Die Johannesgemeinde funktioniert bald wieder

Aufbruchstimmung nach dem Grounding vom letzten Jahr: Die reformierte Kirchgemeinde Johannes Bern hat heute einen neuen Kirchgemeinderat gewählt.

Marco Ryter ist der neue Präsident der reformierten Kirchgemeinde Johannes Bern.

Marco Ryter ist der neue Präsident der reformierten Kirchgemeinde Johannes Bern.

(Bild: zvg)

Die Kirchgemeindeversammlung von heute Sonntag sei sehr ruhig verlaufen. Über das Ergebnis sei er «maximal erfreut». Dies sagt Anton Genna, Sonderverwalter der reformierten Johannesgemeinde in Bern, auf Anfrage. Die Versammlung wählte sieben Mitglieder – nebst dem Präsidenten Marco Ryter zwei Frauen und vier Männer. Laut Genna wird der neue Rat die Geschäfte am 1. März übernehmen. Damit wird die Sonderverwaltung zu Ende gehen.

Die Neuen – «ein Dreamteam»

Die sieben neuen Ratsmitglieder kämen tatsächlich von aussen und stünden für einen wirklichen Neuanfang in der Kirchgemeinde, sagt Genna. Keines von ihnen sei in den Konflikt zuvor involviert gewesen. Der Sonderverwalter spricht von einem «Dreamteam». An der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung von heute Vormittag, an der rund 50 Stimmberechtigte und weitere Personen teilgenommen hatten, habe er eine «höchst motivierte Stimmung» wahrgenommen. Im letzten Juni, als er damit anfing, den Neustart in die Wege zu leiten, sei in der Kirchgemeinde noch eine «ziemliche Niedergeschlagenheit» zu spüren gewesen.

Heftiger Streit um Kompetenzen

In der Kirchgemeinde im Berner Nordquartier hatte sich in den letzten Jahren ein Konflikt derart zugespitzt, dass der Kirchgemeinderat schliesslich nicht mehr handlungsfähig war. Letztlich war es ein Streit um Kompetenzen zwischen den professionellen Mitarbeitenden der Kirchgemeinde und Mitgliedern der Milizbehörde. Erschwerend kam dazu, dass der Rat selber tief gespalten war. Als die letzten beiden Ratsmitglieder zurücktraten, setzte der Regierungsrat am 8. Juni eine sogenannte besondere Verwaltung ein. Dafür wurde Anton Genna, ehemaliger Regierungsstatthalter von Thun und ehemaliger Kirchenschreiber der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet.

Es sei eine Illusion, zu meinen, in einer Kirchgemeinde mit so unterschiedlichen Mitarbeitenden werde es keine Konflikte geben, sagt Genna, «das wäre ja eine absolut tote Gemeinde». Entscheidend werde sein, wie der neue Kirchgemeinderat kommuniziere, intern harmoniere und die Mitarbeitenden der Kirchgemeinde motiviere.

Die Gewählten: Präsident Marco Ryter (pensionierter Architekt, Mitglied Stiftungsrat Haus der Religionen), Magdalena Schindler (Kunsthistorikerin), Anita Schnyder (Raumplanerin), Tobias Harnickell (Informatiker), Christoph Scheurer (Lehrer), Ernst Steiner (Event- und Kulturmanager), Jürg Weber (Dozent).

DerBund.ch/Newsnet

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