Zum Hauptinhalt springen

Lötschberg-Scheiteltunnel1,3 Kilometer bleiben unsaniert

Die BLS und die Baufirma Marti haben sich geeinigt: Der Lötschberg-Scheiteltunnel wird nicht durchgehend saniert. Damit senkt die BLS unvorhergesehene Mehrkosten.

Wird nur teilweise saniert: der Lötschberg-Scheiteltunnel, hier das Südportal bei Goppenstein. (Archiv)
Wird nur teilweise saniert: der Lötschberg-Scheiteltunnel, hier das Südportal bei Goppenstein. (Archiv)
Foto: Guido Lauper

Das Bahnunternehmen BLS speckt die Sanierung des über hundertjährigen Lötschberg-Scheiteltunnels ab. Hintergrund dieser Massnahme ist ein Streit mit der beauftragten Baufirma über den Werkvertrag.

Weil die beiden Parteien den Werkvertrag unterschiedlich interpretierten, wird das Sanierungsprojekt deutlich teurer als angenommen und dauert auch länger.

Mitte Oktober war bekannt geworden, dass die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Marti hohe Nachforderungen stellt und dies mit höheren Aushub- und Betonmengen begründete. Statt der ursprünglich vereinbarten 89 Millionen Franken machte Marti 157 Millionen Franken geltend.

«Das ist eine Maximalforderung des Unternehmens», sagte seinerzeit Daniel Wyder, Leiter Infrastruktur der BLS. Das Bahnunternehmen werde diese Forderung nicht akzeptieren.

Mündliche Einigung

Nun haben sich die BLS und die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Marti mündlich geeinigt, wie das Bahnunternehmen am Freitag mitteilte.

Die BLS will der ARGE Marti 130 Millionen Franken für die Fahrbahnerneuerung bezahlen. Dafür soll die ARGE Marti den doppelspurigen Tunnel lediglich bis 1,3 Kilometer vor dem südlichen Tunnelportal mit einer neuen Betonfahrbahn ausrüsten.

Die Gesamtkosten für die BLS belaufen sich damit inklusive interner Kosten, Honorare und Kosten für die Sicherheit auf 145 statt auf 105 Millionen Franken. Die verbleibende 1,3 Kilometer lange Doppelspur vor dem Südportal will die BLS vorläufig bestehen lassen.

Die Änderung des Sanierungsprojektes im Lötschberg-Scheiteltunnel bedingt eine Änderung der Plangenehmigung – also der vom Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilten Baubewilligung. Die BLS wird darum ihren Vorschlag für das redimensionierte Bauprojekt und das weitere Vorgehen so rasch wie möglich mit dem Bundesamt für Verkehr besprechen.

Sperrung entfällt

Die Bauzeit verlängert sich um ein Jahr bis 2023. Durch die zeitlichen Verzögerungen verschieben sich auch die Bauphasen: Die geplante Sperrung eines der beiden Gleise von Ende Oktober 2020 bis kurz vor Weihnachten entfällt.

Im 14,6 Kilometer langen Lötschberg-Scheiteltunnel lässt die BLS die Fahrbahn ersetzen. Das bisherige Trassee aus Holzschwellen und Schotter wird durch eine feste Fahrbahn aus Beton ersetzt.

In die Schlagzeilen geriet die BLS im Zusammenhang mit der Erneuerung der Fahrbahn auch wegen nicht konform gelagertem Schotter, was in der Fischzucht am Blausee zu einem Forellensterben geführt haben soll. Der Schotterabtransport wurde unterdessen angepasst.

SDA/zec

6 Kommentare
    Holk oertel

    So eine Beschiss.Nach aussen hin streiten BLS und Marti AG.Es war von Anfang klar welche Vorstandsmitglieder sich abgesprochen haben.Leider kam die Panne mit dem Blausee dazu.Wieder Mehrkosten ,! Nun will man ein angefangenes Bauwerk abbrechen.Ein Hausbau hört nicht im Keller auf.Die BlS ist einfach kein seriöses Unternehmen.Mir tuen die Arbeitnehmer leid ,die in so einem Unternehmen arbeiten müssen.Whisterploer werden strafrechtlich verfolgt.Wer ist der Betrüger? BLS!