Verspätete Flüge wegen überfüllten Parkplätzen
Von Stefan Häne. Aktualisiert am 10.03.2012 62 Kommentare
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17'000 Parkplätze gibt es am Flughafen Zürich. Und trotzdem ruft Aeropers, der Berufsverband des Swiss-Cockpitpersonals, den Parkplatznotstand aus. Wie passt das zusammen? Der Flughafen Zürich hat ein Rekordjahr hinter sich: 24,3 Millionen Passagiere hat er letztes Jahr gezählt – 1,4 Millionen mehr als 2010, dem bisherigen Spitzenjahr. Zu deutlich mehr Auslandreisen hat der starke Franken geführt. Dies sowie die steigende Zahl von Tagesgästen im Shoppingcenter am Flughafen haben Folgen: üppig gefüllte Parkhäuser.
Hier beginnt aus Sicht der Piloten das Problem. Heikel wird die Lage an rund 30 Spitzentagen im Jahr, etwa an den bevorstehenden Ostern (8. April). Bis Ende 2011 hatte das Flugpersonal einen Sonderstatus genossen und durfte auch bei einer kritischen Belegung der Parkhäuser das Auto direkt am Flughafen parken. Seit dem 1. Januar ist es jedoch dem Bodenpersonal gleichgestellt und muss auf Aussenfelder ausweichen, etwa beim Rega-Center oder dem Werkhof.
Rückendeckung von der Swiss
Das Resultat sind nicht nur vom Wind zerzauste Frisuren und vom Regen aufgeweichte Uniformen, wenn Piloten zum Operation Center im Flughafen marschieren müssen. Es drohen einschneidendere Folgen, wie Aeropers warnt. Wegen der Parkplatzsuche und der teils weiten Wege zum Flughafen würden die Piloten Gefahr laufen, wertvolle Zeit zu verlieren, sagt Vizepräsident Thomas Steffen. «Es könnte sein, dass es über Ostern zu Verspätungen im Flugbetrieb kommen wird.»
In der neuen Ausgabe der Aeropers-Zeitschrift «Rundschau» berichten Piloten, dass sie auf der Suche nach Parkplätzen über 30 Minuten verloren hätten. Die Rede ist von einer «Odyssee» durch die Parkhäuser. Weiter sei das Warten auf den Shuttlebus zeitraubend, der das Flugpersonal von den abgelegenen Parkfeldern zum Flughafen bringt. Nicht nur das Personal, auch die Swiss hält die Situation für «nicht ideal». Man stehe diesbezüglich mit dem Flughafen Zürich in Kontakt, sagt eine Sprecherin, ohne Details zu nennen.
Nicht im Interesse der Passagiere
Nicht gelten lässt Aeropers den Einwand, die Piloten könnten für die Anreise zum Flughafen mehr Zeit einplanen. Wie lange die Anfahrt dauere, sei schwierig abzuschätzen, gerade für jene Piloten mit langen Fahrstrecken, sagt Steffen. Komme die Parkplatzsuche als weiterer Unsicherheitsfaktor dazu, müsse ein Pilot noch früher zur Arbeit aufbrechen. Dies liege auch nicht im Interesse der Flugpassagiere, findet Steffen. «Ein Pilot sollte seinen Flug möglichst ausgeruht antreten.»
Konsequenzen könnte die Parkplatznot aus einem weiteren Grund zeitigen: Braucht ein Pilot länger als drei Stunden für die Anfahrt zum Flughafen, muss er diese Überzeit zur sogenannten Flight Duty Period anrechnen – jener Zeit zwischen seinem Arbeitsbeginn und dem Ende des Einsatztages. Diese beträgt je nach Tageszeit im 2-Mann-Cockpit bis zu knapp 12 Stunden. Zeichnet sich eine Überschreitung dieser Limite an, darf ein Pilot seinen Flug nicht antreten. Die Swiss muss Ersatz aufbieten. Steffen betont jedoch, es handle sich um ein «absolutes Worst-Case-Szenario».
«Flugpersonal klagt auf Vorrat»
Der Flughafen Zürich relativiert das Problem: «Das Flugpersonal klagt auf Vorrat», sagt Sprecherin Sonja Zöchling. Es gelte abzuwarten, wie sich die neue Regel in der Praxis auswirke. Im letzten Jahr waren gemäss Zöchling die Parkhäuser für das Flughafenpersonal bloss an vier Tagen gesperrt, dies während je eineinhalb bis zweieinhalb Stunden. Das Personal musste in der Folge auf die sogenannten Überlaufparkplätze ausweichen. Ist dort der Shuttlebus nicht in Betrieb, wird das Personal nach einem Anruf auf eine Spezialnummer individuell abgeholt und zum Flughafen gefahren, wie Zöchling ausführt. Sie verweist zudem auf einen abonnierbaren SMS-Dienst. So können Flughafenmitarbeiter am Abend in Erfahrung bringen, ob die Parkhäuser am nächsten Tag während einer gewissen Zeit zur Sperrzone für sie werden.
Eine Verbesserung verspricht sich der Flughafen Zürich langfristig: Weil die Passagierzahlen weiter steigen dürften, sollen bis 2020 zu den bestehenden 17'000 Parkplätzen weitere 7000 dazukommen. Ein entsprechendes Gesuch ist beim Bund hängig. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 10.03.2012, 15:50 Uhr
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62 Kommentare
Lächerlich, jeder gut geführte Flughafen, hat einen naheligenden Personalparkplatz, damit das Personal unbekümmert mehrere Tage sein Auto stehen lassen kann. Das ausgerechnet der Flughafen Zürich eine solch schletchte Personalpolitik betreibt ist beschämend. Ich kenne viele Flughafen in 3Welt Länder die in dieser Sache besser zu ihrem Personal schauen. Und die Direktion, wo sind deren Parkplätze? Antworten

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