt spielt», zählt Mi­guel auf. Die Klimaerwärmung ist der Freund aller Migranten. Miguel ist der Intelligenteste der Díaz 5. Der Einzige mit Studium, ein Exot in der Arbeiterfamilie. Er sieht aus wie sein Vater, kein Jahr jünger, Hundert Kilo Körpermasse, das Ge­sicht verbraucht, «Spuren von Arbeit und Sorgen», sagt er lakonisch.

Es hat sich viel geändert seit Trump. Miguels Autofahren ist eher ein Spiessrutenlauf. «Siehst du den Wagen da vorn?» sagt er. «Das ist State Police, die überprüft gern die Papiere von Hispanics. Die Bundespolizei nimmt dich sofort hoch. Die ICE-Trup­pen fahren in Zivilautos und haben Spione in unserer Gemeinschaft; mei­nen Freund aus Guatemala haben sie gerade gefasst. Nur die örtliche Polizei fragt nie nach dem Aufenthaltsstatus.»

200 Städte in den USA, fast alle re­giert von Demokraten, haben sich zu sanctuary cities erklärt. Sie weigern sich, bei Abschiebungen mitzuhelfen, ein Akt des Widerstands gegen ihren republikanischen Präsidenten. Auf ihre Art leben die Díaz 5 zwischen den Fronten der beiden grossen Parteien. Aber auch zwischen den Polen der ­Gesellschaft. Zwischen progressiven Küsten und konservativem heartland. Und – auf einer grösseren, weltweiten Skala – zwischen Globalisten und Nati­visten. Zwischen liberaler Willkom­menskultur und neunationalistischer Abschottung.

Vor einem Jahr hat Miguel seine Familie nachholen lassen, seine Frau Jessica und zwei Kinder. Sie standen vor einer furchtbaren Entscheidung: Jessica konnte nur zwei ihrer vier Kin­der mit auf die Flucht nehmen, sonst würde sie zu teuer und gefährlich. «Wir entschieden uns für die Jüngste und die Älteste», sagt er.

Warum?

«Die Jüngste, weil sie uns am meisten braucht. Die Älteste, weil ihr in dem Alter Vergewaltigungen durch die Gangs drohen. Sie ist dreizehn.»

Und die beiden anderen?

«Sind bei Verwandten geblieben. Wir haben sie bis heute nicht wieder­gesehen.» Die Entscheidung nagt an ihm und seiner Frau. Man spürt es an ihrer Stil­le. Später am Tag sitzen sie stumm im Wohnzimmer, das Essen auf dem Schoss, an der Wand Familienfotos, kalter Wind pfeift durch die Ritzen.

«Trump hat sein Ziel erreicht», sagt Miguel ansatzlos. «Heute haben alle Angst, selbst Migranten, die seit vierzig Jahren hier leben. Angst in ihren Häusern. Bei der Arbeit. Beim Einkaufen. Angst überall.»

Im Mai hat Trump den Schutz­status für Honduraner gestrichen – trotz Protesten von 600 religiösen Würdenträgern. Eine Entscheidung, die humanitäre Organisationen als «Todesurteil» interpretieren. Etwa 90'000 Honduraner besassen wegen der Gefahren in der Heimat die Er­laubnis, in den USA zu bleiben.

Miguel sieht es so: Er ist seit fünf Jahren auf der Dauerflucht. Ob nun in Honduras oder Amerika.

Und wenn man sie aufspüren soll­te?

«Dann tauchen wir unter und ge­hen in einen anderen Bundesstaat.»

Und wenn man sie deportiert?

«Kommen wir zurück.»

Und wenn Trump die Mauer baut?

«Wenn El Chapo meterlange Tun­nel graben kann, können wir das auch. In Honduras wartet der Tod auf uns.»

Nach einer Pause sagt Miguel: «Grössere Sorgen mache ich mir um Luis. Er steht vor der Deportation.»

Luis. Díaz Nr. 1

Zu der Zeit, Anfang 2018, sitzt sein äl­tester Bruder Luis 1500 Kilometer ent­fernt im Gefängnis in Alabama. Wie etwa 220'000 Migranten pro Jahr steht er vor der Abschiebung. Er teilt den Trakt mit anderen Flüchtlingen und mit Kriminellen, gar Gangmitgliedern der MS-13.

Es ist eine bizarre Konstellation: In Honduras sind die Maras seine Tod­feinde – hier sind sie Zellennachbarn. Er floh 3000 Kilometer, um ihnen so nah zu sein wie nie zuvor.

Luis hat in Miami und South Caro­lina gearbeitet, als Türsteher, Bauarbei­ter, als Wachmann und Dachdecker. Er und seine Brüder bauten Amerika nach der Grossen Rezession wieder mit auf. Sie machten America great again.

Auf dem Weg von Florida nach Te­xas geriet er in Alabama in eine Routi­nekontrolle der Polizei. Man fand Be­täubungsmittel im Auto, die einem Kol­legen gehörten, aber man glaubte Luis nicht und verbuchte ihn als Dealer, da­mit in der Kategorie, die Trump «Un­geziefer» nennt. Trump setzt Immig­ranten oft mit Verbrechern gleich, ob­wohl die Statistik belegt, dass die Verbrechensrate unter Migranten ge­ringer ist als unter US-Bürgern.

Zwanzig Monate sass Luis in U-Haft. Die Brüder übernahmen die An­waltskosten, doch als «Illegaler» in Alabama, einem der konservativsten Bundesstaaten, hatte er keine Chance. Während in New Yorker Gerichten 60 Prozent der Asylfälle anerkannt wer­den, sind es in Staaten wie Alabama nur 5 Prozent. Er dokumentierte die Morddrohungen gegen seine Familie, doch die Gegenfrage lautete: Werden Sie verfolgt aufgrund Zugehörigkeit zu einer Rasse, Religion, Nationalität oder politischen Meinung – gemäss den Kri­terien der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1951 Kategorien, die 2018 auf Millionen Flüchtlinge weltweit nicht mehr zutreffen. Seine Antwort lautete: «Nein. Mir droht der Tod, weil die Gang das so will. Es ist ein Terrorregime.»

Nach weiteren Wochen Abschie­behaft wird Luis schliesslich depor­tiert. Man steckt ihn und 200 andere Honduraner in ein Flugzeug nach San Pedro Sula. Dreimal pro Woche landen die voll besetzten Maschinen der US-Luftwaffe in der zweitgrössten Stadt von Honduras. Sie bringen die Ge­scheiterten, eher: die Gefährdeten.

Inzwischen bieten Strassenhänd­ler in Honduras die Flucht für 8500 Dollar an.

Vater Díaz empfängt Luis gemein­sam mit dessen kleinem Sohn am Flug­hafen. Es ist ein drückend heisser Tag im Januar 2018, in der Luft hängt die bleierne Schwüle vor einem Tropen­sturm. Die drei vergiessen ein paar Trä­nen – der Wiedersehensfreude, aber auch der Enttäuschung und Sorge. Luis sieht erledigt aus, ein Mann, dessen Haut lange keine Sonne gesehen hat.

Sie gehen über einen Seitenaus­gang schnell zum Auto – Luis darf nicht gesehen werden. Die Gangs positio­nieren Späher am Flughafen, um Fein­de zu identifizieren und Rückkehrer aus den USA erpressen zu können.

Vater Díaz besorgt seinem ältesten Sohn einen Job als Busfahrer für 500 Lempira am Tag, etwa 20 Dollar. Er stellt eine Bedingung: Luis müsse im Untergrund bleiben, das Haus nur im Dunkeln verlassen, in keine Bar, an keinen öffentlichen Ort gehen. «Wir müssen genug sparen, damit du schnell zurückkannst. In einen siche­reren Teil, vielleicht Kalifornien.»

Inzwischen bieten Strassenhänd­ler in Honduras die Flucht für 8500 Dollar an. Luis könnte die Grenze auf eigene Faust überqueren, aber es gibt Berichte, dass Schleuser solche Flücht­linge ermorden, um Nachahmer abzu­schrecken.

Eine legale Rückkehr in die USA ist mittlerweile für die ganze Familie aus­geschlossen. Als Teil der im Mai ausge­rufenen zero tolerance policy hat Justiz­minister Sessions in der Anordnung 3929 verfügt, eine Bedrohung durch Gangs und Vergewaltigungen stelle nun keinen Asylgrund mehr dar. Trump hat zudem Tausende National­gardisten entlang der Grenze statio­niert und ICE-Agenten schon in Mexi­ko postiert, um Asylsuchende zu war­nen: «Es gibt keinen Platz, um euch aufzunehmen.» Eine Aktion, die amerikanisches und internationales Recht bricht.

Im August 2018 besuchen wir Luis erneut. Er lebt nun bei einer Frau in einem Mietshaus am Ortsrand. Er ist der Impulsivste der fünf, die Arbeit hat ihm ein breites Kreuz verschafft, wie allen Brüdern. Auch die Sprachlosig­keit ist ähnlich, die sich erst langsam löst, das angeeignete Misstrauen gegenüber Fremden.

Sie bewegen sich jetzt frei im Ort?

«Ich ertrage die Enge nicht län­ger», sagt er. «Ich bin ein freier Mann. Dies ist meine Stadt. Ich beuge mich dem organisierten Verbrechen nicht mehr.»

Sein Vater sitzt neben ihm. Sie trinken Limonade und essen Koteletts, die ihre Frauen servieren.

«Du bist verrückt. Das ist lebensgefährlich», sagt Vater Díaz.

«Alle sagen immer nur dasselbe.»

«Ein falsches Wort, und du bist tot.»

Luis sieht sich um. Er sitzt in einem dunklen Haus, das für ihn zum Gefängnis geworden ist. «Ich kann so nicht leben», sagt er. «Ich bin jetzt Mitte dreissig. Man kann nicht das ganze Leben in Angst verbringen.»

Am nächsten Tag ist Luis wieder als Busfahrer unterwegs. Es ist Freitag, Zahltag. Er übergibt Schutz­gelder an zwei jugendliche Mitglieder der Gang Bar­rio 18 an der Endhaltestelle in San Pedro Sula. Längst ist ihnen klar: Ein Díaz ist zurück. Es ist, als liefere sich Luis ihnen frei Haus.

«Ich kann ihn nicht zwingen. Er ist erwachsen», sagt sein Vater verzweifelt. «Ich will ein normales Leben», sagt Luis. «Wenn ich sterben muss, dann aufrecht.» Dann geht er raus. Er will noch mal trinken. Die ganze Nacht.

Alex junior. Díaz Nr. 3

Wenn einer der Díaz 5 einen Ausweg gefunden hat, dann vielleicht Alex junior. Der Mittlere. Der Ausge­glichene. Auch der Pfiffigste.

Die Fahrt zu ihm führt aus Potrerillos in die Ber­ge, an den Hängen wachsen Kaffeesträucher und Ba­nanenstauden, endlose Plantagen, bis nach drei Stunden San Luis auftaucht, eine kleine Bergstadt mit nur drei Zufahrten. Es ist die Gegend der cafete­ros, der Kaffeebauern.

Alex junior und seine Familie leben in einem Haus, das den Häusern in den Südstaaten nachemp­funden ist, ein Flachbau, amerikanische Küche, ame­rikanischer Kühlschrank, TV-Sessel.

Sie sind drei Monate zuvor nach Honduras zu­rückgekehrt, weil das Versteckspiel in den USA sie an den Rand des Wahnsinns führte, dieses Leben in der Illegalität. «Ich habe meinen Sohn Steven aus dem Heim in New York zurückbekommen», sagt Alex, «aber da war er schon depressiv. Und wir hatten stän­dig Angst, dass die Truppen mich holen und die Kin­der allein bleiben.»

Es ist wohl so: Sie sind gleichzeitig die Opfer von Trump und seine Trophäen.

Alex trägt einen korrekt gestutzten Bart und eine Baseballkappe wie alle Díaz. Sein Blick ist wach, sein Aussehen etwas urbaner, obwohl er so weit entfernt ist vom urbanen Leben wie keiner der Brüder. Er hat in San Luis einen Friseursalon aufgemacht, er nimmt 50 Lempira pro Haarschnitt, zwei Dollar, und kann alles behalten. Er ist der Einzige in der Familie, der keine renta an die Gangs zahlt.

Die Drogenkartelle haben sich in Zentral-Honduras eine heile Welt ge­schaffen. Sie sind Anzugträger, Anwälte, Minister.

Auf seinem Schoss sitzt Justin, sein in den USA geborener Sohn, gerade drei. «Er hat eine grosse Zu­kunft», sagt Alex. «Alle Frauen werden mit ihm zu­sammen sein wollen, er hat die amerikanische Staats­bürgerschaft. Es gibt kein besseres Startkapital.»

Daneben sitzt sein älterer Sohn Steven, 12. Ein schüchterner Junge, der von einem Trauma (Flucht) in das nächste geriet (Familientrennung) und später in ein weiteres (Deportation). Ein Gespräch mit Ste­ven über die Vorkommnisse ist nicht leicht. Er hat die erzwungene Trennung durch US-Beamte als Entfüh­rung erlebt, als Entreissen aus dem Schutz der Fami­lie und brutale Überführung in ein Internierungs­lager 3000 Kilometer entfernt. «Die Betreuer in New York waren nett, aber ich habe mich gefühlt wie ein Verbrecher.»

Jetzt aber, sagt Steven, ist die Lage am allerge­fährlichsten. Er ist in dem Alter, da die Gangs ihn mit Gewalt rekrutieren und zum Töten abrichten – Haupt­grund für die Flucht vieler Teenager. Ihm bleibt dann nur die Wahl: Mitmachen und morden – oder fliehen. «Ich möchte nur leben», sagt er.

Hier in San Luis sind sie einigermassen in Sicher­heit. Sie leben im «Narcoland». Die Drogenkartelle haben sich in Zentral-Honduras eine heile Welt ge­schaffen. Sie waschen hier ihr Geld und investieren es in Landepisten, Kaffeeplantagen, Ländereien. Sie sind Anzugträger, Anwälte, Söhne von Präsidenten, Minister. Sie haben ihre eigene Privatarmee. Sie sind besser bewaffnet als Staat und Gangs zusammen.

Die Maras versuchten, ins Territorium einzudrin­gen, wurden aber abgefangen und ermordet. Es ist nicht anders als zwischen Staaten: eine Frage der bes­seren Rüstung. Alex sagt: «Die Narcos töten die Leute wenigs­tens nicht. Sie knöpfen ihnen keine Schutzgelder ab. Sie wollen nur in Ruhe ihr Business durchziehen.» Für ihn das geringere Übel. Sie machen ihr Geld mit Drogen und den Süchten der Yankees. Die Maras da­gegen machen es mit dem Terror der Bevölkerung. «Man kann ihr Business kritisieren, aber Moral ist ein Luxus, den man sich hier nicht leisten kann.»

Könnte das die Lösung für Honduras sein? Gar ein Modell? Die Drogenmafia vertreibt die morden­den Gangs unter den Augen des Staates? Es klingt wie der Stoff eines dystopischen Films.

Vater Díaz kommt zu Besuch. Es ist August 2018. Die USA haben die Tore für Honduraner inzwischen endgültig geschlossen. Sein Sohn Oscar hat bereits eine vorgezogene Vorladung vor das Abschiebungs­gericht erhalten. Díaz senior ist besorgter noch als bei unserem ersten Treffen achtzehn Monate zuvor. Er sucht einen sicheren Ort für die ganze Familie und fragt sich: Könnte er Luis hierher zu Alex schicken? Sogar Miguel und Oscar aus den USA? Alle vier ihm gebliebenen Söhne?

Es könnte, so glaubt er, die vorübergehende Ret­tung der Familie Díaz sein, der zarte Hoffnungs­schimmer inmitten der Tragödie:

Exil im Narcoland.

(Das Magazin)

Erstellt: 26.09.2018, 21:30 Uhr

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