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Kunstmesse und CoronaArt Basel 2020 endgültig abgesagt

Auch der Ausweichtermin der Basler Kunstmesse im September ist jetzt gecancelt. Nun werden gravierende Auswirkungen auf den Kunstmarkt befürchtet.

Kein Schlendern zwischen Kunst möglich: Die Art Basel 2020 ist abgesagt.
Kein Schlendern zwischen Kunst möglich: Die Art Basel 2020 ist abgesagt.
Foto: Nicole Pont

Die Art Basel, die grösste und wichtigste Kunstmesse der Welt, deren 50. Ausgabe jetzt im Juni hätte stattfinden sollen, ist in diesem Jahr definitiv vom Tisch. Im März hatte sich die Messe entschlossen, den Basler Termin wegen der Corona-Pandemie in den September zu verschieben. Inzwischen wurde aber in zahlreichen Gesprächen mit den teilnehmenden Galerien deutlich, dass auch der September nicht zu halten sein wird.

Die primären Überlegungen waren die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit der Pandemie, zweitens die finanziellen Risiken für Aussteller und Partner, drittens die anhaltenden Hindernisse für internationale Reisen und viertens die Tatsache, dass der Bund nach wie vor noch nicht kommuniziert hat, wann Grossereignisse mit über 1000 Personen wieder stattfinden können.

Die Auswirkungen des Entscheides sind für die kriselnde MCH-Group gravierend. Dem Messekonzern, der die Art Basel durchführt, bricht nach der Basel World nun auch noch die Art Basel 2020 weg. Ob und wie sich der Kunstmarkt erholt, wenn diese Pandemie einmal Geschichte sein wird, das weiss niemand.

Online Viewing Rooms statt Messe

Die Art Basel gibt sich optimistisch: Alle Anstrengungen sollen nun dahin gehen, dass im Dezember in Miami, im nächsten März in Hongkong und im Juni 2021 wieder in Basel grosse Kunstmessen stattfinden können. Zudem will sie den Kunsthandel über das Internet nach Kräften befördern. So sind für Mitte Juni sogenannte Online Viewing Rooms angekündigt, die einen Ersatz für die Art Basel sein sollen.

Da Kunstmessen in den letzten Jahren für viele Galerien zum wichtigsten Absatzkanal ihrer Kunst geworden sind, wird befürchtet, dass viele kleinere und mittlere Galerien Konkurs machen könnten. Wer überleben will, muss seine Kosten auf ein Minimum reduzieren. Die besten Überlebenschancen haben nach übereinstimmender Ansicht Mega-Galerien wie Hauser & Wirth, David Zwirner und Gagosian, die Hunderte von Millionen Dollar Umsatz im Jahr machen, auf fast allen Kontinenten präsent sind und sich Strukturen aufgebaut haben, die sie praktisch unabhängig machen von Kunstmessen.