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Wie transparent informiert der Kanton über Trinkwasser?

Der neue kantonale Umweltminister Christoph Ammann legt sich nicht fest, ob der Kanton Resultate seines Labors künftig umgehend publizieren wird.

Wird der Kanton künftig Trinkwasserdaten sofort und von sich aus veröffentlichen? Im Gespräch mit dem «Bund» legt Ammann sich nicht fest.
Wird der Kanton künftig Trinkwasserdaten sofort und von sich aus veröffentlichen? Im Gespräch mit dem «Bund» legt Ammann sich nicht fest.
Adrian Moser

Der Start von SP-Regierungsrat Christoph Ammann als neuer Umweltminister war geprägt von der akuten Frage, wie stark das Trinkwasser mit Pestiziden belastet ist. Zwar verbleibt das Amt für Wasser und Abfall mit der Direktionsreform weiterhin bei Regierungskollege Christoph Neuhaus (SVP). Das Kantonslabor aber wechselte in die neue Wirtschafts-, Energie- und Umweltdirektion von Ammann.

Messdaten des Kantonslabors über die Belastung von Trinkwasserdepots mit dem seit kurzem verbotenen Pestizid Chlorothalonil wurden kürzlich erst aufgrund eines Gesuchs nach Öffentlichkeitsgesetz der «Berner Zeitung» publik. Der Kanton hatte sie nicht aus eigener Initiative publiziert, weil er als Vollzugsbehörde einer gesetzlichen Schweigepflicht untersteht, was sachlich korrekt ist

Nur: Dass die Direktion von Ammann das Öffentlichkeitsgesuch gutgeheissen hat, zeigt ja gerade, dass offensichtlich ein juristischer Spielraum zur Lockerung der Schweigepflicht besteht. Wird der Kanton also künftig solche Daten sofort und von sich aus veröffentlichen? Im Gespräch mit dem «Bund» legt Ammann sich nicht fest: «Der Kanton hat die Trinkwasserversorger aufgefordert, ihr Trinkwasser zwei- bis viermal jährlich auf Chlorothalonil-Metaboliten untersuchen zu lassen und die Bevölkerung über die Ergebnisse zu informieren. Falls der Kanton selber Messungen vornimmt, wird er informieren, wenn aussagekräftige Messreihen vorliegen.»

Freiwillige Reduktion

Dass noch nicht feststeht, ob der Kanton künftige Resultate seines Labors von sich aus veröffentlicht, begründet Ammann so: «Die belasteten Trinkwasserversorgungen sind ja nun bekannt, jetzt geht es darum, Resultate zur Entwicklung zu haben, die wissenschaftlich aussagekräftig sind.» Zudem seien die Grenzwertüberschreitungen bisher in einem Bereich, «der keine Gefahr für die Gesundheit darstellt». Bereits seit langem ist Ammann zudem für die Landwirtschaftspolitik zuständig, welche allerdings weitestgehend Bundessache ist.

So hat Bern zwar als erster Kanton eine Verbot von Chlorothalonil gefordert, beschliessen musste es aber der Bund. Unter Ammann hat der Kanton jedoch zum Beispiel das Berner Pflanzenschutzprojekt lanciert, das Bauern zu einer freiwilligen Reduktion des Pestizideinsatzes bewegen soll. «Es ist ein Erfolg», sagt Ammann. Rund 60 Prozent der Betriebe, die Getreide, Gemüse, Obst und Reben anbauen, würden sich an den diversen Massnahmen beteiligen.

Eine offene Frage ist allerdings, ob es nicht gerade in Gebieten um Trinkwasserfassungen schärfere Massnahmen braucht, um die Pestizidbelastung zu reduzieren, wie es die kantonale SP in einem Vorstoss fordert (lesen Sie hier, was die SP in ihrem Vorstoss genau fordert). Ammann ist skeptisch: «Die Grundwasserströme sind oft über ein sehr weites Gebiet gefächert und zum Teil auch zu wenig bekannt.»

Beim Anteil der Biobauern bewegt sich der Kanton im schweizerischen Durchschnitt. Man wolle den Anteil mit einem neuen Förderprogramm erhöhen, sagt Ammann. «Dabei geht es vor allem darum, den Absatz von Bioprodukten zu steigern. Letztlich entscheiden die Konsumenten, wie viel biologischer Landbau betrieben wird.»

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