Wie der Flughafen A380-tauglich wird

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 18.01.2010 5 Kommentare

Eine dritte Fluggastbrücke, stärkere Schleppfahrzeuge: Für den Riesen-Airbus werden am Flughafen Zürich mehrere Millionen investiert. Fallen die Tests positiv aus, darf der A380 ab Mitte März regelmässig landen.

1/10 Der Doppelstock-Airbus kommt: DerBund.ch/Newsnet ist live dabei, wenn der A380 zum ersten Mal in der Schweiz landet.
Bild: Keystone

Wie der Flughafen dem A380 den Teppich ausrollt

   

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Studieren geht über Probieren – zumindest wenn es um die Planung von Flugzeugen und Airports geht. Dank der vorausschauenden Planung der Airbus-Ingenieure und der Architekten des Flughafens Zürich sind nur kleine Anpassungen nötig, damit der A380 in Kloten landen kann:

  • Schon mit der fünften Ausbauetappe des Flughafens wurde damit gerechnet, dass der Riesen-Airbus einst auch Zürich bedienen werde. Derzeit sind zwei Standplätze gross genug für den A380, nach dem Umbau des Terminals B werden es vier sein. Im Normalfall wird das Flugzeug beim Gate E67 an der nordwestlichen Ecke des Dock E stehen.
  • Ende Jahr wird am Gate E67 eine dritte Fluggastbrücke installiert, damit die Passagiere, die oben mitfliegen, direkt vom zweiten Stock des Flughafens an ihre Plätze gelangen können – das ist schneller und komfortabler. Laut Unique-Sprecher Marc Rauch investiert der Flughafen dafür einen tiefen einstelligen Millionenbetrag. Vorher erreichen die Passagiere das Upper Deck über eine Treppe im Inneren.
  • Die Pisten sind lang genug. Die riesige Flügelfläche von 846 Quadratmetern (B747: 541), sorgt für stärkeren Auftrieb. Der A380 benötigt deshalb eine kürzere Start- und Landestrecke.
  • Die Spannweite des A380 übertrifft mit fast 80 Metern diejenige aller anderen Verkehrsflugzeuge um Längen (B747-400: 64,4 Meter). Die 45 Meter Breite der Landebahnen reichen dennoch: Nur das innere Triebwerkpaar ist mit einer Schubumkehr ausgestattet, die den Rückstoss zum Bremsen nach vorne umleitet. Ohne diesen Trick würden die äusseren Motoren gefährlichen Dreck aufwirbeln.
  • Obwohl der A380 bis zu 560 Tonnen auf die Waage bringt, belastet er die Pisten weniger stark als andere Modelle. Das Gewicht verteilt sich auf 20 Räder.
  • Zu schwer ist das Flugzeug aber für die Push-back-Fahrzeuge. Swissport hat deshalb einen neuen Schlepptraktor angeschafft, der mit 680 PS motorisiert ist. Wie Sprecher Stephan Beerli bestätigt, berappt Swissport die Kosten von 800'000 Franken selbst.
  • Zusätzlich hat Swissport vier Enteisungsfahrzeuge mit längeren Auslegern ausgerüstet, damit das 24 Meter hohe Seitenruder vom Eis befreit werden kann.

Messflüge in der Nacht

Im Computer der Spezialisten ist der A380 schon oft in Zürich gelandet. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) verlangt jedoch einen Test unter realen Bedingungen. Wenn am Mittwoch Nachmittag wenig Flugverkehr herrscht, wird der A380 zum Testen der Rollwege genutzt. Die Simulationen haben bereits gezeigt, dass einige Schilder versetzt werden müssen.

Am Abend wird die Abfertigung am Gate erprobt, in der Nacht dann das Instrumentenlandesystem (ILS). Anders als sich die Zaungäste erhoffen, wird der Superjumbo deswegen nicht abheben. Wie Rauch erklärt, geht es darum, mit Messflugzeugen herauszufinden, ob die Maschine am Boden die Signale des ILS beeinträchtigt.

Grössere Sicherheitsabstände

Wie auf anderen Flughäfen muss die auf einen A380 nachfolgende Maschine eine Minute länger auf ihre Starterlaubnis warten. Wegen der sogenannten Randwirbelschleppen, die bei einem grösseren Flugzeug stärker sind, muss die Sicherheitsdistanz grösser sein.

Auf dem Papier sei bereits alles abgeklärt worden, sagt Bazl-Sprecher Anton Kohler. «Aber funktioniert das auch in der Wirklichkeit?» Wenn alles gut gehe, sei der Flughafen bis Mitte März für den A380-Betrieb zertifiziert – noch rechtzeitig für den ersten Linienflug am 28. März.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.01.2010, 13:32 Uhr

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5 Kommentare

Charles Aufranc

18.01.2010, 14:07 Uhr
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Ein Jahr um die Fluggastbrücke anzupassen! Bewilligungen 10 Monate, Arbeit 2 Monate? Kein Kommentar. Sont, absolut toller Flieger, die B777 wird kein Passagier vermissen! Antworten


Martin Steiger

18.01.2010, 15:32 Uhr
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Die Pisten am Flughafen Zürich sind nicht 45 m, sondern 60 m breit – das Thema der Zulassung des Airbus A380 für 45 m-Pisten stellt sich am Flughafen Zürich deshalb nicht. Beispiel «Piste 16»: zrhwiki.ch/wiki/Piste_16 Antworten