Hildegard Schwaninger: Scheidungstragödien
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Das Drama «Medea», von Barbara Frey exquisit inszeniert und von Nina Hoss sackstark gespielt, erschüttert zurzeit die Besucher des Schauspielhauses, weil das, was da auf der Bühne geschieht – Mann verlässt Frau und Familie wegen einer Jüngeren, die Welt der Frau gerät aus den Fugen –, jeden Tag tausendfach passiert – auch in Zürich. Auch wenn es, Gott sei Dank, meist nicht so martialisch endet wie in der vor 2400 Jahren von Euripides geschriebenen Tragödie.
Wo die Liebe hinfällt
Auch David Wille, der Urenkel von General Ulrich Wille, Sohn von Jürg Wille, der jahrzehntelang Direktor Sotheby’s Zürich war, hat sich von seiner Frau Fatma Wille scheiden lassen. Er lebt jetzt im Bergell. Mit einer Frau, einer Holländerin, die etwa zwanzig Jahre jünger ist. Gerade haben sie eine Tochter bekommen. Wie heisst sie? Medea!
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Eine gute und auch soziale Idee und eine Win-win-Situation für alle: Gigi und Max Terlinden, denen das Goldbachcenter in Küsnacht gehört, vermieten die Wände im Eingangsgeschoss an Künstler als Galerieräume. Zu einem günstigen Preis. So werden die Mieter mit wechselnder Kunst an den Wänden erfreut. Zurzeit hängen dort die Werke des Fotografen Christian Höhn (geboren 1968 in Bayreuth, lebt in Nürnberg und Berlin). Grossformatige, starke Bilder von Grossstädten. Seoul, Chicago, Singapur, Dubai, Paris, New York – Skylines, menschenleer.
Rückkehr zu den Wurzeln
Hedi Senteler, die eine Fotografen-Agentur (works) hat und einen Fotokunsthandel übers Internet betreibt, organisierte Ausstellung und Vernissage. Unter den Anwesenden: der Künstler Christian Herdeg, der zurzeit mit anderen Neon-Künstlern, darunter James Turrell, in Freiburg im Breisgau ausstellt («Plus de lumière»), Architekt Andreas Ramseier (Porsche-Museum Shanghai). Hedi Senteler ist im Vorstand der Freunde des Zürcher Balletts, und so war auch Peter Marschel da, der Zürcher Ballettmanager. Marschel hat, wenn beim Abgang von Heinz Spoerli aus Zürich auch sein Vertrag ausläuft, wieder einen interessanten Job: Er wird Managing Director der Stiftung Right To Play Switzerland. «Ich kehre damit, nach zwanzig Jahren Theater, zu meinem Ur-Beruf zurück.»
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Wer beim jährlichen Büro-Umtrunk bei Luisa Bürkler-Giussani einkehrt, denkt: Warum sind so viele Frauen da? Die Rechtsanwältin kennt sich im Finanzmanagement aus und organisiert Vermögensverwaltungs-Kurse für Frauen. Und Kulturreisen, die man gemeinsam unternimmt. Bei den Anlageberatungskursen (man managt ein virtuelles Vermögen) steht ihr Rainer Bussmann von der Bank Vontobel zur Seite. Luisa Bürkler ist eine mütterlich-warmherzige Tessinerin, sie versteht sich auf Soft Skills, aber sie ist auch eine knallharte Juristin. Als lebender Beweis steht, hübsch anzusehen und ein Glas Prosecco in der Hand, mitten im Raum die Philosophieprofessorin der Universität Zürich Ursula Pia Jauch, die – nur dank Dr. Bürkler – nach fünf Jahren Streit und Stress endlich von NZZ-Feuilletonchef Martin Meyer geschieden ist ( Jauch über Bürkler: «eine Heldin»). Bürkler hat auch ihre Erfahrung mit Männern. Sie war mit einem verheiratet, der in der gemeinsamen Wohnung zwei Geparden hielt.
Essen für den guten Zweck
Die Männer am Cocktail musste man zwar mit der Lupe suchen, aber ein paar waren da. So etwa Bürklers Nachbar Guido von Castelberg, Ex-Kassationsgerichtspräsident und Ex-Tonhalle-Präsident, und Thomas Wagner, Ex-Stadtpräsident.
Frauen haben ja eine Ader für die Allgemeinheit. So liess Luisa Bürkler das Buffet vom Behindertenheim St. Jakob und das Dessert von Sprüngli liefern. Es schmeckte wunderbar. Selbst die Damen, die sonst figurbewusst leben, griffen beherzt zu.
Hildegard Schwaninger schreibt für den «Tages-Anzeiger», Tagesanzeiger.ch/Newsnetz und das Schweizer Finanzportal Finews.ch.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 14.02.2011, 13:17 Uhr

