Notizen zu Namen: Megys 96 Freundinnen
Von Hildegard Schwaninger. Aktualisiert am 21.06.2010
Wie viele Freundinnen hat eine Frau?
Megy Pfortmüller bringt es auf 96. So viele jedenfalls kamen zu ihrem Ladies Lunch in die Kaufleuten-Lounge. Die Gastgeberin findet das ganz normal: «Ich bin ja hier aufgewachsen.» Und es müssen ja nicht alle anwesenden Damen enge Busenfreundinnen sein.
Megy Pfortmüller ist eine energiegeladene Frau, die immer etwas on the Go hat und irgendwelche Pläne. Früher (es ist 40 Jahre her) arbeitete sie in der Modebranche (bei Givenchy in Paris), heute hat sie einen Mann, der sie auf Trab hält (der Medien- und Showbusiness-Anwalt Herbert Pfortmüller), und eine Boutique «Pearls», die sie ebenfalls fordert, weil es im Seefeld wegen der vielen Baustellen im Moment schwierig ist. Bei «Pearls» verkauft sie Kleider und vor allem Geschenkartikel – alles was Frauen brauchen können – oder auch nicht.
Das reinste Natterngezücht
Anlass für die Party war ihr 60. Geburtstag. Nachdem sie sich mit der ganzen Familie (Tochter Viktoria ist Regieassistentin, Sohn Fabian studiert in New York) eine Woche in Spanien vom Schock dieses Datums erholt hatte, trug sie das Unvermeidliche mit Fassung. «Das Wichtigste ist, dass man sein Selbstbewusstsein behält.»
Damenlunches haben einen Ruf wie Donnerhall. Spitze Schreie des Entzückens sollen ausgestossen werden, wenn die Frauen einander begrüssend in die Arme fallen, keine kann zuhören, und alle reden ohne Punkt und Komma aufeinander ein (wahrscheinlich, weil ihnen die Männer zuhause nicht zuhören), und überhaupt seien Damenlunches das reinste Natterngezücht. Soweit das Klischee. Bei Megy Pfortmüller war es nicht so. Es waren alles Frauen da, die motiviert sind und etwas zu tun haben. Wie die 82-jährige Mutter des Geburtstagskinds, Hilde Schärer, die heute noch jeden Tag ins Büro geht. Sie arbeitet bei Megys Schwester, die an der Goldküste einen Innendesignladen hat.
Es gab Champagner und Spargelsalat, Carpaccio, Filet mit Blattspinat, Risotto und Fruchtsalat. Es war ein bunter Reigen durch alle Möglichkeiten der Frauen.
Giorgina Casparis, die etwas mit Kunst macht und Tochter von Suzanne Speich ist, war vermutlich die jüngste (kam in Hotpants). Die Gastgeberin liess es sich nicht nehmen, auf schwindelerregenden «Sex and the City»-Sandaletten herumzustolzieren. Was Rosmarie Amacher, eine der wichtigsten Haute-CoutureSchneiderinnen des Landes, trägt, ist immer spannend. Diesmal waren es silberne, blickdichte Lurexstrümpfe zum Minirock. Nun ja. Eine der Ladies, auch schon näher bei 70 als bei 30, kam in einem Kleid von H&M (circa 60 Franken) und trug es, als wäre es von Dior. Wenn das nicht selbstbewusst ist!
Der Gabentisch
Wen traf man an diesem Powerfrauen-Meeting? Anne Keller Dubach, Head Brand Communications bei Swiss Re (sehr stylish in Dunkelblau), Stadtplanerin Birgit Wehrli, PR-Unternehmerin Martina Baeriswyl-Holzach, Sotheby’s-Direktorin Claudia Steinfels (Bild), Modehaus-Gassmann-Besitzerin Doris Hahnloser, Werberin Irène Hiltpolt, Medienfrau Uli Rubner (steckte sich irgendwann ihre geliebte Zigarre an), Geigerin und Architektin Rotraud Repp (Ehefrau des NZZ-Opernkritikers Peter Hagmann).
Der Gabentisch bog sich, denn Frauen machen gern Geschenke. Gucci, Hermes, Tod’s – alles, was die Bahnhofstrasse zu bieten hat. Zum Glück hatte Herbie den Lieferwagen dabei. (Nur Spass!) Am Ausgang bekam jede Frau einen 30-Franken-Gutschein für «Pearls». Damit sie nicht vergisst, auch sonst mal bei der Gastgeberin vorbeizuschauen. (DerBund.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.06.2010, 12:22 Uhr

