Die wichtigsten Fragen & Antworten zum A380

Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 15.01.2010 3 Kommentare

Lesen Sie, was ein A380 kostet, wie viel Kerosin er verbraucht und ob das Fliegen damit teurer wird.

1/12 Tausende warten in Kloten auf den A380
Bereits um 7.30 Uhr haben sich Tausende beim Flughafen versammelt.
Simon Eppenberger

   

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Am Mittwoch, 20. Januar, kommt der Airbus A380 zum ersten Mal in die Schweiz. Tagesanzeiger.ch/Newsnetz informiert Sie über die Hintergründe des Tests und berichtet laufend über das Ereignis.

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Was kostet ein A380?
327,4 Millionen Dollar. Das ist der Listenpreis, den Airbus derzeit angibt. Je nach Triebwerken und Innenausstattung kann dieser auch einige Millionen abweichen. In der Praxis ist es üblich, dass die Herstellerfirmen guten Kunden zum Teil erhebliche Rabatte einräumen. Ein Airbus A330-200, der ungefähr halb so gross ist, kostet aktuell 180,9 Millionen Dollar.

Wie viele Passagiere passen in einen A380?
Das kommt ganz drauf an. Die französische Air Austral hat zwei Maschinen in einer reinen Economy-Bestuhlung geordert. Damit können zwischen Paris und der Insel La Réunion 840 Touristen in einem einzigen Flugzeug befördert werden.
Üblicher ist allerdings eine klassische Drei-Klassen-Konfiguration. Erstbestellerin Singapore etwa setzt auf viel First-Class-Luxus und rüstet ihre Maschinen deshalb mit nur 471 Sitzen aus. Und natürlich geht es noch geräumiger. Ein arabischer Scheich hat einen A380 ganz allein für sich (und natürlich seine Bediensteten) bestellt.

Passt so ein Flugzeug überhaupt auf jeden Flughafen?
Bereits ist der A380 auf mehr als 90 verschiedenen Flughäfen gestartet und gelandet. Der Superjumbo wurde für den Einsatz auf Start- und Landebahnen mit einer Breite von mindestens 45 Metern freigegeben – ein Standardmass auf den meisten Flughäfen, das auch eine Boeing 747 verlangt. Wegen der imposanten Flügelfläche braucht ein A380 für Start und Landung sogar eine kürzere Strecke.
Will man den A380 effizient einsetzen, müssen die meisten Flughäfen dennoch umbauen. Schnell be- und entladen lässt sich der Doppelstock-Jet nur, wenn die Passagiere mit zusätzlichen Fingerdocks direkt ins obere Deck gelangen können. Auch Schlepper und Service-Fahrzeuge müssen von vielen Flughäfen zusätzlich angeschafft werden.

Ist der A380 das modernste Flugzeug der Welt?
Ja, aber nicht mehr lange. Der A380 setzt neue Grössenmassstäbe und wird noch während Jahrzehnten das mächtigste Verkehrsflugzeug der Welt bleiben. In Sachen Technik hat aber bald die Konkurrenz von Boeing die Nase vorn. Das kürzlich zum Jungfernflug abgehobene neue Modell B787 ist kleiner, aber revolutionärer. So besteht der «Dreamliner» zu mehr als 50 Prozent aus Kunststoffen (A380: 25 Prozent), die leichter und robuster als das herkömmliche Aluminium sind. Das ist nicht nur gut für das Portemonnaie, sondern auch für das Wohlbefinden an Bord: Weil Verbundstoffe stabiler und korrosionsbeständig sind, erlaubt der B787 grössere Fenster, einen höheren Luftdruck und dadurch feuchtere Luft. Der A380 ist dagegen relativ konventionell ausgelegt.

Wann lohnt sich ein A380 für eine Airline?
Der A380 rechnet sich für alle Airlines, die einen funktionierenden Hub betreiben. Um die rund 550 Sitze eines einzigen A380 zu füllen, ist ein engmaschiges Netz von Kurzstreckenverbindungen nötig. Dieses Passagieraufkommen vermögen vor allem Grossflughäfen in Metropolen wie London, Paris oder Tokio zu erzeugen.
Swiss, mit dem kleinen Heimmarkt Schweiz im Rücken, hat mehrfach betont, dass sich für sie der Betrieb von A380 nicht lohnen würde.

Wo wird der A380 produziert?
Wenn man dem A380 eine Herkunftsbezeichnung anheften will, dann «Made in Europe». Die Endmontage erfolgt im Airbus-Werk in Toulouse. Die Teilkomponenten werden per Sattelschlepper, Transportflugzeug und Schiff von Standorten auf dem ganzen Kontinent nach Toulouse verfrachtet: Die Cockpitsektion stammt aus Nantes, die Flügel aus dem britischen Broughton, das Seitenleitwerk aus Stade (D), das Höhenleitwerk aus Getafe (E). Rumpfteile werden in Hamburg und Nantes gebaut. Daneben ist eine Vielzahl von Zulieferern an der A380-Produktion mitbeteiligt. So stammt die 14 Meter lange Flügelhinterkante von Ruag in Emmen.

Wo hat man die besten Chancen, einen A380 anzutreffen?
Zur Zeit in Singapur, weil Singapore Airlines als Erstkundin bereits 10 Maschinen in Empfang nehmen durfte. Später wird der A380 in Dubai am häufigsten zu sehen sein – Lokalmatadorin Emirates hat bei Airbus gross eingekauft. Nicht weniger als 58 Exemplare werden von der kriselnden Golfmetropole aus Ziele in der ganzen Welt bedienen. Auch wenn die meisten Besteller noch nicht bekannt gegeben haben, auf welchen Strecken sie ihre A380-Flotte einsetzen werden – nach Paris und London setzen verschiedene Airlines A380 ein. Und nach New York, obwohl bis heute keine einzige US-Airline A380 bestellt hat.

Macht der A380 das Fliegen teurer?
Nein. Weil das Flugzeug so gross ist, wird der Aufwand für den Transport eines Passagiers kleiner. Airbus gibt an, dass die Betriebskosten pro Sitz 20 Prozent tiefer als als bei der Boeing 747 sind – vor allem dank geringeren Wartungskosten und einem niedrigen Treibstoffverbrauch. Wegen des scharfen Wettbewerbs, der in der Luft herrscht, müssen die Airlines diese Kosteneinsparungen an die Kunden weitergeben.

Wie viel Treibstoff verbraucht ein A380?
Die Tanks fassen 324'540 Liter Kerosin, was theoretisch für mehr als 15'000 Kilometer reicht. Nach Angaben von Airbus verbraucht der Superjumbo 20 Prozent weniger Treibstoff als das etwa halb so grosse Modell A330. Bei einem voll ausgelasteten Flugzeug verbrennt der A380 damit weniger als 3 Liter pro 100 Kilometer und Passagier.

Welches sind die Hauptkonkurrenten des A380?
Die amerikanischen Rivalen Boeing und McDonnell Douglas haben in den Neunziger Jahren Pläne für riesige Flugzeuge mit zwei Passagierdecks gewälzt, die russische Iljuschin hat gar eine Maschine mit zwei Rümpfen geplant. All diese Projekte sind gescheitert. Einzig eine gestreckte Version des bewährten Jumbojets, die Boeing 747-8, wird mit rund 450 Plätzen in die Nähe der A380 kommen.
Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass der schärfste Konkurrent des Riesen-Airbus die B787 sein wird. Boeing geht davon aus, dass in Zukunft auf den grossen Flughäfen kein Platz für eine Flotte von Zubringerflugzeugen mehr sein wird. Der Dreamliner soll das perfekte, weil effiziente Flugzeug für bequeme Direktverbindungen sein. Der Wettbewerb zwischen A380 und B787 ist also vor allem ein Kampf der Betriebskonzepte. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.01.2010, 13:50 Uhr

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3 Kommentare

Peter Reber

20.01.2010, 21:47 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Interessant zu wissen wäre die Mindestlänge der Piste für den A380. Könnte der A380 auch auf der Piste 28 landen (2500m)? Antworten


Franz Brunner

15.01.2010, 15:20 Uhr
Melden

bitte nicht ungleiches miteinander vergleichen---der A380 ist in seiner klasse allein---die B787 muss mit der A350 verglichen werden, auch wenn es bis zu deren auslieferung noch eine weile dauert Antworten