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Terrorangriff in GrossbritannienTäter soll psychisch krank sein

In der britischen Stadt Reading ist ein Mann mit einem Messer wahllos auf Menschen losgegangen. Drei Personen starben, drei weitere wurden schwer verletzt.

Als Terrorakt eingestuft: Polizisten durchsuchen Wohnungen. (20 Juni 2020)
Als Terrorakt eingestuft: Polizisten durchsuchen Wohnungen. (20 Juni 2020)
Keystone/Steve Parsons
Ein 25-jähriger Tatverdächtiger konnte von der Polizei in Reading festgenommen werden.
Ein 25-jähriger Tatverdächtiger konnte von der Polizei in Reading festgenommen werden.
Keystone/Steve Parsons
Der Täter hat vor seinem Angriff laut Zeugen unverständliche Worte geschrieen.
Der Täter hat vor seinem Angriff laut Zeugen unverständliche Worte geschrieen.
Keystone/Stever Parsons
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Der Messer-Attentäter aus der britischen Stadt Reading ist Medien zufolge psychisch krank. Er höre Stimmen im Kopf und sei medikamentös behandelt worden, zitierte der «Telegraph» am Montag Verwandte und Ex-Nachbarn des 25-Jährigen.

Auch die Polizei hatte eingeräumt, dass psychische Probleme bei der Tat mit eine Rolle gespielt haben könnten. Sie nannte allerdings keine Details und ging am Sonntag von einem Terrorangriff aus.

Der 25-Jährige ist britischen Medien zufolge ein Flüchtling aus Libyen. Er hatte am Samstagabend in einem Park in Reading, etwa 70 Kilometer westlich von London, wahllos auf Menschen eingestochen. Drei starben, drei weitere erlitten schwere Verletzungen. Augenzeugen überwältigen den Täter, der in der Nähe des Parks wohnen soll.

Erst kürzlich aus Gefängnis entlassen

Nach einem Bericht der «Sun» wurde der 25-Jährige erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen. Er soll wegen mehrerer Straftaten verurteilt worden sein; unter anderem habe er einen Polizisten angegriffen.

Für den Inlandsgeheimdienst MI5 ist er kein Unbekannter, hiess es. Er sei 2019 aufgefallen, weil er nach Syrien habe reisen wollen. Er soll aber nicht als gefährlich eingestuft worden sein. Freunde bezeichneten dem «Telegraph» zufolge seinen Lebensstil als westlich, er habe zu vielen Partys eingeladen.

«Sinnlose Attacke gegen Menschen»

«Der Park war ziemlich voll, viele Leute sassen dort herum und tranken mit Freunden, als eine einzelne Person durchging und einige unverständliche Worte schrie», zitierte die Agentur PA einen Augenzeugen. Der Mann sei auf eine Gruppe von etwa zehn Personen zugegangen und habe drei von ihnen in den Hals und Oberkörper gestochen. Dann sei er zu einer anderen Gruppe gerannt und habe auch dort Menschen angegriffen.

Premierminister Boris Johnson dankte allen Einsatzkräften. Innenministerin Priti Patel twitterte, sie sei «zutiefst besorgt». Sie sprach von einer «sinnlosen Attacke gegen Menschen, die einfach nur einen Samstagabend mit Familien und Freunden geniessen wollten».

Reading liegt rund 70 Kilometer westlich von London, dort leben rund 160 000 Menschen. Der Vorsitzende des Stadtrats, Jason Brock, schrieb auf Twitter: «Bitte halten Sie sich von dem Gebiet fern, da die Polizei mit einem ernsten Zwischenfall befasst ist.»

Die Polizei von Thames Valley teilte mit, Beamte untersuchten den Vorfall vor Ort. Etwa zwei Stunden zuvor hatte es eine friedliche Demonstration der Bewegung Black Lives Matter in der Nähe gegeben. Einen Zusammenhang schloss die Polizei jedoch kategorisch aus. «Das Ganze geschah drei Stunden nach dem Abschluss der Kundgebung», heisst es in einer Mitteilung der Ermittler.

(SDA / chk)