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Regeln für die JobsucheArbeitslose sind gefordert

Stellensuchende aus Krisenbranchen müssen sich um Jobs in anderen Bereichen bemühen.

 Wie viele Arbeitsbemühungen die Stellensuchenden nachweisen müssen, wird individuell festgelegt.
Wie viele Arbeitsbemühungen die Stellensuchenden nachweisen müssen, wird individuell festgelegt.
Foto: Christian Beutler (Keystone)

Wer die Stelle verloren hat und Arbeitslosenunterstützung bezieht, muss alles Zumutbare unternehmen, um möglichst schnell wieder einen Job zu finden. Im Kanton Zürich müssen Stellensuchende in der Regel 10 bis 12 Arbeitsbemühungen nachweisen können. Auch andere Kantone orientieren sich an diesem Wert, manche verlangen etwas weniger. Wie aber handhaben die Behörden diese Vorgaben, wenn wie momentan einzelne Branchen von einer Krise stark betroffen sind?

Im Kanton Zug wurden im ersten Lockdown die Anforderungen teilweise gelockert. «Wir haben damals die Menge der Arbeitsbemühungen für Stellensuchende aus stark betroffenen Branchen wie der Gastronomie, Hotellerie und dem Detailhandel gesenkt», sagt Gianni Bomio vom Verein für Arbeitsmarktmassnahmen, der im Kanton Zug das RAV führt. Weil sich die Situation auf dem Stellenmarkt aber sehr schnell wieder verbesserte, habe man dies bald wieder korrigiert. «Im derzeitigen Lockdown haben wir die Anforderungen für einzelne Branchen nicht erneut gesenkt, um ein ständiges Hin und Her zu vermeiden», so Bomio. «Wir analysieren aber die Situation laufend.»

Andernorts war und ist es trotz Lockdown kein Thema, die Zahl der Arbeitsbemühungen für bestimmte Berufsgruppen zu senken. Diese werde individuell zwischen den RAV-Beratern und den Stellensuchenden definiert. Dabei werde die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt berücksichtigt, teilen die Behörden der Kantone Basel-Stadt, Bern, Luzern und Zürich auf Anfrage mit.

Es bringe wenig, jemandem aus der Gastronomie derzeit fixe Vorgaben für Arbeitsbemühungen zu machen, denn es gebe in dieser Branche schlicht keine Stellen, sagt Alessandro Tani, stellvertretender Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit in Basel-Stadt. «Wir stellen grundsätzlich keine rein quantitativen Anforderungen, sondern beurteilen immer auch die Qualität der Bemühungen.» Im Gespräch mit den Stellensuchenden versuche man deshalb vermehrt herauszufinden, welche Alternativen es zu ihrem bisherigen Berufsfeld gebe.

«Nach Alternativen suchen» lautet auch das Motto in anderen Kantonen. In Luzern weist die zuständige Behörde darauf hin, dass zwar der Arbeitsmarkt im Bereich Tourismus praktisch vollständig eingebrochen sei, in anderen Branchen laufe er aber konstant gut weiter. Die RAV-Beraterinnen würden deshalb mit den Arbeitslosen die Suchstrategie neu ausrichten und die Anzahl Arbeitsbemühungen festlegen. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Arbeitslose gefordert und bleiben nicht davon verschont, mengenmässige Vorgaben für Arbeitsbemühungen zu erfüllen.

24 Kommentare
    Dominik Hecht

    Wenn ich auf meinen Pensionskassenausweis sehe,wie steil sich die Kurfe ab 55 an Abgaben in die Höhe aufschwingt,verstehe ich,dass kleine Unternehmer solche Leute nicht mehr wollen.

    Nur sagen sie das einem niemals ins Gesicht.

    Die RAV Berater sind nur in einer Tätigkeit fabelhaft:Im Verwalten der Dossiers,aber für ein Coaching fehlt halt die Zeit,und der Wille sowieso.