Zum Hauptinhalt springen

Cool bleiben im SommerAlarmzeichen dunkler Urin

Viele vernachlässigen im Alltag die Flüssigkeitsaufnahme. Das kann besonders an heissen Tagen gravierende Folgen haben. Eine Ernährungsberaterin gibt Auskunft.

Insbesondere bei Kindern sollte man darauf achten, dass sie über den Tag verteilt immer wieder etwas trinken, weil sie von selber oft nicht daran denken.
Insbesondere bei Kindern sollte man darauf achten, dass sie über den Tag verteilt immer wieder etwas trinken, weil sie von selber oft nicht daran denken.
Foto: Getty

Mindestens eineinhalb Liter Flüssigkeit braucht der Körper pro Tag – und noch mehr, wenn die Temperaturen steigen und wir schwitzen. Denn das ist das natürliche und beste Mittel, um den Körper zu kühlen. Das Durstgefühl ist jedoch individuell. Während die einen kaum ohne Trinkflasche aus dem Haus gehen, kommt es anderen während Stunden nicht in den Sinn, etwas zu trinken.

«Durst ist eigentlich bereits ein Alarmzeichen, dass der Körper zu wenig Flüssigkeit erhalten hat», sagt Sabine Hercher, Ernährungsberaterin beim Verein Gsünder Basel. Sie rät deshalb, regelmässig über den Tag verteilt, immer wieder ein Glas leer zu trinken. Auch Früchte und Gemüse wie etwa Melonen, Gurken und Tomaten bestehen hauptsächlich aus Wasser.

Der Körper gibt Hinweise

Besonders Kinder vergessen häufig zu trinken. Wenn man ihnen regelmässig zu den Mahlzeiten und zwischendurch einen Becher Wasser oder ungesüssten Tee bereitstellt, gewöhnen sie sich mit der Zeit daran. «Ein lustiges Trinkfläschchen kann helfen», rät Hercher. Auch älteren Menschen, das heisst ab etwa 65, komme das Durstgefühl häufig abhanden. An Hitzetagen sei das problematisch. «Dehydration, also Austrocknung, kann zu Kopfschmerzen, Verwirrungszuständen oder Schwächeanfällen führen.»

«Durst ist eigentlich bereits ein Alarmzeichen»: Ernährungsberaterin Sabine Hercher.
«Durst ist eigentlich bereits ein Alarmzeichen»: Ernährungsberaterin Sabine Hercher.
Foto: PD

Ein zuverlässiger Warnhinweis auf Flüssigkeitsmangel ist dunkelgelber, stark konzentrierter Urin. Zudem neigen Wenig-Trinkende zu Verstopfung, weil der Körper das Wasser dann für lebenswichtige Stoffwechselvorgänge in den Zellen sowie den Transport von Nährstoffen im Blut aufspart. Auch Müdigkeit, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, trockene Haut, Frieren und unangenehm riechender Atem können bei einer Austrocknung auftreten.

Ungesüsstes bevorzugen

Der grösste Teil des Flüssigkeitsbedarfs sollte mit Wasser oder ungesüsstem Tee gedeckt werden. Wer etwas Geschmack vorzieht, kann Kräuter, Zitrone, Beeren, Ingwer- oder Gurkenstücke dazugeben. Mineralwasser ist nicht unbedingt nötig, kann aber für Personen, die keine Milchprodukte zu sich nehmen oder für Osteoporose-Betroffene eine gute Kalzium-Quelle sein. Mineralien sind ausserdem in isotonischen Getränken enthalten. Aber Vorsicht: Diese enthalten oft auch viel Zucker. Deshalb empfiehlt sie Sabine Hercher nur nach extremen sportlichen Leistungen. Auch Smoothies und Fruchtsäfte seien zwar gesunde Vitaminbomben, aber ebenfalls reich an Zucker, warnt die Fachfrau. «Man sollte zurückhaltend damit sein und sie mit Wasser verdünnen.»