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Auch der Vater ist ein Sohn

Wenn sich das Unvermögen der Eltern in den Kindern fortpflanzt: Das Deutsche Theater Berlin zeigt am Festival Auawirleben das Stück «Vater».

Durchblick am Sterbebett: Alexander Khuon (l.), Michael Gerber.
Durchblick am Sterbebett: Alexander Khuon (l.), Michael Gerber.
Arno Declair

Atmet er noch? Ja, er atmet. Aber sonst kein Lebenszeichen des Alten in seinem trostlos grauen Spitalbett. Hier stirbt einer, offensichtlich, und neben ihm sitzt ein jüngerer Mann auf einem Stuhl und guckt aufs Handy. Schluss, vorbei, aus, sagt er mit Blick auf den Display.

Er meint aber nicht seinen Vater mit dem Tumor im Kopf, sondern liest ab, was Nina ihm, Michael, per SMS mitteilt: dass es doch nicht gepasst habe mit ihnen beiden und sie wieder zu ihrem Freund zurückkehre. Was würde wohl Sven da sagen, Michaels patenter Freund, der immer eine Antwort auf alles hat, die Souveränität in Person, ein Mann wie ein Baum? Vielleicht einen seiner markigen Sätze wie: «Sei wie ein Hubschrauberpilot. Erkenne, wo du landen kannst.»

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