Clintons Penis-Problem

Seine Sexting-Sucht kostete Anthony Weiner alles: Karriere, Ansehen und nun seine Ehe. Das bringt auch Hillary Clintons Kampagne in Verruf – wegen Weiners Frau.

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Es ist der Dauerbrenner unter den amerikanischen Politskandalen: Anthony Weiner und seine Sex-SMS. Am Wochenende enthüllte die «New York Post», dass der verheiratete Demokrat erneut mit einer Frau anzügliche Nachrichten ausgetauscht hatte – darunter ein Bild von seinem erigierten Penis in seiner Unterhose, neben ihm im Bett lag sein 4-jähriger Sohn. Bereits 2011 und 2013 wurden Sexnachrichten öffentlich, sie kosteten Weiner seinen Sitz im US-Kongress und seine Wahl zum Bürgermeister von New York. Weiner entschuldigte sich damals öffentlich, gelobte Besserung und zeichnete danach in mehreren Interviews und Homestorys das Bild des geläuterten Familienvaters.

Offenbar konnte Weiner dennoch nicht widerstehen – zu viel für seine Frau, die bislang zu ihm gehalten hatte. Am Montag gab Huma Abedin die Trennung bekannt. «Nach langer und schmerzhafter Überlegung und Arbeit an meiner Ehe habe ich mich dazu entschieden, mich von meinem Ehemann zu trennen», liess Hillary Clintons Vize-Kampagnenmanagerin als Reaktion auf die jüngste Enthüllung verlauten.

Gefundenes Fressen für die Widersacher der demokratischen Präsidentschaftskandidatin: Er gratuliere Abedin zu ihrer Entscheidung, sagte Donald Trump. Nur um die Trennung danach zu einer Frage der nationalen Sicherheit zu machen: «Ich sorge mich um das Land, weil Hillary Clinton Weiner erlaubt hat, so nahe an hochgeheime Informationen zu kommen. Wer weiss, was er erfahren hat und was er weitererzählt hat?»

Umstrittene Vertraute

Damit rückt Abedins Nähe zu Clinton erneut in den Fokus. Abedin ist die engste Vertraute der Präsidentschaftskandidatin, seit ihrer Zeit als Praktikantin im Büro der damaligen First Lady Mitte der Neunzigerjahre weicht die 41-Jährige nicht von ihrer Seite. Abedin ist dabei nicht unumstritten. Sie soll laut einem Bericht der «New York Times» Privatpersonen Zugang zu Clinton während deren Zeit als Aussenministerin verschafft haben – als Gegenleistung für Spenden an die Clinton-Stiftung. Von dieser soll Abedin während ihrer Arbeit im Aussenministerium auch selber Geld erhalten haben.

Die republikanische Medienlandschaft sieht darin einen weiteren Beleg für die Verstrickungen Clintons in dubiose Geldgeschäfte. «Hillary Clinton verwandelte das Aussenministerium in einen Goldesel, der ihr Millionen an Dollar zweifelhafter Herkunft einbrachte», schreibt etwa das rechtskonservative Portal «Breitbart».

Die Entscheidung, sich von Weiner zu trennen, dürfte für Abedin auch ein Versuch gewesen sein, ihre Arbeit für Clinton aus der Schusslinie zu nehmen. «Der beste Weg, ein Problem loszuwerden, ist es loszuwerden», sagte ein demokratischer Berater zur «New York Times». Mit dem öffentlichen Ende der Ehe habe der Skandal um Weiner nun nichts mehr mit Clintons Kampagne zu tun. Ob sich der Nachrichtenwirbel also bald wieder legt, wie das Mitarbeiter aus dem Team der demokratischen Kandidatin hoffen, ist ungewiss. Bei den drei Spendengalas auf Long Island, die Hillary Clinton am Montagnachmittag besuchte, war ihre Vertraute jedenfalls nicht dabei. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.08.2016, 11:22 Uhr

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