Die drei Fünfstern-Favoriten und ihre Herausforderer

32 Mannschaften, ein Pokal: Brasilien, Argentinien und Spanien steigen mit den grössten Chancen ins Turnier – die Schweiz gehört zu den ambitionierten Aussenseitern.

Die Serienjubler streben nach der nächsten Krönung: Spanien holte 2008, 2010 (Bild) und 2012 den EM- respektive WM-Titel. Foto: Keystone

Die Serienjubler streben nach der nächsten Krönung: Spanien holte 2008, 2010 (Bild) und 2012 den EM- respektive WM-Titel. Foto: Keystone

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Brasilien: Wunschfinal gegen Argentinien
Luiz Felipe Scolari weiss, wie man Weltmeister wird. Er war Coach, als Brasilien 2002 in Yokohama zum fünften und bislang letzten Mal triumphierte. Der 65-Jährige ist nach zwei enttäuschenden Turnieren 2006 und 2010 nun wieder Chef und hat für einen Brasilianer einen aussergewöhnlichen Wunsch: Er möchte nicht, dass Argentinien möglichst bald ausscheidet. Er würde den fussballerischen Lieblingsfeind und Nachbarn gerne im Final treffen am 13. Juli in Rio.

Brasilien - Argentinien ist für Scolari das wahrscheinlichste Endspiel, so liest er das aus dem Tableau. Dass es für sein Team eigentlich gar keine andere Option gibt als den Final und den Sieg, das weiss Scolari. Vor einem Jahr hat Brasilien den Confed-Cup gewonnen. Dank den Weltklasse-Innenverteidigern Thiago Silva und David Luiz und dem auf die Hitze ausgerichteten Konterspiel. Entscheidend für die Brasilianer wird sein, ob die Offensive wieder so hervorragend funktioniert wie damals, als Routinier Fred (30) und Jüngling Neymar (22) in fünf Partien zusammen neun Treffer erzielten und im Final gegen Spanien für alle Tore zum 3:0 besorgt waren.


Argentinien: Unverschämt starke Offensive
Das muss sich ein Trainer erst erlauben können, was sich Alejandro Sabella erlaubt hat. Er hat auf Carlos Tévez verzichtet, den verrückten Kämpfer von Juventus Turin, an seinen guten Tagen Weltklasse. Sabella kann das, weil er auch ohne Tévez unverschämt viel Klasse in der Offensive zur Verfügung hat. Die Namen: Lionel Messi, Angel Di Maria, Ezequiel Lavezzi, Gonzalo Higuaín, Sergio Agüero und Rodrigo Palacio. Ihre Saisonbilanzen: Messi 41 Tore, Agüero 28, Higuaín 24, Palacio 22, Lavezzi 12 und Di Maria 11 (plus 18 Assists). Ihre Clubs: Barcelona, Manchester City, Napoli, Inter, Paris Saint-Germain und Real Madrid. Oder anders gesagt: Wer eine solche Offensivkraft besitzt, der kann nur ein Ziel haben, den WM-Titel. Das haben die Argentinier auch, die sehnsuchtsvoll auf den dritten Triumph nach 1978 und 1986 warten. Aber sie werden auch von drängenden Fragen verfolgt. Die eine: Schafft es Messi diesmal, die übergrossen Erwartungen zu erfüllen? Die andere: Was leistet eine Defensive, in der nur Rechtsverteidiger Pablo Zabaleta von überragender Qualität ist?


Spanien: Qualität und Varianten
Europameister 2008, Weltmeister 2010, Europameister 2012 – Casillas, Ramos, Piqué, Martínez, Iniesta, Xabi Alonso, Mata, Koke, Xavi, Diego Costa, Torres, Navas, Pedro, Villa: Statistik und Namen allein genügen, um Spanien fünf Sterne zu verleihen und das Team zu den Topanwärtern auf die nächste Krönung zu machen. Vicente del Bosque ist der Chef, 63, die Ruhe selbst und laut Vertrag mindestens bis 2016 im Amt. Der Mann mit dem Schnauz schiebt die alleinige Favoritenrolle dem Gastgeber zu: «Die Leute in Brasilien erwarten von ihrer Mannschaft, dass sie den Pokal holt.» Del Bosque weiss aber sehr wohl, in welch luxuriöser Ausgangslage er sich befindet: Er verfügt über eine Vielzahl an Spielern von höchster Qualität, die Systeme sind variabel, die spanischen Clubteams haben die beiden europäischen Wettbewerbe dominiert. Mit der Prägung von Barcelona düpierten die Spanier an den letzten drei Endrunden die Konkurrenz. Aber sie kennen nicht nur Tiki-Taka, sondern auch das einfache, schnörkellose, disziplinierte Spiel mit ihren Vertretern von Champions-League-Sieger Real sowie -Finalist und Meister Atlético Madrid.



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Deutschland: Nur der Titel zählt
Mit sechs Toren nach der Pause fegte das Team von Joachim Löw letzten Freitag Armenien vom Platz. Vergessen war der negative Vorfall mit dem Dortmunder Kevin Grosskreutz, der nach dem Cupfinal in einem Berliner Hotel randaliert hatte, der Führerausweisentzug für Raser Löw und der schwere Autounfall bei einem Werbefilmdreh im Trainingslager im Südtirol, bei dem Draxler und Höwedes wie durch ein Wunder heil blieben. In der Nacht nach dem 6:1 gegen die Armenier kam der Dämpfer: Die Sprunggelenkverletzung, die sich Kreativspieler Marco Reus zugezogen hatte, bedeutete sein WM-Aus. Das ist hart für Reus – und für Löw. Denn der weiss: Für Deutschland ist nur der Titel gut genug.


Italien: Gefährliche Probleme
Es hätte vermutlich ein nettes Warmschiessen werden sollen für Italien, das letzte Testspiel vor der WM am vergangenen Mittwoch gegen Luxemburg. Am Ende hatten die Azzurri nur die Blamage: 1:1. Trainer Prandelli reagierte gelassen: Er zweifle überhaupt nicht an der Leistungsfähigkeit seines Teams, sagte er, «Spieler, die vor der WM stehen, gehen mit ihren Kräften vorsichtig um». Die Italiener also spielten zuletzt nicht gut. Sie hatten auch Pech mit dem Schienbeinbruch von Montolivo im vorletzten Test gegen Irland (0:0). In ihrem Kader stehen Austeiler wie Chiellini und De Rossi, Unberechenbare wie Cassano und Balotelli. Und irgendwie wissen wir damit schon: Italien könnte wieder ziemlich gefährlich sein, wenn es dann losgeht.


Uruguay: Der Paradesturm
Wer braucht sich schon vor der Konkurrenz zu fürchten, der Stürmer hat, die Edinson Cavani oder Luis Suárez heissen? Cavani, 16-facher Saisontorschütze für Frankreichs Meister Paris Saint-Germain, und Suárez, mit 31 Toren Treffsicherster der Premier League und zu Englands Fussballer des Jahres gewählt, erfüllen höchste Ansprüche. Dahinter steht der 35-jährige Altmeister Diego Forlán bereit. Ein ganz sorgenfreier Trainer ist Oscar Washington Tabárez aber nicht. Abwehrchef David Lugano (33) kam in der letzten Saison nur zu neun Einsätzen bei West Bromwich Albion. Trotzdem will Uruguay, der Weltmeister von 1930 und 1950, im nördlichen Nachbarland mindestens gleich viel erreichen wie 2010 mit der Halbfinal-Qualifikation.


Belgien: Eindrückliches Aufgebot
Die Erinnerungen an die guten alten Zeiten der «diables rouges» sind verstaubt, rund 30 Jahre ist es her, seit sie im Final einer EM standen (1980) und im Halbfinal einer WM (1986). Jetzt fahren sie mit einer Mannschaft zur WM, die sich berechtigte Hoffnungen machen kann, an die Erfolge der Pfaffs, Gerets’, Scifos und Ceulemans’ anzuknüpfen. Marc Wilmots hat jedenfalls ein eindrucksvolles Aufgebot: Courtois (Atlético Madrid), Kompany (Manchester City), Vertonghen, Dembelé (beide Tottenham), De Bruyne (Wolfsburg), Mirallas, Lukaku (beide Everton), Hazard (Chelsea). Es wäre eine Überraschung, wenn sie ihre Gruppe mit Algerien, Russland und Südkorea nicht als Erste beenden würden.


Chile: Der andere Diaz
Keiner beim FC Basel dürfte über die Entlassung von Murat Yakin glücklicher sein als Marcelo Díaz. Der Trainer und der chilenische Spielmacher verstanden sich nicht, Díaz sass immer wieder auf der Bank. Einen ganz anderen Status hat er im Nationalteam: Der 27-Jährige ist Stammspieler und Vertrauter von Coach Jorge Sampaoli, der in der Qualifikation Claudio Borghi nach drei Niederlagen in Serie ablöste. Der Argentinier führte die Chilenen mit fünf Siegen und einem Remis in den letzten sechs Partien auf Platz  3 hinter Argentinien und Kolumbien und sicher an die WM. Der ruhige «Basler» Díaz war dabei eine der Schlüsselfiguren, neben den schillernden Stars wie Arturo Vidal von Juventus Turin und Alexis Sánchez von Barcelona.


Holland: Die Zweifel sind da
Holland hat in der Offensive Robben, Sneijder und Huntelaar. Aber der Finalist von 2010 hat auch Zweifel: Van Persie, mit 11 Treffern in der Qualifikation der beste europäische Stürmer, erlebte bei Manchester United eine von Verletzungen geprägte Saison. Und erlitt nun wieder eine leichte Muskelverletzung. Nationaltrainer Van Gaal hat im letzten Test gegen Wales wenig Gutes gesehen. Seine Mannschaft habe viele unnötige Pässe gespielt und nicht genug Druck erzeugt. Van Gaal ist aber auch in die Kritik geraten, weil er abgekommen ist vom traditionellen 4-3-3. Und wenn er nun an das nächste Spiel denkt, an den Turnierauftakt gegen Spanien, dann sagt er: «Es muss alles besser werden.»



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Frankreich: Auf zu neuen Ideen
Den verletzungsbedingten Ausfall von Franck Ribéry bedauern die Franzosen zwar, weil sie auf ihren Star verzichten müssen, der in der Qualifikation an 11 von 18 Toren beteiligt war. Aber es gibt auch Leute wie den ehemaligen Nationaltrainer Domenech, der sagt: «Ribérys Abwesenheit macht den Weg frei für neue Ideen.» Frankreich erlebte 2010 eine desaströse WM, mit jämmerlichen Leistungen auf und blamablem Verhalten neben dem Platz. Unter Coach Didier Deschamps hat die Auswahl an Stabilität gewonnen, kämpft aber noch mit Leistungsschwankungen.


Elfenbeinküste: Mit Antreiber Touré
Es sind noch immer die gleichen Namen, die gleichen alten Kämpfer, die bei der Elfenbeinküste im Mittelpunkt stehen: Kolo Touré, 33 Jahre/107 Länderspiele, Didier Zokora, 33/119, Yaya Touré, 31/82 und Didier Drogba, natürlich er, 36/101. Yaya Touré ist der letzte von ihnen, der sich noch auf absolutem Topniveau bewegt. Mit seiner fantastischen Energie trieb er Manchester City zum Titel. Vielleicht reicht es den «Elefanten» dank ihm in die Achtelfinals. Mehr liegt nicht drin.


Mexiko: Invasion der Fans
Über 50'000 Fans werden aus dem hinter Brasilien einwohnerstärksten Land Lateinamerikas bei der WM erwartet – und sie alle fordern den Einzug in die Viertelfinals, nachdem die Mexikaner zuletzt fünfmal in Folge im Achtelfinal gescheitert sind. In der Qualifikation tat sich das Team um Altmeister Rafael Márquez und ManU-Stürmer Javier «Chicharito» Hernández schwer. Es verbrauchte drei Trainer, erst der vierte, der als Choleriker geltende Miguel Herrera, führte es mit zwei Siegen im Playoff gegen Neuseeland doch noch nach Brasilien.


Russland: Vertrauen in Capello
2006 und 2010 hatte es die WM verpasst, nun qualifizierte sich Russland mit 22  Punkten und 20:5 Toren in 10 Spielen auf Platz 1, Portugal musste in die Barrage. Trainer Fabio Capello ist so geschätzt, dass er eine Vertragsverlängerung bis zur Heim-WM 2018 erhielt. Im Kader fehlen die grossen Namen, das Team kann in der Gruppe mit Belgien, Südkorea und Algerien dennoch nur ein Ziel haben: den Achtelfinal. Es wäre eine Premiere. Russland hat seit dem Ende der Sowjetunion die Gruppenphase nie überstanden.


Kolumbien: Falcao, der grosse Abwesende
Erstmals seit 1998 ist Kolumbien wieder an einer WM dabei – und die Qualifikation war kein Zufallsprodukt. Hinter Argentinien und vor Chile, Ecuador sowie Uruguay sicherte sich das Team des argentinischen Trainers José Pekerman den Startplatz. Die Kolumbianer gelten als offensivfreudig, aber auch als nicht überaus stabil in der Abwehr. Lange währte die Hoffnung, Radamel Falcao würde die Zeit reichen, um sich von seinem im Januar erlittenen Kreuzbandriss zu erholen. Aber der 28-jährige Stürmer musste letzte Woche Forfait erklären.


Schweiz: An die Leistungsgrenze
Der Schweiz kann es ergehen wie 2010: Wenn sie das Leistungsmaximum nicht abruft, droht das schnelle Aus. So sehr die Auslosung auf den Achtelfinal hoffen lässt: In Ecuador und in Honduras rechnet man sich genauso Chancen aus. An Selbstvertrauen mangelt es der SFV-Auswahl nicht, was auch mit der Qualifikation für Brasilien ohne Niederlage zu tun hat. Entscheidend wird sein, dass sie die mentale Stärke und körperliche Härte mitbringt, die bei dieser WM besonders für den Erfolg entscheidend sein werden.


USA: «Klinsi» gnadenlos
Vor der WM 2006 degradierte Trainer Jürgen Klinsmann Oliver Kahn zum Torhüter Nummer 2 und führte die Deutschen auf Rang 3. Als Nationalcoach der USA fällte «Klinsi» erneut einen delikaten Entscheid: Er sortierte Landon Donovan aus. Der 32-jährige Offensivspieler bestritt 156 Länderspiele und erzielte 57 Tore – beides US-Rekord. Klinsmann begründet: «Ich setze auf die Jungen.» Einer davon ist Julian Green, 19 – er spielt bei Bayern München II in der Regionalliga.


Kroatien: Spitzenfussballer in Serie
Kroatien hat rund 4,2 Millionen Einwohner. In einem Wettbewerb um das effizienteste Spitzenfussballer-Produktionszentrum würde es sich mit Uruguay ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. In ihrer jungen Geschichte hatten die Kroaten schon Weltklasse-Spieler wie Suker, Boban, Jarni und die Gebrüder Kovac. Jetzt ist das Team mit Pletikosa, Srna, Modric, Rakitic, Kovacic, Perisic, Olic, Eduardo und Mandzukic gut genug, um an der WM einen ordentlichen Weg zurückzulegen. Es ist aber auch in einer Gruppe, in der alles früh zu Ende sein kann: Brasilien, Mexiko und Kamerun sind die Gegner.


Portugal: Abhängig von Ronaldo
2010 blieben die Portugiesen im Achtelfinal an Spanien hängen. Ob sie 2014 länger im Turnier bleiben, hängt von Cristiano Ronaldo ab. Aber: Wie ernsthaft behindert den Rekordtorschützen die Sehnenentzündung im linken Bein? Ein Plus: Neben Ronaldo haben Coentrão und Pepe mit Real die Champions League gewonnen. Trainer Paulo Bento, der an der EM 2012 Portugal in den Halbfinal führte, riskiert nicht gern. Entsprechend kommuniziert er: Alles, was über die Achtelfinals hinausgehe, seien Träumereien.


Ghana: Boatengs grosse Worte
Was wären Afrikaner ohne ihre Übernamen, ihre Dramen und Hoffnungen? Die Ghanaer sind die «Black Stars», die 2010 im Viertelfinal standen und dann das aufwühlende Elfmeterschiessen gegen Uruguay verloren. In Brasilien sind sie voller Ehrgeiz. Kevin-Prince Boateng sagt schon einmal: «Der ganze Kontinent wartet darauf, dass sich eine afrikanische Mannschaft den Titel holt. Wir wollen unser Land glücklich machen.» Die Prognose: Ghana wird Afrikas Warten nicht beenden, zu schwer ist nur schon die Gruppe mit Deutschland, Portugal und den USA.



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England: Hodgsons Fauxpas
Als die Engländer vor einer Woche in einem Testspiel Ecuador erwarteten, antwortete Trainer Roy Hodgson auf die Frage, was er vom ecuadorianischen Fussball wisse: «Das ist, als ob Sie mich fragen würden, was ich von den Aufstiegschancen des englischen Drittligisten Crewe Alexandra halte.» Die Partie endete 2:2, die Arroganz der Engländer wurde bestraft. Daraus gelernt haben sie nichts – wie das 0:0 gegen Honduras beweist.


Nigeria: Das Warten geht weiter
1994 scheiterte Nigeria an der WM im Achtelfinal im Penaltyschiessen am späteren Finalisten Italien. Der afrikanische Fussball hat die in den 1990er-Jahren gestiegenen Erwartungen nie erfüllen können und wartet weiterhin auf den ersten WM-Halbfinalisten. Dieses Team wird daran nichts ändern, im Kader stehen nur wenige mit grösserem Talent: John Obi Mikel (Chelsea) ist der Bekannteste.


Japan: Mit Zac, dem Italiener
Es hatte bis 1998 gedauert, bis sich die Japaner erstmals für eine WM qualifizierten. Seither sind sie immer dabei gewesen. Seit 2010 werden sie mit schönem Erfolg von Alberto Zaccheroni betreut. Der Italiener, kurz Zac genannt, führte sie 2011 zu ihrer ersten Asienmeisterschaft. Und nun lebt dank einem Shinji Kagawa und vieler Spieler aus der Bundesliga die Hoffnung auf den Achtelfinal.


Ecuador: Valencia, der Star
Edison Méndez gehört in Ecuador zur Fussballfolklore. Denn er erzielte jenes Tor, das seinem Land den ersten Sieg an einer WM sicherte, 2002 gegen Kroatien. 35 ist er inzwischen und trotzdem noch immer aktiv. Star der Stunde ist Antonio Valencia, der zwar nicht torgefährliche, aber enorm schnelle Spieler von Manchester United, der die rechte Seite ganz allein bearbeiten kann.


Griechenland: Die Betonmischer
Die Griechen wurden 2004 mit Trainer Otto Rehhagel und einer ultradefensiven Spielweise Europameister. Zehn Jahre später qualifizierten sie sich mit dem brasilianischen Coach Fernando Santos mit derselben Taktik zum dritten Mal für eine WM. In 12 Ausscheidungsspielen liessen sie nur 6 Tore zu. Santos hat den Rücktritt zum WM-Ende angekündigt. Ausserhalb Griechenlands bedauert das niemand.


Südkorea: Wirbliges Spiel
Wie oft war Südkorea seit der verpassten Qualifikation für 1982 an der WM dabei? Immer. Am Heimturnier schaffte es die Mannschaft 2002 in den kleinen Final. Nationaltrainer Hong war damals Captain des Teams, 17  Spieler aus dem aktuellen Kader stehen im Ausland unter Vertrag. Die Südkoreaner suchen das wirblige Spiel. Dafür steht auch ihr bester Spieler: Leverkusens Son.


Bosnien-Herzegowina: Keine Erfahrung
In der Qualifikation beeindruckten die Bosnier, verloren nur 1 von 8 Spielen bei einem Torverhältnis von 30:6. Edin Dzeko, Meister mit Manchester City, erzielte zusammen mit dem Stuttgarter Vedad Ibisevic 18 Tore auf dem Weg nach Brasilien. Aber die Erfahrung fehlt: Das Team mit dem ehemaligen GC-Flügel Izet Hajrovic ist zum ersten Mal an einem grossen Turnier vertreten.



Algerien: Bekannter Trainer. Der grösste Fussballer mit algerischem Blut hiess Zinédine Zidane, aber er spielte für Frankreich. Berühmte Namen fehlen auch heute, den bekanntesten trägt der Trainer: Vahid Halilhodzic, unter dem sich Alex Frei in Rennes durchbeissen musste.

Iran: Queiroz und Davari. Carlos Queiroz trainierte einst Real Madrid, jetzt führte er den Iran an die WM und setzt auf den neuen GC-Torhüter Daniel Davari. Queiroz sagt: «Wir reisen nicht als Touristen nach Brasilien.»

Costa Rica: Kaum Punkte. Costa Rica ist klein, hat mit gut 4  Millionen aber mehr Einwohner als Gegner Uruguay (3,5). Sportlich kann das Team nicht mithalten und wird in der Gruppe mit Italien und England kaum punkten.

Honduras: Fehlende Klasse. 1982 und 2010 an der WM – aber noch sieglos. Das Team kompensiert fehlende spielerische Klasse mit Härte. Steven Gerrard klagte am Samstag nach dem 0:0 der Engländer über «entsetzliche Zweikämpfe».

Kamerun: Finke und Eto’o. Trainer Finke sagt über Stürmerstar Eto’o: «Er hat nach dem Abenteuer bei Anschi Machatschkala bei Chelsea seine Bestform wiedergefunden.» Das tönt gut. Für die Achtelfinals reichts gleichwohl nicht.

Australien: Schnelle Heimreise. Viele von ihnen sind jung und haben weniger als 10  Länderspiele, ihr Star ist 34 und heisst Tim Cahill. Alle erwarten drei wunderbare Spiele, gegen Spanien, Holland und Chile, und eine schnelle Heimreise.

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