Chris Schröer: Ex-Jugendarbeiter in Ostermundigen

In Ostermundigen gebe es kein funktionierendes Jugendzentrum mehr, sagt Chris Schröer. Die Gemeinde kann sich den Lärmschutz nicht leisten.

Heute ist Chris Schröer Fahrlehrer. Früher war er Jugendarbeiter. Als Vater von Teenager weiss er immer noch, was Jugendliche in Ostermundigen bewegt.

Heute ist Chris Schröer Fahrlehrer. Früher war er Jugendarbeiter. Als Vater von Teenager weiss er immer noch, was Jugendliche in Ostermundigen bewegt.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Nach Feierabend geht der Fahrlehrer Chris Schröer jeweils auf einen «cup of tea» in Stefs Kulturbistro. Der gebürtige Engländer kam als Tenager mit seiner Mutter in die Schweiz. Seit 25 Jahren lebt er in Ostermundigen. Lange Zeit war er hier als Jugendarbeiter tätig.

Das war zu den Zeiten als das Jugendzentrum Hangar noch «the place to be» war, wo regelmässig Konzerte stattfanden. «Aber heute funktioniert der Hangar nicht mehr richtig», sagt er. Denn um das Jugendzentrum herum wurden Häuser und Wohnungen gebaut. Lärmklagen haben bewirkt, dass die Jugendlichen nur nach dreimal im Jahr so richtig lange und laut feiern dürfen. Und die Schallisolation, die Abhilfe schaffen könnte, kostet eine halbe Million Franken. Zu teuer für die Gemeinde mit den permanenten Löchern im Budget.

Darum gehen die meisten Jugendlichen nach Bern in den Ausgang, vermutet Schröer, der auch Vater von zwei Tenagern ist. «Es ist nicht mehr so klar, wo sich die Ostermundiger Jugendlichen treffen.» Zwar gebe es durchaus gute Angebote für Jugendliche in Ostermundigen. Etwa den FC Ostermundigen oder die Jugendmusik. «Wer sich aber lieber künstlerisch betätigen oder einfach mit anderen Jugendlichen zusammen sein möchte, ohne etwas zu leisten, hat hier keine Angebote», sagt Schröer. Sie werden in Bern fündig. Das ist heute so und es würde vermutlich auch nach einer Fusion so sein.

Zwischen Bern und Ostermundigen herrscht Tauwetter: Eine Gemeindefusion liegt auf einmal wieder im Bereich des Möglichen. Auch die anderen Gemeinden der Kernagglomeration Bern, also Köniz, Bremgarten, Ittigen, Zollikofen, Muri und Kehrsatz sind näher an die Stadt gerückt. Die Geschichte zeigt: Wo Zürich zu Beginn des 20. Jahrhunderts konsequent eingemeindet hat, sind die Gemeinden um Bern eigenständig geblieben. Öffnet sich nun ein neues Zeitfenster für die Vision einer Stadt Bern, vereinigt mit den umliegenden Gemeinden? Braucht es überhaupt Fusionen oder funktionert es im jetztigen Zustand eigentlich ganz gut?

Hier geht es zur Diskussion im «Bund»-Stadtgespräch.

nj

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