Geeinte Linke, getrennte Bürgerliche

SP und Grüne liieren sich mit Linker Alternative und PdA, die SVP mit dem rechten «Alpenparlament»: die Listenverbindungen bei den Nationalratswahlen 2011.

Zum Einzug ins Bundeshaus gehen die Parteien fleissig Listenverbindungen ein: das Gemälde von Charles Giron im Nationalratssaal.

Zum Einzug ins Bundeshaus gehen die Parteien fleissig Listenverbindungen ein: das Gemälde von Charles Giron im Nationalratssaal.

(Bild: Adrian Moser)

21 Parteien buhlen bei den Nationalratswahlen vom 23. Oktober um die 26 Berner Nationalratssitze. 3,7 Prozent Wähleranteil braucht es für einen sicheren Sitz. Um nun keine Prozentpunkte zu verschenken oder von einigen Prozentpünktchen verbündeter Parteien zu profitieren, schliessen sich die Parteien jeweils zu Listenverbindungen zusammen. Jedenfalls die meisten.

Gestern Nachmittag um 16 Uhr ist die Frist zur Einreichung der Listenverbindungen abgelaufen. Fünf Listenverbindungen sind zustande gekommen.

Die grosse Linksallianz

Zu einer breiten Listenverbindung kommt es links der Mitte: Mit dabei sind die Sozialdemokraten (Männerliste, Frauenliste, Juso-Liste), die Grünen (mit Grünen, Jungen Grünen und Luzius Theilers Grün-Alternativen), die Alternative Linke und die kommunistische Partei der Arbeit (PdA).

SVP, BDP und FDP uneins

Im bürgerlichen Lager dagegen haben sich die drei starken Kräfte – SVP, BDP und FDP – nicht zu einer Listenverbindung überwinden können. Da wirkt die SVP-Spaltung nach. Die BDP wollte allein ins Rennen steigen, die FDP entweder mit beiden anderen Parteien oder mit keiner der beiden. So wird nun halt getrennt marschiert.

Die FDP ist nur mit den zwei jungfreisinnigen Listen eine Listenverbindung eingegangen, und die SVP hat die Liste Alpenparlament um den früheren Schweizer Demokraten und Naturheilkundler Martin Frischknecht ins Boot geholt.

Christen mit GLP und Tierpartei

In der Kleinparteienmitte haben sich die EVP mit zwei Listen, die CVP mit zwei Listen (Liberalsoziale inklusive), die Grünliberalen und die Tierpartei gefunden. Die fünfte und letzte Listenverbindung aber ist die kurioseste. Man ist versucht zu sagen: Es ist die Verbindung jener, die nicht zusammengehören. Hier bündeln die jungseparatistischen Jurassier von Les Rauraques, die Liste um den Berner Rocker und Stadtrat Jimy Hofer und die Piratenpartei ihre Kräfte.

Sechs Parteien treten allein an

Sechs Parteien und Gruppen gehen ohne Verbündete ins Rennen: Es sind neben der BDP die EDU, die Schweizer Demokraten, Ricardo Lumengos Sozio-Liberale Bewegung (SLB), die rechtsextreme Partei national orientierter Schweizer (Pnos) und die Liste Parteifrei.ch.

Für die Nationalratswahlen haben sich vor Wochenfrist im Kanton Bern 546 Kandidatinnen und Kandidaten gemeldet, ein Kandidat aus Lumengos Bewegung hat seine Kandidatur mittlerweile zurückgezogen.

Der Bund

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