Beachtliche Demo, doch kein neuer Rekord

Die Klimademo vom Freitag in Bern war deutlich kleiner als die letzten Umzüge. Dafür gab es im gesamten Kanton zahlreiche Streiks.

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Calum MacKenzie@CalumMacKenzie0

Die Klimastreik-Bewegung ist nicht mehr nur ein urbanes Phänomen: Nach ersten ländlichen Demos in den letzten Wochen schwappte am Freitag parallel zu weltweiten Protesten eine koordinierte Streikwelle über den Kanton Bern. In mehreren regionalen Zentren des Kantons Bern fanden am Vormittag Aktionen statt.

In Langenthal, Burgdorf oder Münsingen machten vor allem Jugendliche mobil, um auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen. Die deutlich grössten regionalen Demonstrationen gab es in Thun und in Köniz: In der Alpenstadt gingen bis zu 700 Menschen auf die Strasse; auf dem Könizer Bläuackerplatz fanden sich etwa 400 Demonstrierende jeden Alters ein.

Klimajugend gegen Flughafen Bern

In Köniz zeigte sich, dass die Klimajugend die bernische Ökopolitik genau mitverfolgt: In der Menge war ein Transparent mit der Aufschrift «Bäupmoos, mir spickä di furt vo hiä» zu erkennen. Am Montag hatte der Regierungsrat ein neues Gesetz vorgestellt, dass eine stärkere finanzielle Unterstützung des Flughafens Bern-Belp vorsieht.

Nach diesen ersten Aktionen machten sich Streikende aus dem ganzen Kanton und darüber hinaus per Zug auf dem Weg nach Bern, wo sie sich zur symbolischen Uhrzeit von fünf vor zwölf auf dem Helvetiaplatz versammelten. Reden und gesellschaftskritische Mani Matter-Klassiker wurden vorgetragen, bevor sich die Teilnehmenden auf einen Demomarsch begaben. Die Route führte über Thunplatz, Muristalden und Altstadt zurück zum Ausgangspunkt.

Unter den Anwesenden waren tatsächlich viele aus der Region anzutreffen. Zoe aus Erlach war es wichtig, zum wiederholten Mal an einer Klimademo teilzunehmen. «Es geht um alles, es geht um die Zukunft», sagte sie einem Reporter vor Ort.

«Noch nicht richtig angekommen»

Sophie und ihre Mutter Christa waren aus dem freiburgischen Wünnewil angereist. In ihrer Schule seien die Klimastreiks noch nicht richtig angekommen, sagte Sophie, die in die 8. Klasse geht. Sie hoffe nun aber, einen Trend loszutreten.

Die Demonstrierenden war friedlich, laut und sommerlich gut gelaunt. An der Thunstrasse bildeten sie eine beachtlich langen Umzug. Über 4000 Menschen waren daran beteiligt, die Organisatoren reden gar von bis zu 6500. Klar ist, dass deutlich weniger dabei waren, als an den letzten Klimademos in Bern: Mitte März waren es rund 8000 Teilnehmende, Anfang April kantonsweit bis zu 10'000. Lässt der Handlungsdrang der Klimastreikenden nach?

Pia Schenk gibt sich optimistisch. Sie hat die Aktion in Köniz mitorganisiert. Die mittlere Generation ab 25 Jahren schlafe noch, sagt sie. «Aber die Jugendlichen sind sowas von motiviert.» Auch deswegen sei der bunt durchmischte Protest in Köniz ein Erfolg gewesen. «Schauen wir, was wir sonst noch erreichen können.»

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