Carl Hirschmann, der Wohltäter

Von Jvo Cukas, Felix Schindler. Aktualisiert am 05.05.2011 14 Kommentare

In einem neuen Wikipedia-Eintrag wird aus dem Partylöwen Carl M. Hirschmann ein Unternehmer und karitativer Wohltäter. Wer den Eintrag geschrieben hat, ist unklar. Eine Spurensuche.

1/5 Vom Saulus zum Paulus: Carl Hirschmann verlässt eine Gerichtsverhandlung in Basel im Dezember 2009.
Bild: Keystone

   

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Millionenerbe, Partylöwe und Aushängeschild der Zürcher Jeunesse Dorée – so kennen viele Carl M. Hirschmann. Ein ganz anderes Bild zeichnet ein Wikipedia-Eintrag, der gestern Mittwoch aufgeschaltet wurde. Er lege seinen Fokus heute auf «die Unterstützung von kulturellen» sowie «karitativen Projekten in Asien». Von den Prozessen, denen sich Hirschmann in den letzten Jahren stellen musste, ist im Text nichts zu lesen. Er wurde nie rechtskräftig verurteilt, aktuell sind aber noch Verfahren hängig. Darunter eine Anklage wegen Sex mit einer Minderjährigen. Die Hauptverhandlung dazu findet im September statt.

Vom Saulus zum Paulus

Wer also steckt hinter dem schmeichelhaften Lexikon-Eintrag? Hirschmanns PR-Beraterin Isabel Müller will dazu keine Stellung beziehen. Einige Informationen im Wikipedia-Eintrag sind bisher öffentlich nicht bekannt.

So wird zum Beispiel die Immobilienfirma Aramis Real Estate des «Schweizer Unternehmers» Hirschmanns als einer «der Hauptaktionäre des (...) Immobilienriesen Mobimo AG» genannt. Diese ist unter anderem Besitzerin des bekannten Mobimo-Towers im Zürcher Kreis 5. Laut Mobimo-Mediensprecherin Christine Hug hält einzig die Zuger Pensionskasse einen Aktienanteil von mehr als drei Prozent (Stand März 2011: 3,41). Genaue Zahlen zur Aramis Real Estate darf sie «zum Schutze des einzelnen Aktionärs» nicht bekannt geben. Auch die St. Galler Treuhand AG, unter deren Adresse die Aramis Real Estate im Handelsregister eingetragen ist, will keine Stellung beziehen.

Auch von den wohltätigen Projekten des Millionenerbes ist bisher weniger öffentlich bekannt, als im Wikipedia-Eintrag zu lesen ist. Zwar weiss man, dass er dem Theater Neumarkt seinen ehemaligen Klub St. Germain gratis für Kulturveranstaltungen zur Verfügung stellt und in der familieneigenen Stiftung als Stiftungsrat fungiert. Von «karitativen Projekten in Asien» hat bisher niemand gehört. Woher kennt der Autor des Wikipedia-Eintrags also diese Informationen? Carl M. Hirschmann selbst will sich gegenüber Tagesanzeiger.ch nicht äussern.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.05.2011, 13:18 Uhr

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14 Kommentare

Klaus Gurtner

05.05.2011, 13:28 Uhr
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na das ging ja schnell, text hier um 13:18 Uhr geschaltet und bereits um 13:20 Uhr wurde der wikipedia eintrag wieder zurück geändert... da hat wohl einer zurückgekrebst.. aus meiner sicht könnte man den eintrag sowieso gänzlich entfernen, aufgrund von nichtigkeit.. Antworten


Tim Walther

05.05.2011, 16:48 Uhr
Melden 39 Empfehlung

Wozu gibt es überhaupt eine Wikipedia-Seite über Carl Hirschmann? Antworten