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Amerika wählt wieder lieber

Die jüngste Stimmbeteiligung in den USA dürfte die höchste seit einem Jahrhundert sein.

So viele Menschen, wie seit 100 Jahren nicht, wählten in den USA. Selbst dieser Beauty-Salon in Chicago wurde zum Wahllokal umfunktioniert.
So viele Menschen, wie seit 100 Jahren nicht, wählten in den USA. Selbst dieser Beauty-Salon in Chicago wurde zum Wahllokal umfunktioniert.
Keystone

Vorläufigen Prognosen zufolge sind am Dienstag 131 Millionen Amerikaner zur Urne gegangen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von rund 64 Prozent. Vor vier Jahren, als George W. Bush John Kerry besiegte, waren es 122,3 Millionen gewesen (55,3%). Man muss in der Geschichte relativ weit zurückgehen, um in den USA eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung zu finden: 1960, als John F. Kennedy gegen Richard M. Nixon antrat, stimmten 63,1 Prozent der US-Wähler. Allerdings war damals der Ausgang wesentlich knapper: Kennedy schlug Nixon um lediglich 0,2 Prozent aller Stimmen landesweit.

Fast gleich hoch wie am 4. November war die Wahlbeteiligung 1908: Damals zogen 66&nbspProzent der Wahlberechtigten den Republikaner William Howard Taft dem Demokraten William Jennings Bryan vor. Indes waren im 19. Jahrhundert noch oft über 75 Prozent aller stimmberechtigten Amerikaner zur Urne gegangen.

Experten führen die höhere Wählerzahl vom Dienstag nicht zuletzt auf den Umstand zurück, dass die Parteien, wie im vorletzten Jahrhundert, die Wähler wieder vermehrt direkt kontaktiert haben – 2008 per E-Mail, Youtube, Websites wie Facebook und Twitter oder per SMS. Auch ist das Wählen in den USA generell leichter geworden: 24,4 Millionen Amerikaner gaben ihre Stimme bereits vor dem Wahltag ab. Der Staat Arizona erlaubt zum Beispiel, dass Stimmberechtigte, die im Ausland Militärdienst leisten, via sichere Internetverbindung wählen können.

Am Ende aber wirkt sich stets auch die Motivation auf die Höhe der Wahlbeteiligung aus. «Je verzweifelter oder je hoffnungsvoller ein Wähler, desto grösser sein Interesse», sagt ein Experte.

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