Asylbewerber sollen in Containern einquartiert werden

Zwei Berner Stadträtinnen fordern, die umstrittene Asylunterkunft Hochfeld durch eine temporäre Containersiedlung zu ersetzen.

Befindet sich in einem Luftschutzkeller: Die umstrittene Asylunterkunft im Berner Hochfeld.

Befindet sich in einem Luftschutzkeller: Die umstrittene Asylunterkunft im Berner Hochfeld.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Adrian Schmid@adschmid

Seit die Asylunterkunft in der Zivilschutzanlage Hochfeld im Berner Länggassquartier vor zwei Jahren eröffnet wurde, steht sie in der Kritik. Selbst der Gemeinderat hat im letzten Herbst verlauten lassen, dass eine unterirdische Anlage nur eine «kurzfristige Lösung» und eine oberirdische Unterbringung «wünschenswert» sei. Die Stadt Bern verfüge derzeit aber nicht über eine solche Unterkunft, hiess es. Die Stadträtinnen Lea Bill (JA) und Leena Schmitter (GB) bringen nun eine Alternativlösung ins Spiel: Die Asylsuchenden sollen in «mobilen Siedlungen mit Raummodulen» – also Containern – einquartiert werden, wie die beiden in einem Postulat fordern, das sie letzte Woche im Stadtrat eingereicht haben.

Auf dem Viererfeld?

Der Vorteil dieser mobilen Gebäude sei, dass man sie jederzeit an einen anderen Ort transportieren und dort neu aufbauen könne, schreiben Bill und Schmitter in ihrem Vorstoss. Bauland, das brach liege, könne dadurch «ideal zwischengenutzt» werden. Die beiden haben auch schon Überlegungen angestellt, wo dies in der Stadt Bern infrage käme: in der Wankdorf-City, auf dem Mittel- und Viererfeld, auf dem Areal der alten Kehrichtverbrennungsanlage, am Centralweg oder in Brünnen. «Nach monatelangen Reden ist es Zeit, endlich Taten folgen zu lassen», sagen die beiden mit Blick auf die Situation im Hochfeld.

Stadt Zürich macht es vor

So neu ist ihre Idee allerdings nicht. In anderen Kantonen hat man diese bereits realisiert. So wurden in der Stadt Zürich vor vier Jahren zwei Containersiedlungen für Asylbewerber in Betrieb genommen – eine in Leutschenbach und eine in Altstetten. Zürich war damals in einer ähnlichen Situation wie Bern. Die Stadt wusste nicht, wo sie «ihre» 1800 Asylbewerber unterbringen solle. Die beiden Siedlungen bieten Platz für 110 respektive 140 Asylbewerber. An beiden Orten wird ein Areal zwischengenutzt. Billig war die Lösung aber nicht. Die Baukosten beliefen sich insgesamt auf rund 8,4 Millionen Franken. Mittlerweile möchte die Stadt Zürich ein drittes Containerdorf in Seebach erstellen. Allerdings ist der Widerstand in der Nachbarschaft gross. Momentan ist vor dem Bundesgericht eine Beschwerde hängig. Im Weiteren plant auch die Stadt Winterthur eine entsprechende Siedlung.

Im Kanton Bern wurden bislang keine Asylbewerber in Containern einquartiert. Beim Kanton stösst der Vorschlag der beiden Stadträtinnen jedoch auf Interesse. «Wir sind offen für eine solche Anlage in der Stadt Bern», sagt Markus Aeschlimann, Leiter des Amts für Migration und Personenstand, auf Anfrage. Um ein abschliessendes Urteil fällen zu können, müsste aber ein konkretes Projekt vorliegen. «Es wäre gut, wenn man dies unter Beizug des Kantons erarbeiten könnte.»

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