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Bob DylanNeue Songs, doch böse wie eh

Der Liedermacher geht stramm auf die 80 zu. Doch seinem neuen Album hört man an, wie griesgrämig, versponnen und verspielt – kurz: wie jung – er noch immer ist.

Bob Dylan zeigt sich am Bayfront Festival Park in Duluth, Minnesota, 2013.
Bob Dylan zeigt sich am Bayfront Festival Park in Duluth, Minnesota, 2013.
Foto: Keystone

Einer der schönsten Songs von Bob Dylan stammt gar nicht von ihm, sondern von Jimmy Buffett: «A Pirate Looks at Forty». Dylan hat das Lied einmal im Duett mit Joan Baez gesungen, 1982, bei einem Konzert für nukleare Abrüstung. Es ist die vertraute Klage übers Älterwerden, das verpfuschte Leben zu Wasser und zu Lande, wenn die Kanonen rosten und es nichts mehr zu plündern gibt, dazu die hart erkämpfte Einsicht, dass er für den Beruf des Piraten bereits zweihundert Jahre zu spät dran ist. Er wird sich, ein Trost immerhin, jüngeren Frauen zuwenden. Joan Baez, eine seiner verlassenen Frauen, steht daneben, koloratiert aus Leibeskräften dazu und souffliert ihm lächelnd beim Text.

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