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Terroranschlag in DeutschlandAnklage fordert Höchststrafe für Attentäter von Halle

Der Attentäter von Halle soll in Deutschland nach dem Willen der Anklage für den Rest seines Lebens hinter Gitter.

Der Angeklagte hatte am 09. Oktober 2019 am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in der Synagoge in Halle ein Blutbad anzurichten.
Der Angeklagte hatte am 09. Oktober 2019 am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in der Synagoge in Halle ein Blutbad anzurichten.
Foto: Keystone

Der Attentäter von Halle soll in Deutschland nach dem Willen der Anklage für den Rest seines Lebens hinter Gitter. Die Bundesanwaltschaft forderte am Mittwoch eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Rechtsextremisten, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschliessende Sicherungsverwahrung.

Unter anderem wegen Mordes, versuchten Mordes, Volksverhetzung und versuchter räuberischer Erpressung solle er verurteilt werden. Bundesanwalt Kai Lohse bezeichnete die Tat in seinem Schlussvortrag als «Alptraum» und sprach von einem der «widerwärtigsten antisemitischen Akte seit dem Zweiten Weltkrieg».

Der 28-jährige Deutsche Stephan Balliet hatte in dem Prozess gestanden, dass er am 9. Oktober 2019 versucht hatte, die 51 Menschen zu töten, die in der Synagoge von Halle den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Als er an der massiven Tür scheiterte, erschoss der Täter eine Passantin, später einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss und verletzte weitere Menschen. Balliet begründete die Taten mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien.

Bundesanwalt: «Von Misserfolgen und Versagen geprägte Existenz»

Seit Juli läuft der Prozess vor Sachsen-Anhalts Oberlandesgericht Naumburg. die Verhandlung findet aus Platzgründen in Magdeburg statt. Am Mittwochmorgen hatte die vorsitzende Richterin Ursula Mertens die Beweisaufnahme am 21. Prozesstag des Hauptverfahrens geschlossen.

Bundesanwalt Lohse sagte in seinem Schlussvortrag, mit der Tat habe der Angeklagte nicht nur Gäste der Synagoge in Halle angegriffen, sondern das jüdische Leben in Deutschland insgesamt. «Damit zielte der Täter auf uns alle, denn das jüdische Leben ist ein unverzichtbarer Teil unseres Landes», so der Ankläger. Mit dem Anschlag habe der 28-Jährige «seine von Misserfolgen und Versagen geprägte Existenz» überhöhen und ihr eine besondere Bedeutung verleihen wollen.

SDA/step

9 Kommentare
    Hrh

    @ Wenger Eine der grossen Legenden ist, dass lebenslänglich in der Schweiz 15 Jahre heisst. Nach 15 Jahren kann und muss ein Täter entlassen werden, aber nur, wenn er zwei Bedingungen erfüllt: 1. Er hat sich im Gefängnis gut gehalten und 2. ein Psychiater stellt fest, dass er nicht mehr gefährlich ist. Das war früher meistens der Fall, heute viel weniger. Die Verwahrung bringt also bei lebenslänglich Verurteilten nicht viel.