Wunderland und Dschunderdschland

48 Stunden im Wunderland: Die Heitere Fahne feiert mit Grinsekatzen und weissen Kaninchen den Start des Theaterbetriebs.

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«Wie gross möchtest du gern sein?», fragt die blaue Raupe Alice im Wunderland. Auf dem Vorplatz der Heiteren Fahne erlebt die drei Zoll kleine Raupe nun selber einen Wachstumsschub und wird zur drei Meter langen Deko. Im Innern der ehemaligen Brauereiwirtschaft unterhalb der Gurtenbahn wächst momentan auch das Bühnenbild. Zum ersten Mal seit 13 Jahren wird die Guckkastenbühne im historischen Theatersaal wieder bespielt, mit einem Stück, das nur der Traumlogik verpflichtet ist. Die Regisseurin Anne Sophie Domenz und die Dramaturgin Meike Schmitz haben 2009 eine eigene Textfassung des psychedelischen Kinderbuchs von Lewis Carroll erarbeitet und Songs dazu geschrieben. «‹Alice im Dschunderdschland› ist eine Art trashiges Musical», so Schmitz. «Alice erlebt im Wunderland nicht die absolute Freiheit, sondern fällt in ein System, in dem neue Grenzen und Regeln vorhanden sind.» Damit verbunden sind für die Dramaturgin die Kritik an der Leistungsgesellschaft und dem Streben nach Perfektion. Themen, mit denen sich auch das integrative Kulturprojekt Heitere Fahne seit der Eröffnung letzten November beschäftigt.

«Würdest du mir bitte sagen, wie ich von hier aus weitergehen soll?», fragt Alice die Grinsekatze. Diese Frage stellen sich auch die Betreiber der Heiteren Fahne. Wer dem weissen Kaninchen folgt, erlebt unter anderem eine Traum-Performance der Choreografin Marion Zurbach, hört ein Liebeslied an die verlorene Zeit und reist in die Vergangenheit des Gebäudes. Mit Installationen sowie dem Theater- und Hörspielrundgang «Next Door to Alice» vom Kollektiv Frei_Raum wird das eigene Wunderland hinterfragt. Gleichzeitig ist es der Startschuss für einen regelmässigen Theaterbetrieb.

Heitere Fahne Wabern Fr, 7., bis So, 9. Februar. (Der Bund)

Erstellt: 06.02.2014, 09:50 Uhr

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