Bern ist liberalste Stadt der Schweiz

Bern ist zwar die «liberalste und smarteste» Stadt, wird insgesamt im Städteranking von Avenir Suisse aber von Zürich und Basel geschlagen.

Im Ranking der zehn grössten Schweizer Städte liegt Bern hinter Zürich und Basel auf Platz drei. Bewertet wurden die Städte in 8 Kategorien «aus liberaler Sicht». Bern erzielte eine Quote von insgesamt 62,7 Prozent.

Im Ranking der zehn grössten Schweizer Städte liegt Bern hinter Zürich und Basel auf Platz drei. Bewertet wurden die Städte in 8 Kategorien «aus liberaler Sicht». Bern erzielte eine Quote von insgesamt 62,7 Prozent.

(Bild: Avenir Suisse)

Carlo Senn@derbund

Die smarteste und liberalste Stadt der Schweiz heisst Bern – so sieht das zumindest Avenir Suisse, das sich für freisinnige Anliegen einsetzt. In einer ausführlichen Bilanz aus «liberaler Sicht» bewertet der Thinktank den Zustand der zehn grössten Schweizer Städte.

Wichtige Indikatoren für das Städtemonitoring sind zum Beispiel die Haushaltsführung, die Verwaltung, die Wirtschaftsfreundlichkeit oder die Sozial- und Integrationspolitik. Insgesamt landet die Stadt in der Bilanz von Avenir Suisse auf dem dritten Platz, nach Zürich und Basel. Die Organisation wählte unter anderem fünf Kriterien, um die Städte einzuordnen und zu vergleichen. Bei zwei davon landet Bern auf dem ersten Rang: «Bern darf sich die smarteste und liberalste Stadt nennen.»

Dies dürfte für viele überraschend sein, beklagen viele Wirtschaftsführer doch immer die illiberale Haltung Berns. Grund ist jedoch nicht die wirtschaftsliberale, sondern eher die gesellschaftlich liberale Haltung. So handle die Stadt zum Beispiel vorbildlich bei der Förderung von privaten Bildungseinrichtungen.

Die Stadt Bern schneidet zudem besonders gut in der Haushaltsführung ab, hier landet sie auf dem ersten Platz. Auch in der Kulturpolitik können die anderen Schweizer Städte laut der Bilanz von der Bundesstadt lernen. Ein Grund dafür ist, dass die Stadt Bern für die Kulturinstitutionen einen vergleichsweise hohen Kostendeckungsgrad fordert: So muss unter anderem das Berner Stadttheater mindestens 20 Prozent der benötigten Mittel selbst erwirtschaften. Neben Lob für die Schweizer Städte gibt es auch offensichtliche Kritik für die Politik in den Schweizer Grossstädten. So zeigten die «drastisch unterdeckten Pensionskassen», dass Probleme eher ausserhalb der eigentlichen Stadtrechnung akut würden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Verkehrspolitik die «zunehmend einem ideologischen Grabenkampf» gleiche. So hätten einige Städte den sogenannten motorisierten Individualverkehr (MIV) am liebsten «ganz aus der Stadt verbannt». Hier dürfte auch die Stadtberner Politik gemeint sein. Um mehr Platz in der Stadt zu haben, setzt der Berner Gemeinderat zahlreiche Anreize, sich künftig mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem Velo fortzubewegen.

Die liberale Denkfabrik Avenir Suisse kritisiert die Burgergemeinde Bern: Diese betreibe auf dem Wohnungsmarkt «Klientelpolitik» und bremse die Entwicklung in der Stadt Bern. Die Burgergemeinde widerspricht: Den grössten Teil ihres Bodens gebe sie zu marktüblichen Preisen im Baurecht ab. Wie beurteilen Sie die Rolle der Burgergemeinde? Diskutieren Sie mit im «Stadtgespräch».

DerBund.ch/Newsnet

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