Der Bärenpark wird nun auch für Behinderte zugänglich

Sechs Jahre nach seiner Eröffnung beschliesst der Stadtrat einen Schräglift.

Diese Situation sollen Behinderte nicht mehr antreffen.

Diese Situation sollen Behinderte nicht mehr antreffen.

(Bild: Adrian Moser)

3 Motionen waren in den vergangenen Jahren im Berner Stadtrat zum Thema eingegangen. 22 Varianten wurden geprüft und wegen geologischer, denkmalpflegerischer, zoologischer, finanzieller oder technischer Einwände wieder verworfen. Nun, rund zehn Jahre nachdem das Baugesuch für den Bärenpark eingereicht worden ist, soll nun endlich ein Lift erstellt werden, der auch behinderten Menschen Zugang ans Aareufer ­verschafft.

Der Stadtrat stimmte gestern einem Baukredit von 2,9 Millionen Franken deutlich zu. Damit soll ein Schräglift am südlichen Ende des Parks gebaut werden, der den Pflastersteinweg der Namenssteine mit dem Uferweg verbindet. Der von Seilen gezogene Lift fährt auf Schienen parallel zur Hangtreppe. Die Glaskabine bietet zwei Rollstuhlfahrern Platz und freie Sicht auf die Bären.

Kritik an hohen Kosten

Mehrere Stadträte kritisierten die hohen Kosten des Projekts. Vergeblich stellte Judith Renner-Bach (BDP) den FSU-Minderheitsantrag, den Lift kostenpflichtig zu machen. Sie wolle verhindern, dass der Lift «als Touristenattraktion gratis zur Verfügung gestellt» werde. «Wir ­diskutieren heute über eine Luxusvariante.» Der Schräglift belaste das städtische Budget zusätzlich mit 365'000 Franken jährlich. Marco Pfister (GLP) bedauerte, dass keine andere Variante gefunden werden konnte. Bei diesem Projekt werde die Verhältnismässigkeit nicht gewahrt. Die GLP werde sich der Stimme enthalten.

Aus den Reihen der SVP kamen unterschiedliche Voten. Rudolf Friedli wollte vom Gemeinderat wissen, ob das Schaffen eines behindertengerechte Zugangs an Vergnügungsorten wirklich vom Gesetz vorgeschrieben sei. «Ob man nun von oben die Bären sieht oder auch von unten, ist etwas anderes, als wenn man etwa den Zugang zu einem öffentlichen Gebäude wie der Post schaffen muss.» Bei Kosten von drei Millionen Franken stimmten Aufwand und Ertrag nicht überein. Die Fraktion vertrat aber eine andere Meinung. «Es wäre ein Reputa­tionsschaden für unsere Stadt, wenn wir Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Bärenpark verwehren würden», sagte Nathalie D’Addezio (SVP).

«Happiger» Betrag

Diese Ansicht vertraten auch die Sprecher der anderen Parteien. «Lasst uns heute das letzte Kapitel der für Bern unrühmlichen Geschichte schreiben», forderte Stéphanie Penher vom Grünen Bündnis ihre Kolleginnen und Kollegen auf. Der Lift sei wichtig, nicht nur für Menschen mit Behinderung, auch für Familien mit Kinderwagen, sagte David Stampfli (SP). Zwar wäre es günstiger gewesen, wenn der Lift gleichzeitig mit dem Bau des Bärenparks erstellt worden wäre. «Der Betrag ist happig. Aber wir sind froh, dass wir endlich einen Bärenpark für alle haben.»

Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP), dessen Amtsvorgängerin Barbara Hayoz die Realisierung des Parks vollendet hatte, mahnte, der Lift sei nicht «Teil eines Wunschprogramms, sondern eine Vorgabe des Regierungsstatthalters». Der Finanzdirektor fügte bei: «Der Bärenpark hat es verdient, dass wir nochmals einen Anlauf nehmen.»

Der Bund

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