Zum Hauptinhalt springen

Corona im AltersheimAls das Virus ins «Bühli» kam

Esther Leuzinger musste im Alterszentrum eigenhändig Bewohner einsargen. «Es war, als hätten wir die Pest», sagt die Pflegeleiterin. Bis heute sind die Senioren traumatisiert.

Gesunde Bewohner werden ausquartiert, infizierte bleiben im Heim. «Und dann ging es los», sagt Pflegeleiterin Esther Leuzinger.
Gesunde Bewohner werden ausquartiert, infizierte bleiben im Heim. «Und dann ging es los», sagt Pflegeleiterin Esther Leuzinger.
Foto: Hans Bühler

Zwei Wochen vor Weihnachten kehrt das Coronavirus zurück ins Bühli. Eine betagte Bewohnerin des Alterszentrums am Dorfrand von Ennenda hat sich infiziert. «Wir haben sie sofort im Zimmer isoliert», sagt Regula Etter, Geschäftsführerin der Alters- und Pflegeheime Glarus. «Danach wurden sämtliche Bewohnenden und Mitarbeitenden im Haus getestet – zum Glück waren alle negativ.» Zur Sicherheit kommen alle Seniorinnen und Senioren in Quarantäne, Besuche werden untersagt. Bis erneute Tests nach einigen Tagen die negativen Befunde bestätigen.

Trotzdem wühlt der Vorfall die Bewohnenden auf. «Das hat natürlich Angst ausgelöst», sagt Etter. «Die meisten konnten die Erlebnisse aus dem Frühling noch nicht richtig verarbeiten.» Zu stark haben sich die Bilder aus der ersten Welle in den Köpfen eingebrannt. «Viele Senioren haben Angst, ihre Freiheit wieder zu verlieren. Oder selber zu erkranken. Oder erneut geliebte Mitbewohner zu verlieren.»

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.