Hauptattraktion: Indoor-Surfwelle hat Verzögerung

Warum der geplante Wasser-Plausch von Erlebnis-Unternehmer Jochen Schweizer in Ebikon erst 2018 kommt.

In der Jochen-Schweizer-Arena in München verletzte sich im Sommer ein Mädchen beim Surfen auf der «stehenden» Welle. Foto: Jochen Schweizer

In der Jochen-Schweizer-Arena in München verletzte sich im Sommer ein Mädchen beim Surfen auf der «stehenden» Welle. Foto: Jochen Schweizer

Hauptattraktion an der Eröffnung der Mall of Switzerland hätte die erste Schweizer Indoor-Tiefwasser-Surfwelle sein sollen: eine «stehende» Welle, die mehr als ein Meter hoch sein kann. So jedenfalls hatte es die Mall of Switzerland angekündigt. Doch die Superwelle wird nicht wie geplant, sondern erst im Frühling 2018 realisiert. Das gab die Mall of Switzerland jüngst bekannt. Dabei hat das Einkaufszentrum den Nervenkitzel mit dem Deutschen Jochen Schweizer schon seit mehr als drei Jahren geplant.

«Wir wollen sämtliche neueste Technik- und Design-Erkenntnisse aus dem Betrieb der stehenden Welle der Jochen-Schweizer-Arena in München berücksichtigen», begründet Jan Wengeler, Center Manager der Mall of Switzerland, die Verschiebung. Die Münchner Welle startete im Sommer.

Der wahre Grund für das vorläufige Ausbleiben der spassigen Attraktion dürfte indes ein Unfall sein, der sich diesen Sommer in München ereignet hat. Auch wenn das die Verantwortlichen nicht so kommunizieren. Ein 13-jähriges Mädchen verletzte sich beim Indoor-Surfen derart, dass es mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung mit einem Rettungshelikopter in eine Spezialklinik geflogen werden musste. Es fiel beim Surfen so unglücklich ins Wasser, dass ihm das Brett zwischen Rücken und Sicherheitshelm ins Genick knallte. Das Mädchen konnte noch selbst aus dem Becken klettern, brach dann aber zusammen und konnte nicht mehr aufstehen. In der Spezialklinik gab es jedoch Entwarnung. Es konnten keine physischen Schäden festgestellt werden.

Ehemaliger Stuntman verkauft Nervenkitzel

Jochen Schweizer will diese Katastrophe aber nicht als einen Unfall sehen. «Das ist eine Verletzung und kein Unfall», betont er. «Wellenreiten ist ein Sport, und jeder Sport hat ein Risiko. Die gefährlichste Sportart ist Reiten.» Stolz berichtet er, dass die Surfwelle in München durchgängig ausgebucht sei.

Er habe die Mall of Switzerland beim Bau beraten, wolle aber nicht der Betreiber der Indoor-Surfwelle sein. Ein Vertrag mit einem Schweizer Betreiber sei kurz vor Abschluss, erklärt er. Davon weiss die Mall-Sprecherin erstaunlicherweise nichts.

Erlebnisunternehmer Jochen Schweizer ist eine schillernde Figur. Der Extremsportler und ehemalige Stuntman verkauft erfolgreich Nervenkitzel für jedermann. 2003 geriet er in eine schwere Krise. Grund war ein tödlicher Unfall auf einer seiner Anlagen. Das Seil eines Bungeespringers war gerissen. Ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten konnte nicht festgestellt werden. Diesen Sommer verkaufte er den Grossteil seiner Firma an ProsiebenSat 1, das Konzept der Indoor-Surfwelle gehört nicht dazu.

Centerleiter Wengeler ist bemüht, Befürchtungen zur Unfallgefahr zu beschwichtigen: «Selbstverständlich werden wir eine Welle eröffnen, die den höchsten Sicherheitsstandards entspricht.»

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