Geheimnisvolle Klanglandschaften

In seinem neuen Projekt macht Werner Hasler Anleihen bei der E-Musik und generiert dabei mystische, doppelsinnige Sounds.

Verquickt das Fühl- mit dem Hörbaren: Soundsucher Werner Hasler.

Verquickt das Fühl- mit dem Hörbaren: Soundsucher Werner Hasler. Bild: zvg

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Wer auch nur ein wenig mit dem musikalischen Werdegang des 1969 geborenen Werner Hasler vertraut ist, der weiss, dass von ihm kein 08/15-Jazz zu erwarten ist. Zwar erhielt er seine Ausbildung an der Swiss Jazz School in Bern, wo er Bert Joris zu seinen wichtigsten Einflüssen zählte. Ein «traditioneller» Jazztrompeter, der den athletischen Seiten seines Instruments frönt, war Hasler jedoch nie. Entsprechend bezeichnet er sich heute auf seiner Webpage als Komponist, Melodiemacher und Soundsucher, der – auch, ist man versucht zu ergänzen – die Trompete und elektronische Klangerzeuger bedient.

Die Suche nach dem Unerhörten

In der Tat durchzieht das Erforschen von Melodien und Sounds fernab gängiger Hörgewohnheiten das ganze Schaffen von Werner Hasler, das aufgrund seines experimentellen Charakters am treffendsten mit «Work in Progress» umschrieben werden könnte. Hier ist nicht der Ort, um das bisherige Werk Haslers zu rekapitulieren, trotzdem sei zumindest auf die Gruppe Manufactur sowie auf die Zusammenarbeit mit der Sängerin Kamilya Jubran verwiesen.

Haslers neustes Projekt, das den Namen The Outer String trägt, reiht sich in die haslersche Suche nach dem Unerhörten ein. Dabei lassen sich Anleihen an die E-Musik vernehmen, die schon durch die Besetzung vorgegeben scheinen: Auf dem unter demselben Titel bei Unit Records erschienenen Album vereint der Leader ein in seiner Art einzigartiges Quartett mit der Violinistin Katryn Hasler, die bislang vor allem im Umfeld von Don Li von sich hören gemacht hat, dem Cellisten Carlo Niederhauser und dem Schlagzeuger Christoph Steiner. Daneben trifft sich der Trompeter zu vier Duos mit dem Cellisten Vincent Courtois.

Unterschwellige Klangbotschaften

Das Ergebnis dieser instrumentalen Kombinationen ist eine eher spröde anmutende Tonlandschaft, in der nebst der angesprochenen modernen E-Musik auch arabische Elemente ihre Spuren hinterlassen haben. Interessanterweise scheint sehr viel unterschwellig zu passieren: Es ist, als ob neben der hörbaren Tonspur eine zweite, eher fühl- denn vernehmbare Ebene mitschwingen würde, wobei die Verbindung der beiden den ganzen klanglichen Reichtum dieser geheimnisvollen Musik ausmacht.

An der Plattentaufe sind nebst Hasler und Niederhauser die Cellistin Gyda Valtysdottir und der Schlagzeuger Julian Sartorius mit von der Partie.

(Der Bund)

Erstellt: 03.05.2012, 07:56 Uhr

Konzert

Be-Jazz Club, Freitag, 4. Mai, 20.30 Uhr. www.bejazz.ch

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