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Sweet Home: Strategien für den RückzugAusgehen kann man auch zu Hause

Damit Ihnen nicht die Decke auf den Kopf fällt: Diese Tipps zeigen, wie Sie auch in den eigenen vier Wänden etwas erleben können.

Fernweh an der Wand mit der Tapete Travel Memories von Room 7. Foto über: 30s Magazine
Fernweh an der Wand mit der Tapete Travel Memories von Room 7. Foto über: 30s Magazine

Kinobesuche mit Freunden, Treffpunkt im Café oder die Städtereise ins Ausland sind gerade nicht angesagt. Die Infektionszahlen steigen, das Wetter wird unfreundlicher, und wir verbringen wieder viel Zeit zu Hause. Damit einem nicht die Decke auf den Kopf fällt und das Verhältnis zu den Mitbewohnern entspannt bleibt, ist es wichtig, sich auch auf noch so kleinem Raum zurückzuziehen zu können. Dabei helfen Fantasie, ein bisschen Umstellen und Umdenken.

1 — Bringen Sie das Bistro nach Hause

Lassen Sie sich von Bistros zu einer kleinen Rückzugsecke inspirieren.  Foto: Grand Café d'Athènes on Instagram
Lassen Sie sich von Bistros zu einer kleinen Rückzugsecke inspirieren. Foto: Grand Café d'Athènes on Instagram

Alles, was nicht mehr selbstverständlich ist, wird begehrenswerter. Kaffee trinken im Pariser Bistro etwa scheint gerade das Allerschönste zu sein. Es wird bestimmt auch wieder möglich. Doch bis dahin richten Sie sich sich am besten daheim eine kleine Bistro-Ecke ein. Es braucht nicht viel dazu: einen kleinen Tisch, zwei Stühle oder Sessel, eine kuschlige Ecke und ab und zu ein Tête-à-tête.

Erweitern Sie auch Ihren Menüplan in Richtung Bistro: Croque-Monsieur, Omeletten, grüne Bohnen, Frisée-Salat mit Chèvre chaud ... das ist doch schon fast wie in Paris! Dieses hübsche Bistro, das Grand Café d'Athènes, befindet sich zwar in Paris, ist aber griechisch, und auf seiner Karte stehen Köstlichkeiten wie griechisches Taboulé, Joghurt mit Honig oder Frites mit geriebenem Feta und Oregano . Das sind doch verlockende Inspirationen für kulinarische Fluchten!

2 — Kreieren Sie gemütliche Fensterplätze

Genau da und mit diesem von einem langen Spaziergang müden Hund möchte man jetzt sein. Foto: Frank Muytjens on Instagram
Genau da und mit diesem von einem langen Spaziergang müden Hund möchte man jetzt sein. Foto: Frank Muytjens on Instagram

Will man die Regeln des gelungenen Interiordesigns beachten, dann stellt man Sofas nicht mit dem Rücken zum Eingang wegen der Sicht aus dem Fenster. Doch gerade jetzt, in einer Zeit, in der das Zuhause ein Refugium und kein Herzeigeort ist, gelten die Regeln des Wohlbefindens. Kreieren Sie Fensterplätze! Ob mit Sofa, Sessel, Bett oder Bank: Hauptsache, sie sind gemütlich und lassen einen in den Himmel schauen, in die Sterne oder auf den Baum mit den goldenen Blättern und den Vögeln.

Ich habe auch ein Sofa an das Fenster gestellt, auf dem Sims sass Miss C., weich auf Kissen natürlich, und hielt Ausschau in den Garten nach Raben, Katzen und Füchsen. Das Sofa steht komplett falsch, denn wenn Besuch kommt, kann man gar nicht richtig zusammensitzen. Aber eben, falsch ist manchmal genau richtig.

Dieser kuschlige Fensterplatz gehört Frank Muytjens, dem ehemaligen Designer der Männerlinie von J. Crew. Sein entspannt eleganter Stil ist auch in seinem Zuhause erkennbar, was er wunderbar inspirierend auf Instagram zeigt.

3 — Verreisen Sie auf dem Sessel

Manchmal genügen die Idee und die richtigen Bücher, um vom Sessel aus in seine Lieblingsstadt zu reisen.  Foto: Ferm Living
Manchmal genügen die Idee und die richtigen Bücher, um vom Sessel aus in seine Lieblingsstadt zu reisen. Foto: Ferm Living

Einfach so ins Flugzeug oder in den Zug steigen, in eine andere Stadt reisen und dort Museen, Cafés, Parks und vieles mehr erobern! Das geht grad nicht, aber man kann davon träumen und lesen. Dabei denke ich jeweils an meinen Lieblingsbücherladen Daunt Books in London, den ich wohl lange nicht mehr besuchen kann. Dort sind alle Bücher nach Länder geordnet. Nicht nur Reisebücher, sondern auch Bücher von Autoren aus dem jeweiligen Land oder Romane, deren Geschichten in diesem Land spielen.

Meine letzte Reise war eine Pressereise nach Berlin und Potsdam. Ausser Erinnerungen, Fotos und Inspirationen habe ich auch Bücher mitgenommen, eins über Humboldt, einen Krimi aus dem Berlin der Zwanziger Jahre und eine kleine Geschichte über Deutschland. Auch habe ich die Bücher von Fontane wieder aus dem Regal geholt und weiss, dass ich so an regnerischen und langen Nachmittagen oder Abenden verreisen kann. Dieses bestickte Kopenhagen-Kissen ist von Ferm Living.

4 — Finden Sie vergessene Orte

Ob unter der Treppe, im Eingang, im Schlafzimmer oder in der Küche – es gibt Plätze in der Wohnung, die noch zu entdecken sind. Foto: &Tradition
Ob unter der Treppe, im Eingang, im Schlafzimmer oder in der Küche es gibt Plätze in der Wohnung, die noch zu entdecken sind. Foto: &Tradition

Etwas, das wir in den letzten Monaten gelernt haben, ist umdenken in Sachen Raumaufteilung und Raumnutzung. Aber man lernt nie aus. Machen Sie sich auf die Suche nach vergessenen Orten, nach Nischen und Ecken, Zwischengängen und Korridoren und nutzen Sie sie anders. Wo bis jetzt bloss Boden war, könnte ein Sessel mit Ablagetisch stehen. Solche Orte sind ein bisschen so wie ein Sitzplatz im Zug oder in einer Hotellobby: ein Ruhepunkt in einem bewegten Umfeld.

5 — Erweitern Sie den Horizont

Gestalten Sie Ihr Schlafzimmer wie eine Kajüte und füllen Sie darin Regale mit Lieblingsbüchern.  Foto: Hay
Gestalten Sie Ihr Schlafzimmer wie eine Kajüte und füllen Sie darin Regale mit Lieblingsbüchern. Foto: Hay

Erst kürzlich bin ich bei den neuen Wohntrends darauf eingegangen, dass das strikte Trennen von Räumen nach Funktionen nicht mehr zeitgemäss ist. Wie inspirierend es zum Beispiel sein kann, umgeben von Büchern zu schlafen, zeigt dieses Bild. Es geht hier zwar um den hübschen hellblauen Bettüberwurf von Hay, aber man verliebt sich ganz einfach in den Midcentury-Raum mit den eingebauten Bücherregalen. Er mutet fast schon ein bisschen an eine Schiffskajüte. Umgeben Sie sich also getrost in Ihrem Schlafzimmer mit Büchern und nutzen Sie es so für ruhige Lesestunden.

6 — Dämpfen Sie Lärm

Gegen Lärm kann man auch mit guten Einrichtungsideen ankämpfen.  Foto: Studio Ashby on Instagram
Gegen Lärm kann man auch mit guten Einrichtungsideen ankämpfen. Foto: Studio Ashby on Instagram

Wer abschalten will, möchte dabei meist auch Ruhe. Das ist schwierig, wenn die Kinder gerade spielen, der Fernseher auf Hochtouren läuft, Musik aus den Lautsprechern trällert oder der Partner in einer endlosen Videokonferenz ist. Kopfhörer sind da eine gute Idee, und zwar solche, die den Lärm schlucken. Aber man kann auch einrichtungsmässig einiges verbessern. Teppiche und Vorhänge sind die besten Schalldämpfer. Diese Idee des Interiordesignstudios Ashby geht aber noch weiter. Hier wird ein Sofa eingehüllt und mit einer gepolsterten Rückwand versehen. Das sieht hübsch aus und macht das Sofa zugleich noch stärker zum Rückzugsgebiet.

7 — Holen Sie das Draussen nach Drinnen

Grün und glücklich: Geben Sie der Natur einen Platz in Ihrem Heim und in Ihrem Herz.  Foto: HK Living
Grün und glücklich: Geben Sie der Natur einen Platz in Ihrem Heim und in Ihrem Herz. Foto: HK Living

Draussen macht sich das Grün langsam aber sicher davon. Auch wer, wie ich, kein besonderer Freund von Zimmerpflanzen ist, der erinnert sich an den Lockdown im April, als man auf einmal keine Blumen mehr kaufen konnte. Holen Sie sich diesen Herbst die Natur ins Haus! Einige hübsche grüne Zimmerpflanzen steigern das Wohlbefinden und verbessern die Beziehung zur Natur. Schauen Sie sich dabei auch unbedingt Sir David Attenborough's neuen Film auf Netflix an.

8 — Machen Sie einen Gartenausflug

Schlagen Sie der Jahreszeit ein Schnippchen und feiern Sie im Wohnzimmer ein Gartenfest! Foto über: The Socialite Family
Schlagen Sie der Jahreszeit ein Schnippchen und feiern Sie im Wohnzimmer ein Gartenfest! Foto über: The Socialite Family

Die unbeschwerte Zeit, die man im Garten oder auf dem Balkon in der Sonne verbracht hat, ist vorbei. Das bedeutet aber nicht, dass man sie nicht in der Wohnung wieder aufleben lassen kann. Gartenmöbel im Haus können genau diese Entspanntheit vermitteln und für Abwechslung sorgen. Kochen Sie Pasta, trinken Sie selbstgemachte Limonade und stellen Sie einen duftenden Basilikumtopf auf den Tisch so gelingt ein Sommerfest mitten im Nebel und ein Gartenausflug mitten im Wohnzimmer!

9 — Gönnen Sie sich Pyjama-Tage

Erobern Sie Ihr Zuhause wieder als privates Territorium, zum Beispiel mit einem Pyjama-Tag. Foto: Zara Home
Erobern Sie Ihr Zuhause wieder als privates Territorium, zum Beispiel mit einem Pyjama-Tag. Foto: Zara Home

Einerseits ist das Zuhause privater geworden, andererseits auch zum Büro. Statt Freunde zum Dinner und Familie zum Fest sind nun Homeoffice mit Zoom und Videokonferenzen eingezogen. Erobern Sie sich die Privatsphäre zurück und erklären Sie bestimmte Tage zu Pyjama-Tagen. Mit allem was dazugehört: Rockkonzert auf dem Sofa, Champagner zum Frühstück oder Pizza im Bett. Rückzug und Flucht können richtig viel Spass machen.

Tipp: Natürlich ist es viel glamouröser, wenn Sie den Pyjama-Tag nicht einfach im gleichen Pyjama verbringen wie in dem, das Sie im Bett trugen. Gönnen Sie sich hübsche elegante Pyjamas, mit denen Sie auch mal kurz zur Bäckerei können, um die Sonntagszeitung und buttrige Croissants zu kaufen – zum Beispiel Pyjamas von Desmond & Dempsey.

10 — Tauchen Sie ab

Höchste Zeit für ein schöneres Bett. Wie wärs mit hübschen Lampenschirmen im Seventies-Style und edler Bettwäsche in warmen Farben? Foto: Marie Olsson Nylander on Instagram
Höchste Zeit für ein schöneres Bett. Wie wärs mit hübschen Lampenschirmen im Seventies-Style und edler Bettwäsche in warmen Farben? Foto: Marie Olsson Nylander on Instagram

Der beste Rückzugsort ist das Bett. Aber ist es auch der schönste? Höchste Zeit, da mal genauer hinzuschauen! Vielleicht brauchen Sie neue Leselampen? Hübschere Bettwäsche, mehr Eleganz, mehr Glamour und mehr Persönlichkeit? Eine herbstliche Einkaufstour lohnt sich, damit das mit dem Winterschlaf auch klappt.

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4 Kommentare
    Oliver Eschler

    Zusammmen gefasst: Möglichst viel Zeugs und Wandregale kaufen und die Wohung damit vollstellen. Danach nichts mehr verschieben und berühren, bis die nächste Ausstellung kuratiert wird.