2017 meinte es die Natur nicht gut mit den USA

Hurrikans, Waldbrände, Überschwemmungen, Frost und Dürre – das vergangene Katastrophenjahr war das teuerste in der US-Geschichte.

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2017 war das teuerste Katastrophenjahr in der US-Geschichte. Durch eine Reihe von Stürmen und Bränden hätten sich Schäden in Höhe von 306 Milliarden Dollar angehäuft, teilte die Nationale Meeres- und Atmosphärenbehörde (NOAA) am Montag in einem Bericht mit.

Besonders hohe Schäden richteten die drei Hurrikane «Harvey», «Irma» und «Maria» an. Ausserdem gab es vergangenes Jahr im US-Bundesstaat Kalifornien aussergewöhnlich schwere Waldbrände. Für diese bilanzierte die NOAA Schäden in Höhe von 18 Milliarden Dollar – das Dreifache des bisherigen Jahresrekords.

16 Mal Milliarden-Marke überschritten

Bei insgesamt 16 Naturkatastrophen habe die Schadenssumme die Schwelle von einer Milliarde Dollar überschritten, bilanzierte die Behörde. Darunter fielen neben den drei Hurrikanes und den Waldbränden zwei Überschwemmungen, ein heftiger Frost, acht schwere Stürme und eine Dürre. Nie seien in einem einzigen Jahr mehr Milliarden-Schadensereignisse festgestellt worden.

360 Menschen kamen bei den Katastrophen ums Leben gekommen, wie die NOAA ausführte. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Zahl der Toten noch steige, wenn die Opfer des Hurrikans «Maria» vollständig gezählt seien.

Bislang war 2005 das Jahr mit den höchsten Katastrophenschäden gewesen. Damals hatten unter anderem die Hurrikanes «Katrina», «Wilma» und Rita dazu beigetragen, dass sich Schäden in Höhe von 215 Milliarden Dollar anhäuften. Die USA zeichnen Milliarden-Schäden bei Unwettern seit dem Jahr 1980 auf.

«Langfristige Erwärmung»

Das vergangene Jahr war in den USA das drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In sechs Bundesstaaten wurden sogar neue Temperaturrekorde aufgestellt.

Experten rechnen damit, dass sich die Klimaveränderung in den USA fortsetzt. Die Zeichen stünden auf einer «langfristigen Erwärmung», sagte Deke Arndt, der die Überwachungsstelle der Nationalen Zentren für Umweltinformationen der NOAA leitet.

Zugleich betonte Arndt, dass durch die Klimaerwärmung starke Kälteperioden nicht ausgeschlossen seien. Doch diese Kälteeinbrüche wie derzeit an der US-Ostküste würden durch die überdurchschnittlichen Temperaturen während anderer Teile des Jahres «mehr als ausgeglichen», heisst es in dem Bericht.

Wegen des des Kälteeinbruchs in Teilen der USA hatte sich US-Präsident Donald Trump Ende Dezember über den Klimawandel lustig gemacht. «Vielleicht könnten wir ein bisschen von dieser guten alten Erderwärmung gebrauchen», schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter und löste damit Empörung aus.

oli/sda

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