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Essay: 100 Jahre Friedrich DürrenmattAuch die Moral ist bloss Zufall

Friedrich Dürrenmatt wäre bald 100 Jahre alt geworden. Die Nachwelt hat ihn als Schulbuchautor eingesargt. Dabei bleibt sein apokalyptisches Weltbewusstsein aktuell – und er selbst bis heute eine Provokation.

Lebemann und grosser Denker: Friedrich Dürrenmatt.
Lebemann und grosser Denker: Friedrich Dürrenmatt.
Foto: SV-Bilderdienst

Wenn ein Autor in den Schulen gelesen wird, dann hat er es geschafft – aber er ist auch geschafft. Gewiss, er hinterlässt mehr oder weniger tiefe Leseeindrücke in jugendlichen Seelen, und die Theater spielen ihn (weil die jugendlichen Zuschauer klassenweise anrücken), aber man ist auch fertig mit ihm. Friedrich Dürrenmatt: Das sind Spurenelemente in Leserhirnen, eine rachsüchtige alte Dame und drei mehr oder weniger verrückte Physiker, dazu ein Richter und sein Henker, vielleicht noch jener Satz aus der Havel-Rede, dass die Schweiz ein Gefängnis sei, in der jeder Gefangene sein eigener Wärter sei, und die seltsame «Zerfreundschaft» mit Max Frisch. Ein moderner Klassiker, mehr Klassiker als modern.

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