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PremiereAlfa, Alfisti und Antipasti

Schweizer Kunden von Alfa Romeo konnten bei einer exklusiven Präsentation bei Sauber Motorsport in Hinwil den Supersportwagen Giulia GTAm in Augenschein nehmen.

Ferdinando D’Apice, Alfa-Romeo-Marketingdirektor für die Schweiz, posiert zwischen dem Alfa Romeo Giulia GTAm und dem F1-Boliden.
Ferdinando D’Apice, Alfa-Romeo-Marketingdirektor für die Schweiz, posiert zwischen dem Alfa Romeo Giulia GTAm und dem F1-Boliden.
Foto: FCA

Die Fans der italienischen Automarke Alfa Romeo, die sogenannten Alfisti, sind eine verschworene und treue Truppe, die schon manche Höhen und Tiefen miterlebt hat. Den letzten Tiefschlag gab es auf sportlicher Ebene am Sonntag zu verdauen, als in Spielberg (A) beide Formel-1-Autos des Teams Alfa Romeo Racing die Punkteränge verpassten. Die zwei einzigen Weltmeistertitel der 1910 in Mailand gegründeten Marke liegen schon 69 und 70 Jahre zurück und gingen auf das Konto von Giuseppe Farina und Juan-Manuel Fangio. Freude hatte dafür bei rund 90 Schweizer Alfisti kurz vor dem Rennwochenende geherrscht: Sie hatten bei Sauber Motorsport in Hinwil, wo der Alfa-Rennstall seinen Hauptsitz hat, die Möglichkeit, den jüngsten Wurf der Autobauer aus Mailand exklusiv zu bestaunen – die viertürige Sportlimousine Giulia GTAm. Dabei handelt es sich um einen Supersportwagen, wie er heutzutage von Marken, die sich auch an die breite Masse richten, kaum noch gebaut wird.

Fachsimpeln bei Antipasti

Entsprechend gross war die Begeisterung unter der Alfa-Gemeinde, die sich im Zürcher Oberland zu dieser Enthüllung in der Event-Halle versammelt hatte, als das Tuch vom roten Objekt der Begierde gezogen und der Blick freigegeben wurde. Spätestens als der Motor aufheulte, leuchteten die Augen der Anwesenden, und es wurde geklatscht und gejohlt sowie mit den Mobiltelefonen fotografiert. Dann inspizierten die Anwesenden die Giulia GTAm aus der Nähe, schauten jedes Detail genau an und nahmen hinter dem Lenkrad Platz, wozu es etwas Geduld brauchte. Beim Warten vertrieben sich die Alfa-Fahrerinnen und -Fahrer die Zeit mit Fachsimpeln und Antipasti. Das Probesitzen war aber das höchste der Gefühle, eine Testfahrt war leider nicht möglich. Trotzdem galt es diese einmalige Gelegenheit zur Annäherung ausgiebig zu nutzen, denn auf den Strassen wird das Auto nicht viel häufiger anzutreffen sein als die danebenstehenden Formel-1-Autos von Alfa und aus der Sauber-Zeit. Alfa Romeo baut zum 110-Jahr-Jubiläum von der Giulia die beiden Sondermodelle GTA und GTAm, von denen es zusammen nur 500 Stück geben wird. Für die meisten werden diese Autos also ein Traum bleiben. Gemäss den Vorbestellungen sollen aber immerhin mehr als 60 Stück davon in die Schweiz kommen.

Im Vergleich zu den bisherigen Giulia-Modellen wurden die Versionen GTA und GTAm stärker auf Gewichtsersparnis und Rennsport getrimmt. Die Giulia GTAm markiert dabei die Spitze der Entwicklung. Dank konsequentem Leichtbau wiegt das Topmodell 1520 Kilogramm und damit 50 Kilogramm weniger als die Giulia GTA und 100 oder mehr Kilogramm weniger als die anderen Versionen. Viele Bauteile wurden aus Karbon gefertigt, darunter die Motorhaube, der grösste Teil des Dachs, die Sitzschalen, die Stossstangen, die Kardanwelle oder der Diffusor. Und die Abgasanlage besteht aus Titan und wird vom Spezialisten Akrapovic aus Slowenien geliefert. Ausserdem wurde für die Scheiben Polycarbonat verwendet.

Formel 1 hautnah: Die Alfa-Fans beim Betrachten des aktuellen F-1-Renners in Hinwil.
Formel 1 hautnah: Die Alfa-Fans beim Betrachten des aktuellen F-1-Renners in Hinwil.
Foto: FCA
540 statt 510: So viel PS haben die Italiener unter der Haube des Alfa Romeo Giulia GTAm verbaut.
540 statt 510: So viel PS haben die Italiener unter der Haube des Alfa Romeo Giulia GTAm verbaut.
Foto: FCA
Enge Sache: Der Fokus im GTAm steht ganz klar auf Sportlichkeit. Komfort ist kein Thema.
Enge Sache: Der Fokus im GTAm steht ganz klar auf Sportlichkeit. Komfort ist kein Thema.
Foto: FCA
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Ein Viertürer ohne Rücksitze

Bei so viel Sportlichkeit und Leichtbau bleibt der Komfort deutlich auf der Strecke. Im Innenraum, der eigentlich für vier Personen ausgelegt ist, muss man auf die Rücksitze verzichten. An ihrer Stelle ist ein Überrollbügel eingebaut, wodurch das Rennsportfeeling nochmals erhöht wird. Platz hat es auch für einen Feuerlöscher und zwei Helme. Verschiedene Teile zur Verbesserung der Aerodynamik ziehen die Blicke der Alfisti ebenfalls auf sich. Am auffälligsten und markantesten ist der Spoiler, der auf dem Heck thront. Wer bereit ist, sich für 193’000 Franken eine Alfa Giulia GTAm zu gönnen, bekommt zusätzlich noch ein Begrüssungspaket. Dieses umfasst einen speziell designten Helm, einen Rennanzug, Handschuhe, Schuhe und eine Schutzhaube – sowie ein Fahrtraining.

Letzteres kann bestimmt nicht schaden, denn unter der Motorhaube ist ein 2,9-Liter-V6-Biturbo-Aggregat von Ferrari verbaut. Dieses kennt man zwar schon aus anderen Giulia-Versionen, in den Sondermodellen zum Jubiläum ist seine Leistung aber um 30 auf 540 PS gesteigert worden, was auch mit der Abgasanlage aus Titan zusammenhängt. Als Folge davon lässt sich die Giulia GTAm aus dem Stand in 3,6 statt in 3,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen – und liegt nur noch gut 1 Sekunde hinter den aktuellen Formel-1-Autos. Welche anderen Unterschiede es zu den Fahrzeugen der Königsklasse des Rennsports noch gibt, haben die Alfa-Kundinnen und -Kunden bei einer Führung durch die Hallen von Sauber Motorsport erfahren. Dort, wo die Alfa-Boliden für die Rennen vorbereitet werden.