Hallenplan entzückt Hockeyler

Im Zuge der Sanierung des Weyerli soll eine neue Eishalle entstehen. Für Berner Eishockeyvereine ist der Ausbau der Infrastruktur überfällig.

Eines der Weyerli-Eisfelder soll bald überdacht sein.

Eines der Weyerli-Eisfelder soll bald überdacht sein.

(Bild: M. Schneeberger)

Calum MacKenzie@CalumMacKenzie0

«Schlöfle», etwa in der Ka-We-De oder auf dem Bundesplatz, gehört zu den bekanntesten Winteraktivitäten in der Stadt Bern. Gefühlte Unmengen von Eistänzern wagen sich jedes Jahr auf die glatten Felder. Doch der Schein trügt: Langfristig befindet sich der Eislauf in Bern wie in der ganzen Schweiz stark im Rückgang. So sieht die Eisstrategie der Stadt eine Reduktion der Eisflächen vor. Die Beliebtheit von Eishockey nimmt jedoch seit Jahren zu. Die Eishalle, die bei der Sanierung der Sportanlage Weyermannshaus entstehen soll, wird sich also primär an Hockeyler richten.

Kombiniert nutzbar

Für die bereits länger diskutierte Halle wurde am Mittwoch ein Wettbewerb ausgeschrieben. Der Hockeybetrieb in der Ka-We-De soll ins Weyerli verlagert werden, wo es zwei Eisfelder für Hockey und Eislaufen geben wird. Durch die Umnutzung spart die Stadt Eisfläche ein. «Die grossen Publikumsfelder werden zu kleineren, kombiniert nutzbaren Hockeyfeldern umfunktioniert», sagt Christian Bigler, Leiter des Berner Sportamts. «So decken wir die Nachfrage und reduzieren gleichzeitig die Eisfläche.» Die Halle, die in vier bis sechs Jahren bereit sein soll, schaffe laut Bigler mehr Spielsicherheit und diene als Lärmbarriere zwischen dem Quartier und dem offenen Eisfeld.

Für den auf dem Weyerli-Eis beheimateten EHC Rot-Blau Bern-Bümpliz sind die Hallenpläne ein Segen. «Das hat nur Vorteile», sagt Clubpräsident Toni Isenschmid. Auf der offenen Eisfläche sei man wetterabhängig und müsse in der Vorsaison auf fremde Eishallen ausweichen. «Wir gehen auf die Allmend, fahren nach Düdingen oder Burgdorf», sagt Isenschmid. «Das ist kostspielig, und es ist teilweise schwer, einen Platz auf dem Eis zu bekommen.» Der Präsident ist aber nicht zuversichtlich, dass die Stadt ihren Zeitplan einhalten kann. Er warte seit den Achtzigerjahren auf eine Halle. «Schon damals wurde ein Plan für ein überdachtes Eisfeld von der Politik bachab geschickt.»

Nachwuchsförderung

Der Ausbau der Eishockeyinfrastruktur wird auch von den Profis begrüsst. Zwar hat der SCB seine eigenen Anlagen. Marc Weber, der Geschäftsführer des Nachwuchsprogramms SCB Future, erwartet für den Club einen «indirekten Nutzen» der neuen Eishalle: Bei den Juniorentrainings der lokalen Vereine in der Weyerli-Halle könnten die SCB-Stars der Zukunft ausgebildet werden. Laut Weber wäre die Nachfrage auch für eine Erweiterung der Eisfläche in der Stadt gross genug: «Es hat eigentlich nie genügend Platz für alle.» Die Überdachung von bestehenden Eisfeldern sei aber ein guter Weg. Das geschützte Eisfeld sei früher und häufiger benutzbar.

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