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Kinderjahre eines Berner KurdenAls der Judenhass auf dem Lehrplan stand

Das Drehbuch für seinen neuen Spielfilm hatte Mano Khalil schon seit 25 Jahren in der Schublade. «Nachbarn» handelt von seiner Kindheit in Syrien und davon, wie ein Regime eine Gesellschaft vergiftet.

Wehe, der Arm ist nicht richtig gestreckt: Der kleine Sero (Serhed Khalil, r.) muss in «Nachbarn» dem Führer Hafiz al-Assad die Treue schwören.
Wehe, der Arm ist nicht richtig gestreckt: Der kleine Sero (Serhed Khalil, r.) muss in «Nachbarn» dem Führer Hafiz al-Assad die Treue schwören.
Foto: Frenetic

Natürlich hätte er es sich anders gewünscht. Aber mittlerweile hat sich Mano Khalil damit abgefunden, dass die Premiere seines Filmes nicht in den vollen Sälen in Solothurn stattfinden wird. Sondern auf Heimbildschirmen an der Online-Ausgabe der Filmtage. Es fühle sich trotzdem frustrierend an, sagt der Filmemacher in seinem Atelier im Progr und nimmt einen Schluck Espresso.

Aber immerhin: Viel wichtiger sei, dass der Film vor der Pandemie fertiggedreht werden konnte. «Es wäre schlicht unmöglich gewesen, die Dreharbeiten zu unterbrechen oder zu verschieben», so Khalil. «Wenn man mit Kindern arbeitet, kann man nicht ein Jahr pausieren. Danach hat man andere Menschen vor der Kamera.» Und eine Verschiebung wäre ein logistischer Albtraum geworden; die Beteiligten reisten aus der ganzen Welt in das Städtchen im irakischen Kurdistan, wo Khalil seinen bislang aufwendigsten Film drehte.

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