«Wir können nicht in Eigenregie über Sicherheitsvorkehrungen entscheiden»

Auf der Linie der Glattalbahn ereignete sich heute der sechste Unfall seit Mitte März. Die Verkehrsbetriebe Glattal werden nun mit Plakaten und Farben die Sicherheit entlang der Strecke verbessern, so die Sprecherin.

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Frau Faes, heute Mittwoch kam es zum sechsten Unfall, in den die Glattalbahn seit Mitte März involviert war. Die VBZ-Leitstelle spricht von einem Bagatellfall. Ist das so?
Über die genauen Umstände des Vorfalls kann ihnen die Kantonspolizei Zürich Angaben machen. Sie prüft den Unfallhergang. Die Glattalbahn konnte nach acht Minuten wieder weiterfahren.

Das klingt fast schon routiniert. Läuten bei einer solchen Unfallserie nicht die Alarmglocken?
Es macht uns natürlich sehr betroffen, dass es zu einer weiteren Kollision gekommen ist. Wir nehmen jeden Vorfall sehr ernst und haben bereits Sofortmassnahmen umgesetzt. Dabei steht für uns die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer im Vordergrund.

Was heisst das genau?
Seit Freitag stehen entlang der Geleise in der Gemeinde Opfikon Plakate, mit denen wir die Verkehrsteilnehmer für eine verstärkte Aufmerksamkeit sensibilisieren wollen. Sie sind Teil unserer Präventionskampagne. Ab kommender Woche werden wir punktuell weitere Plakate entlang der Linie 12 aufstellen. Gleichzeitig hat die Polizei von Opfikon ihre Präsenzzeit an der Flughofstrasse ausgeweitet.

Sind weitere Massnahmen geplant?
Selbstverständlich. Wir prüfen derzeit mehrere Optionen zur Verbesserung der Sicherheit entlang der Glattalbahn-Linie. Sobald diese umsetzbar sind, werden wir darüber informieren. Sicher ist, dass wir in diesem Sommer die Trassees an drei Übergängen einfärben werden. Durch diese farbliche Abtrennung erhoffen wir uns bereits eine Verbesserung.

Wird es auch zusätzliche Bahnschranken geben?
Die Übergänge sind bereits jetzt alle gesichert – mit Blinklicht, mit Ampeln und zum Teil mit Barrieren. Das Anbringen weiterer Schranken ist aber trotzdem Teil des Massnahmenpakets, das wir momentan prüfen. Auch der Einsatz von akustischen Signalen ist eine Option. Allerdings gilt es dabei auch, gewisse Rahmenbedingungen einzuhalten.

Welche?
Je nachdem ist ein Bewilligungsverfahren nötig. Eine Barriere kann man beispielsweise nicht ohne eine Anpassung der Strasse errichten. Wir können nicht in Eigenregie über Sicherheitsvorkehrungen entscheiden und diese umsetzen.

Wie sieht es mit den Tramchauffeuren aus: Werden sie einer zusätzlichen Schulung unterzogen?
Die Tramchauffeure werden von Beginn weg auf den Strecken der Glattalbahn ausgebildet.

Bis wann wird entschieden, wie es weitergehen soll?
Wir wollen so schnell wie möglich Lösungen finden. Uns ist es wichtig, dass wir weitere Unfälle vermeiden und die Massnahmen rasch umsetzen können. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.04.2013, 16:05 Uhr

«Wir nehmen jeden Vorfall sehr ernst»: Karin Faes, Mediensprecherin der Verkehrsbetriebe Glattal VBG.
(Bild: ZVG)

Die schwersten Unfälle auf der Glattalbahn. (Bild: Grafik TA)

VBG Verkehrsbetriebe Glattal

Die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG ist im Auftrag des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) verantwortlich für den öffentlichen Nahverkehr im Glattal, Furttal und im Raum Effretikon/Volketswil. Sie wurde 1993 gegründet und gehört den Gemeinden im Marktgebiet und dem Kanton Zürich. Die VBG leitete zudem das Gesamtprojekt zur Erstellung der Glattalbahn. Die erste Etappe wurde im Dezember 2006 mit der Verlängerung der Tramlinie 11 in Betrieb genommen, die zweite Etappe mit der Glattalbahn-Linie 10 im Dezember 2008 und die dritte und letzte Etappe ging im Dezember 2010 mit der Glattalbahn-Linie 12 in Betrieb.

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