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Rendez-vous BundesplatzArche Noah durchbricht Corona-Ödnis

Mehr Vorstellungen mit jeweils weniger Publikum: Das diesjährige Lichtspektakel bebildert auf der Bundeshausfassade das Thema Nachhaltigkeit.

Rendez-vous Bundesplatz: Das Regierungsgebäude wird 2020 zum Walfisch-Habitat.
Rendez-vous Bundesplatz: Das Regierungsgebäude wird 2020 zum Walfisch-Habitat.
Foto: zvg

Eine halbe Million Leute kamen in anderen Jahren nach Bern, um das Lichtspektakel Rendez-vous Bundesplatz zu geniessen. Das war für die Veranstalter eine Genugtuung, doch in Corona-Zeiten wird es zum Problem. Also absagen?

Die Veranstalterin Starlight Events mit Brigitte Roux an der Spitze macht es 2020 anders: Was nicht passt, wird passend gemacht. Bei Veranstaltungen über 1000 Personen wäre der Kanton zuständig, und dieser hat sich noch nicht festgelegt, wie er solch grosse Veranstaltungen handhaben will.

Deshalb setzen die Veranstalter auf das Format mit maximal 900 Zuschauerinnen und Zuschauern, denn Events von dieser Grösse kann die Stadt abschliessend bewilligen. Diese Bewilligung werde in den nächsten Tagen erteilt, bestätigte Gemeinderat Reto Nause (CVP) gestern an einer Medienkonferenz. Für ihn sei die Show ein «Sinnbild für den Glauben an die Zukunft». Die Menschen hungerten nach kulturellen Anlässen – und nach Ablenkung.

Check-in mit Limiten

Für die Veranstalter bringt diese Einschränkungen mit sich. So werden die Schaulustigen vom Bärenplatz her in drei Sektoren über einen Check-in zu je 300 Personen geschleust, wofür das Helferteam vergrössert wird – auch zum Auf- und Abbau der Trennzäune. So können die Mindestabstände gewahrt bleiben. Auch wird es keine Verpflegungsstände geben, da sich dort erfahrungsgemäss Menschentrauben bilden.

Damit trotz der Einschränkungen möglichst viele die Show sehen können, wird diese an 37 Tagen gezeigt, vom 16. Oktober bis 21. November. Drei Vorstellungen gibt es täglich, donnerstags, freitags und samstags sogar vier. Der Eröffnung wird auch der Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) beiwohnen. Sein Departement EDA ist involviert, denn das Thema «Planet Hope» mit der Anlehnung an das Arche-Noah-Motiv passt zum Ziel «Agenda 2030» der UNO, deren 17 Ziele auch die Eidgenossenschaft umzusetzen versucht.

Grosser Nutzen für Stadt

Die Stadt Bern unterstützt den Anlass mit 180’000 Franken. Wie Nause an der Medienkonferenz sagte, sei dies ein Klacks im Vergleich zu den etwa 10 Millionen Franken Umsatz, die das Spektakel in der Stadt Bern generiere. Viele Besucherinnen und Besucher – teilweise von weit her – essen demnach jeweils in Restaurants, manche übernachten sogar hier. Nause zeigte sich auf Nachfrage zuversichtlich, dass der Berner Stadtrat diesen Zusammenhängen Rechnung trage, wenn er das Budget 2021 mit den Sparmassnahmen in dieser Woche weiterdiskutiere.