«Der A380 ist wie ein Rolls-Royce»

Interview: Christoph Landolt. Aktualisiert am 14.01.2010 1 Kommentar

Der ehemalige Swiss-Pressechef Franco Gullotti ist vor drei Jahren als einer der ersten Schweizer an Bord eines Airbus A380 mitgeflogen. Er schwärmt noch heute davon.

Franco Gullotti war bis Ende 2009 Pressechef der Airline Swiss.

Franco Gullotti war bis Ende 2009 Pressechef der Airline Swiss.

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Am Mittwoch, 20. Januar, kommt der Airbus A380 zum ersten Mal in die Schweiz. Tagesanzeiger.ch/Newsnetz informiert Sie über die Hintergründe des Tests und berichtet laufend über das Ereignis.

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Herr Gullotti, Sie sind als einer der ersten Schweizer mit einem A380 geflogen. Wie kamen Sie zu dieser Ehre?
Nachdem das neue Flugzeug sämtliche Zertifizierungen erlangt hat, musste man natürlich ausprobieren, wie dieser Jet, der ganz neue Anforderungen an Crew, Techniker und Bodenpersonal stellt, in der realen Welt funktioniert. Dazu hat Airbus zusammen mit Lufthansa (LHA 8.536 0.67%) im März 2007 sogenannte Routeproving-Flüge durchgeführt. Unser Flug führte von Frankfurt nach Hongkong, an Bord waren Gäste von Airbus und von der Lufthansa, die auch die Crew gestellt hat. Ich war einer dieser Lufthansa-Gäste.

Welchen ersten Eindruck hatten Sie?
Von aussen ist der A380 eine sehr imposante Erscheinung. Es ist schon ein spezielles Gefühl, wenn Sie durch das Fingerdock gehen und wissen, dass über Ihnen noch einmal so viele Leute einsteigen. Wenn Sie dann einmal drin sind, dann wirkt das Flugzeug gar nicht mehr so gross, weil der Rumpf ja zweigeteilt ist. Ein A340 ist genauso geräumig.

Wie war der Flug?
Man erwartet ein Ungetüm. Es ist, wie wenn Sie in einen brettharten, infernalischen Sportwagen einsteigen, dann aber plötzlich in einem Rolls-Royce sitzen, mit Federung und Kissen und einem kaum hörbaren Motor. Wirklich erstaunlich, wie leicht an Bord eines A380 alles scheint. Wie gross und wie schwer dieser Vogel ist, und wie sanft er dennoch fliegt, wie auf Watte. Die Triebwerkgeräusche sind kaum zu hören. Zwischendurch vergisst man fast, dass man in einem Flugzeug sitzt.

Und die nächsten zehn Stunden verliefen langweilig wie immer?
Nun, wir waren uns natürlich alle bewusst, dass die Einführung des A380 ein Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt ist. So etwas hat es seit dem Jumbo-Jet nicht mehr gegeben, und das liegt nun auch schon einige Jahrzehnte zurück. Alle Passagiere haben es deshalb als riesige Ehre empfunden, dabei sein zu dürfen. Wir haben die Zeit genutzt um das ganze Flugzeug anzuschauen. Airbus hatte auch eine Bar eingebaut, was natürlich zur Feststimmung beigetragen hat.

Das war einer der ersten Flüge mit Passagieren an Bord. Haben Sie sich sicher gefühlt?
Ja, absolut. Gerade in dieser Phase schaut die Crew ja erst Recht, und neben der Cockpit Crew sassen hinten im Flieger zusätzliche Airbus-Ingenieure, die auf Monitoren sämtliche Regungen mitverfolgt haben. Das Flugzeug war ja schon ausgetestet und hat sämtliche Hürden überwunden.

Werden Sie dabei sein, wenn der A380 in Zürich landet?
Ich fühle mich natürlich immer noch eng mit der Luftfahrt verbunden. Immer wenn eine Swiss-Maschine über uns hinweg fliegt, fühle ich mich stolz. Eine Airline ist ein enorm komplexes Unternehmen, da muss alles zusammenpassen. Und noch erstaunlicher ist es, dass man ein derart grosses Flugzeug wie den A380 bauen kann. Für Zürich ist das bestimmt ein grosser Moment. Ich weiss noch nicht, ob ich an den Flughafen fahren werde. Auch wenn es ein sehr leiser Vogel ist – hören werden wirs bestimmt, schliesslich wohne ich genau in der Anflugschneise – mit Absicht. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.01.2010, 14:31 Uhr

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1 Kommentar

John Barnett

14.01.2010, 18:15 Uhr
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Der A380 ist von aussen sicher spektakulär. Wie das Flugerlebnis dann ist, hängt vor Allem von der Ausrüstung ab, welche die Fluggesellschaften bestellen: wie enge Sitze, wie viele WC's pro Sektion, Unterhaltungssytem etc. Airbus kann z.B. mit einer guten Lärmisolation beitragen. Die Luftfeuchtigkeit an Bord wird ist sicher auch ein Thema: dabei scheint sich v.A. der neue Boeing B787 hervorzutun. Antworten