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Tagebuch einer Tochter65 Tage Krebs

Mein Vater war einundsechzig Jahre alt, als bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Zwei Monate später starb er. Es war die traurigste, aber auch die innigste Zeit, die ich mit ihm verbracht habe.

Meine Mutter holt tief Luft und sagt: «Daddy hat etwas auf der Lunge.»
Meine Mutter holt tief Luft und sagt: «Daddy hat etwas auf der Lunge.»
Foto: Nora Hollstein

Tag 1 Meine Eltern vereinbaren mit meiner Schwester und mir ein Abendessen, sie wollen uns etwas sagen. Ich vermute, es gehe um etwas Finanzielles, Altersvorsorge, nichts Besonderes, wir essen oft am Sonntagabend gemeinsam.

Tag 2 Am nächsten Vormittag – ich sitze im Büro vor meinem Computer und schreibe über einen Wanderweg im Bündnerland – weiss ich plötzlich, dass etwas nicht stimmt. Eine Eingebung, wie ich sie manchmal habe, wenn ich an jemanden denke, und diese Person sich Minuten später meldet. Ich rufe meine Mutter an. Ich höre sie tief Luft holen, wir wollen es dir und deiner Schwester gemeinsam sagen, antwortet sie. Ich lasse nicht locker. Sie sagt, Daddy hat etwas auf der Lunge. Und sein Bein hat ihm seit einer Weile Schmerzen bereitet. Er wollte die Ursache abklären lassen und ging zum Arzt.

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