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Für rund 5 Millionen EuroAssalés Wechsel akzentuiert die neuen YB-Wege

Den ivorischen Stürmer zieht es in die Ligue 1, zu Dijon. Der Wandel im YB-Sturm schreitet weiter voran – ein Zuzug ist wahrscheinlich.

Abschied nach einem turbulenten letzten Jahr: Roger Assalé wechselt nach Frankreich.
Abschied nach einem turbulenten letzten Jahr: Roger Assalé wechselt nach Frankreich.
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Man habe sich bei YB entschieden, im Sturm neue Wege zu gehen. Das kommunizierte Sportchef Christoph Spycher bereits, als vor drei Wochen klar wurde, dass die Zeit von Guillaume Hoarau im YB-Dress vorbei ist. Spychers Aussage hat sich nun akzentuiert, am Wochenende gaben die Berner den Abgang eines weiteren verdienstvollen Angreifers bekannt. Roger Assalé schliesst sich dem Ligue-1-Club Dijon an, beim letzte Saison gegen den Abstieg kämpfenden Verein aus der Bourgogne unterschreibt er einen Vierjahresvertrag.

Noch im vergangenen Winter hatte Dijons Ligakonkurrent Montpellier um den Ivorer gebuhlt, der Wechsel kam nicht zustande, sorgte aber in Frankreich für Aufsehen, weil YB Assalé angeblich nicht habe gehen lassen wollen. Der Stürmer verliess die Young Boys schliesslich trotzdem, ging leihweise zu Leganés in die Primera Division. Dort kam er zwar viel zum Einsatz, lieferte in 14 Partien drei Assists und erzielte zwei Tore (eines davon gegen Real Madrid), aber am Ende stieg Leganés ab. Das Abenteuer war für Assalé vorbei.

Sollte auch Nsame gehen, wird es eng

Das Jahr blieb für ihn ein schwieriges. Wahrscheinlich infizierte er sich während eines kurzen Heimaturlaubs in der Elfenbeinküste mit dem Coronavirus, musste nach seiner Rückkehr nach Bern erst mal in Quarantäne. Der Formstand des 26-Jährigen war ungewiss, fürs Erste machte er die Vorbereitung auf die am 19. September beginnende Saison mit. Spycher sprach von einer guten Ausgangslage: «Entweder erhalten wir ein passendes Angebot für Assalé. Oder wir haben einen starken Stürmer mehr.»

Das passende Angebot scheint mit den 5 Millionen Euro aus Dijon, die Assalé dem Vernehmen nach gekostet hat, eingetroffen zu sein. Der Transfer ging schnell über die Bühne. Assalé hat für YB in 129 Spielen 44 Tore erzielt, er war in den vergangenen drei Meisterjahren als kleiner, wirbliger Fussballer die perfekte Ergänzung zum grossen Hoarau, später zum kräftigen Jean-Pierre Nsame.

Dass der Topskorer Nsame noch immer da ist, hat für YB nach dem Abgang Assalés noch einmal an Bedeutung gewonnen. Bis Anfang Oktober könnte ein Angebot für den Kameruner eintreffen, der stets hat durchblicken lassen, dass er nur in eine Topliga wechseln möchte. So oder so will YB noch einen Angreifer verpflichten, gross und kopfballstark, Typ Hoarau – aber auch, im Falle eines Falles, Typ Nsame. Sollte YB auch diesen Stürmer noch abgeben, würden sich die Reihen im Angriff zu sehr lichten. Neue Wege hin oder her.