Deutschland gehört die Zukunft

WM-Finale

Mit dem 1:0-Finalsieg gegen Argentinien holt Deutschland den ersehnten Titel.

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Ruedi Kunz

In Rio de Janeiro ist am Sonntag Historisches passiert. Als erstes europäisches Land gewinnt Deutschland eine Weltmeisterschaft in Lateinamerika. Die Deutschen sind ein verdienter Weltmeister. Keine Mannschaft hat in Brasilien mehr Tore erzielt und spektakulärer gespielt als das Team von Joachim Löw. Der 54-Jährige ist der Baumeister des vierten WM-Titels unserer nördlichen Nachbarn. Er steht für mutigen Angriffsfussball, fürs variable und schnelle Umschalten von Offensive auf Defensive, für grosse taktische Flexibilität, für Innovation und Offenheit, wie man sie bei berühmten Trainern längst nicht immer sieht.

Bei allem Lob für Löw darf eines nicht vergessen gehen: Er hatte das Glück, eine Generation von sehr gut ausgebildeten und überdurchschnittlich begabten Fussballern zur Verfügung zu haben. Torhüter Manuel Neuer hat an der WM eindrücklich bewiesen, dass er unbestritten die Weltnummer 1 ist zwischen den Pfosten. Mats Hummels bewegt sich in der Innenverteidigung auf den Spuren der grossen Legenden Franz Beckenbauer und Franco Baresi. Philipp Lahm ist ein Musterbeispiel eines polyvalenten Komplettfussballers. Toni Kroos ist auf dem Weg, einer der weltbesten Spielgestalter zu werden. Und Thomas Müller, dieser storchenbeinige, unkonventionell agierende Angreifer mit der Nummer 13 spielt seit Jahren auf einem beeindruckend hohen Level. Dieser Ansammlung von aussergewöhnlichen Spielern hatten die Argentinier nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen. Lionel Messi, der ihnen vom Talent und Können her als Einziger das Wasser reichen kann, war im Final zu isoliert.

Was Deutschlands Konkurrenz Angst machen muss: Der aktuelle Weltmeister hat den Zenit noch längst nicht erreicht. Mit Ausnahme von Klose (36) und Lahm (30) sind die Titelgewinner alle zwischen 24 und 28. Ihnen allen bleiben noch etliche Jahre, um an der Weltspitze den Ton anzugeben. Zuzutrauen ist ihnen eine solche Dominanz sehr wohl, handelt es sich doch bei Hummels, Khedira, Kroos, Müller, Schürrle und Co. um wohltuend unaufgeregte Typen, bei denen kaum Gefahr besteht, dass sie schnell den Boden unter den Füssen verlieren.

Der Bund

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