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99 Prozent der Falkländer wollen britisch bleiben

Eine überwältigende Mehrheit der Bewohner der Falklandinseln will weiterhin ein Teil des Vereinigten Königreichs sein. Es gab nur drei Nein-Stimmen.

Feiern den Ausgang des Referendums: Bewohner der Falkland Inseln ziehen mit dem Union Jack durch die Strassen. (12. März 2013)
Feiern den Ausgang des Referendums: Bewohner der Falkland Inseln ziehen mit dem Union Jack durch die Strassen. (12. März 2013)
Reuters
«Unsere Inseln, unsere Entscheidung»: Zwei Frauen nach der Stimmabgaben auf den Falklandinseln. (10. März 2013)
«Unsere Inseln, unsere Entscheidung»: Zwei Frauen nach der Stimmabgaben auf den Falklandinseln. (10. März 2013)
AFP
Bereits die Jüngsten zeigen ihre Zugehörigkeit: Mädchen begleitet ihre Eltern ins Stimmlokal. (10. März 2013)
Bereits die Jüngsten zeigen ihre Zugehörigkeit: Mädchen begleitet ihre Eltern ins Stimmlokal. (10. März 2013)
AFP
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Falkland soll britisch bleiben: 99,8 Prozent der Inselbewohner haben sich in einem Referendum für den Erhalt des Status quo als britisches Überseegebiet ausgesprochen. Von den 1517 Wählern stimmten nur drei mit «Nein», wie die Wahlkommission der Inselregierung mitteilte.

Die Wahlbeteiligung lag nach Behördenangaben bei rund 92 Prozent - stimmberechtigt waren genau 1672 Menschen. Internationale Wahlbeobachter beurteilten die Abstimmung als frei, fair und «technisch einwandfrei».

Der Urnengang war von den Falklandbewohnern selbst in die Wege geleitet worden. Es bestand kein Zweifel daran, dass die überwältigende Mehrheit der Bewohner des Archipels weiter zu Grossbritannien gehören will.

Trotzdem feierten die Menschen in der Hauptstadt Port Stanley das Ergebnis frenetisch. «Hier ist soviel Lärm, es ist riesig», sagte Barry Elsby vom Lokalparlament der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. Hunderte Menschen feierten vor der Kirche, sängen und schwenkten Flaggen, berichtete Elsby.

Streit geht weiter

Grossbritannien forderte die argentinische Regierung umgehend dazu auf, den Willen der Inselbevölkerung zu achten. Argentinien, das Gebietsansprüche auf die rohstoffreichen Falklandinseln erhebt, solle das Ergebnis des Referendums «sorgfältig zur Kenntnis nehmen», sagte Premierminister David Cameron.

Argentinien erhebt seit langer Zeit Gebietsansprüche auf das Archipel im Südatlantik nur rund 400 Kilometer vor dem argentinischen Festland. Die Regierung in Buenos Aires fordert bilaterale Gespräche mit Grossbritannien über die Souveränität des Gebietes, wie es eine UNO-Resolution von 1965 vorsieht.

Die Forderungen wurden lauter, seit 2010 bekannt geworden war, dass vor den Falklandinseln ausbeutbare Vorkommen an Erdöl und Erdgas lagern.

Argentinien erkennt das Referendum auf den Falklandinseln nicht als bindend an. Es handle sich um ein «rechtlich wertloses Manöver», das nicht von den Vereinten Nationen überwacht worden sei, erklärte die argentinische Botschafterin in London, Alicia Castro.

«Wir respektieren ihre Lebensweise, ihre Identität», sagte Castro über die Bewohner der Falklandinseln. «Wir respektieren, dass sie weiter britisch sein wollen, aber das von ihnen bewohnte Territorium ist nicht britisch.»

Seit 1833 britisch

Grossbritannien werde «immer da sein, um die Bevölkerung zu verteidigen», sagte dagegen Cameron. Die 400 Kilometer vom argentinischen Festland entfernten Falklandinseln oder Islas Malvinas befinden sich seit 1833 unter Kontrolle Grossbritanniens, nachdem die britische Kolonialmacht die Vertreter der argentinischen Behörden vertrieben hatte.

Die argentinische Militärjunta hatte am 2. April 1982 versucht, die Falklandinseln zurückzuerobern. Der bis zum 14. Juni andauernde Krieg endete für das südamerikanische Land mit einer Niederlage. 255 britische Soldaten starben, auf argentinischer Seite gab es 649 Tote.

Seitdem haben die Briten ihren Militärstützpunkt auf den Falklandinseln deutlich ausgebaut. Die Regierung in London muss jährlich 200 Millionen Pfund (rund 284 Millionen Franken) für den Erhalt des Status quo aufwenden.

SDA/chk/bru

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