Vater wegen Mordes an 4-jährigem Sohn angeklagt
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Der Mann, der am 26. Februar 2010 in einem Winterthurer Hotel seinen 4-jährigen Sohn umgebracht hat, muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Die Zürcher Staatsanwaltschaft IV hat am 2. März beim Bezirksgericht Winterthur Anklage erhoben, wie sie heute Freitag mitteilt.
Dem damals 61-jährigen Schweizer wird vorgeworfen, seinem Sohn eine hohe, nicht tödliche Dosis eines Schlafmittels verabreicht und ihn anschliessend erstickt zu haben. Damit wollte er verhindern, dass die aus Brasilien stammende Mutter den gemeinsamen Sohn ins Ausland bringt. Vater und Sohn begaben sich am 26. Februar von ihrem Wohnort Bonstetten nach Winterthur, wo sie ein Hotelzimmer bezogen. Im Laufe des Nachmittags brachte der Vater das Kind um.
Der Beschuldigte bestreitet nicht, seinen Sohn getötet zu haben, macht aber zum Tatablauf keine Angaben, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Der Mann hatte bereits 1990 versucht, seinen Sohn aus erster Ehe zu töten.
Fall brachte Bonstetten in die Schlagzeilen
Auch die Gemeinde Bonstetten hatte wegen des Falles für Schlagzeilen gesorgt: Die Vormundschaftsbehörde Bonstetten hatte dem Vater die Obhut für den kleinen Bub übertragen, obwohl er einige Jahre zuvor bereits versucht hatte, seinen Sohn aus erster Ehe zu töten. Wegen Mordversuchs war der Mann deshalb in den Neunzigerjahren zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Ein Expertenbericht kam Anfang Februar 2011 zum Schluss, die Behörden in Bonstetten hätten Fehler gemacht. Die Gemeinde habe sich mit dem Vater solidarisiert. Die Mutter des Knaben sei in eine Nebenrolle gedrängt worden – nicht zuletzt wegen ihrer Tätigkeit als Prostituierte. Der Gemeindepräsident von Bonstetten, Charles Höhn, trat in der Folge von seinem Amt zurück.
Erstellt: 09.03.2012, 13:52 Uhr
